Medi-Walking: Das etwas andere Gehen

in Täglich Gesund
vom


von Helmut Erb

Gehen und gleichzeitig meditieren: Das ist der neueste Trend für alle, die mit ihrer spirituellen Ader auf gutem Fuß stehen und normales Walking oder Jogging zu einseitig finden. Aus dem Schamanismus ist eine Reihe meditativer Gehtechniken überliefert. Bewusst wahrgenommen, ist das Gehen dabei weit mehr als nur eine Art, Ihren Körper fit zu halten. Zwar regen Sie dabei ganz nebenbei die Durchblutung Ihres gesamten Organismus an, verbessern die Reaktionsgeschwindigkeit Ihres Gehirns, steigern das Denkvermögen, senken das Krankheitsrisiko ganz allgemein und verlängern Ihre Lebenserwartung. Doch beim bewussten Gehen finden auch Geist und Seele Abstand zum Alltag. Die Sorgen bleiben hinter Ihnen zurück, Sie öffnen Ihre Sinne für Farben, Gerüche und Töne. Gehen macht Ihnen Ihre eigene Lebendigkeit bewusst wie kaum eine andere Bewegungsform, sagen die Asiaten.


Jedes Mal, wenn Sie einen Spaziergang machen, um etwas Neues über das Gehen zu erfahren, werden Sie zugleich etwas über andere Bereiche und Aspekte Ihres Lebens in Erfahrung bringen. Sie lernen, die körperliche Aktivität des Gehens mit einer bewusst auf die Magie der Natur gerichteten Aufmerksamkeit zu verbinden. Sie erforschen Sonnenlicht und Schatten, Spiegelungen, Wind und Wasser, Feuer, Gerüche und Lebewesen. Beim Gehen können Sie Ihre Beziehung zu all diesen Phänomenen erforschen und sich mit dem Netz des Lebendigen verbinden. Sie brauchen dazu keinem Trend hinterher zu laufen, keinem Guru zu folgen und keine teure Ausrüstung zu kaufen. Gehen Sie einfach, wie es Ihnen von der Natur in die Wiege gelegt wurde.

Gangart der Stille führt Sie zur Tiefe der Natur

Die folgende Gehtechnik ist eine Grundübung, auf der viele andere weiterführende Übungen basieren. Richtig gemacht, kann sie zu tiefen Erfahrungen in und mit der Natur führen. Das wichtigste bei der Gangart der Stille ist die Körperhaltung, die Sie unmittelbar vor dem ersten Schritt einnehmen. Von Schamanen wird sie häufig als Fuchshaltung bezeichnet:

  • Stellen Sie sich gerade hin, die Füße etwa schulterbreit auseinander.
  • Gehen Sie nun mit dem linken Fuß einen Schritt vorwärts, lassen Sie dabei aber den rechten Fuß stehen.
  • Neigen Sie den Oberkörper leicht nach vorne, belassen aber den größten Teil Ihres Gewichts auf dem hinteren Fuß.
  • Lassen Sie die Arme seitlich herunterhängen.
  • Nehmen Sie nun eine Ihnen angenehme und bequeme Handhaltung Ihrer Wahl ein, die Sie während der gesamten Übung beibehalten sollten – zum Beispiel eine lockere Faust mit dem Daumen außen. Oder: Sie strecken zwei oder drei Finger und halten die anderen gekrümmt. Sinn dieser bewussten Handhaltung ist, dass Sie gezwungen sind, beim Gehen ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit auf Ihre Handhaltung zu richten. Sie müssen darauf achten, Ihre Handhaltung beizubehalten.
  • Atmen Sie jetzt dreimal tief ein und aus und sprechen Sie laut aus, was Sie mit dieser Übung beabsichtigen. Damit sammeln Sie Ihre Aufmerksamkeit. Ihr Vorhaben wird von der Kraft Ihrer Stimme und Worte unterstützt.
  • Nun beginnen Sie, in Stille zu gehen, immer das Gewicht mehr auf dem hinteren als auf dem vorderen Fuß.
  • Finden Sie einen Geh-Rhythmus, der Ihnen in diesem Augenblick entspricht. Tempo spielt absolut keine Rolle. Es geht ausschließlich darum, einen natürlichen Rhythmus zu finden.
  • Konzentrieren Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Atem. Versuchen Sie, diesen dem Rhythmus Ihrer Schritte anzupassen.
  • Nun beginnen Sie konzentriert all Ihre Sinne auf Ihre Umgebung zu richten. Nehmen Sie die Geräusche und Gerüche, Farben und Formen wahr. Wenn Gedanken dabei auftauchen, unterbinden Sie sie nicht, schenken Sie ihnen aber auch keine besondere Aufmerksamkeit. Nehmen Sie sie einfach zur Kenntnis, als wären sie ein Teil der Töne um Sie herum.
  • Zum Schluss achten Sie darauf, wie sich Ihr Körper beim Gehen fühlt. Das Gehen in Stille macht es möglich, Wissen, Einsichten und Erkenntnisse über das Erfühlen und Erspüren mit dem Körper zu erfahren. Mit der Zeit macht es Ihnen immer weniger Mühe, Ihren Gehrhythmus mit der Atmung zu synchronisieren.

von
Helmut Erb

Erfahren Sie hier mehr über Helmut Erb - unserem Sportexperten und Chefredakteur von Fit in 8 Minuten.

 
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