MCT-Fette zum Abnehmen: Fehlanzeige
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 26. August 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
ein Berufskollege erzählte mir, es gäbe Fette, die schlank machen - die MCT-Fette. Ist da etwas dran?" schrieb mir Leser Arno dieser Tage. Man hörte eine Zeitlang, dass bereits der Verzehr dieser Fette die Pfunde zum Schmelzen bringen soll. Hinter dem Kürzel MCT verbirgt sich der englische Begriff „medium-chain triglyzerides" (mittelkettigen Fettsäuren). Sie werden in speziellen Verfahren aus Kokosfett und Palmkernöl gewonnen und haben weniger Kalorien als herkömmliche Fette (6 statt 9, 3 pro Gramm). Bei bestimmten schweren Erkrankungen des Verdauungsapparates wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ist ihr Einsatz sinnvoll, weil sie besser vertragen werden. Für diesen Zweck gibt es spezielle Diät-Lebensmittel wie Margarine, Schmelzkäse oder Brotaufstriche.
Es wird behauptet, dass MCT-Fette den Stoffwechsel ankurbeln und dafür sorgen, dass mehr Kalorien verbraucht werden. Außerdem - so die Werbung - würden diese Fette nicht im Körper gespeichert. Zwar wird zunächst wirklich etwas mehr Energie verbraucht, nach zwei Wochen wenn sich der Körper an die MTC gewöhnt hat, lässt sich davon jedoch schon nichts mehr nachweisen. Alle Fette und Kalorien, die Sie über Ihren Bedarf hinaus essen und nicht durch Bewegung verbrauchen, lagert Ihr Körper als Speckpolster ab. MCT-Fette werden im Körper zu langkettigen Fettsäuren umgebaut, weswegen sie im Körperfett nicht mehr nachzuweisen sind.
Wenn der Körper an diese geschmacklich nicht angenehmen bitteren Fette nicht gewöhnt ist, reagiert er mit Übelkeit, Bauchweh und Blähungen. Zudem eignen sich diese künstlich hergestellten Fette nicht zum Backen und Braten. Der bittere Eigengeschmack verstärkt sich beim Aufwärmen. Lebenswichtige Fettsäuren suchen Sie ebenfalls vergebens - wie die Linolsäure oder Omega-3-Fettsäuren. Deswegen wird einigen MCT-Fetten hochwertigeres Öl beigemischt, was sich dann wiederum im Kaloriengehalt niederschlägt. Greifen Sie lieber zu den normalen gesunden Fetten wie Olivenöl, Rapsöl und Omega-3-Fettsäuren. Wenn Sie langfristig abnehmen wollen, sollten Sie sich abwechslungsreich und frisch ernähren. Vor allem Obst und Gemüse - bis zu 700 Gramm am Tag - sollten Ihren Speiseplan bereichern. Und: Der wichtigste Fatburner ist und bleibt regelmäßige Bewegung.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb