Männer häufiger selbstmordgefährdet
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 29. März 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
immer mehr Männer leiden unter Depressionen und Stimmungsverschlechterung. Doch sie suchen keine Hilfe, weil sie glauben, dass sie das nicht dürfen. Denn ein „echter" Mann hat so etwas eben nicht hat. Hinter auffälliger, aber unerklärlicher Wut und Zurückgezogenheit kann eine Depression stehen. Doch der Gedanke, dass sie depressiv sein könnten und Hilfe brauchen, kommt den meisten Männern gar nicht - selbst wenn sie von Suizid-Gedanken heimgesucht werden.
Lange vermuteten Wissenschaftler, dass Depressionen bei den beiden Geschlechtern ein unterschiedliches Gesicht haben. Untersuchungen ergaben stets, dass doppelt so viele Frauen wie Männer an Depressionen leiden. Doch inzwischen fragen sich die Forscher, ob Männer möglicherweise genauso häufig an Depressionen leiden, diese aber im Dunkeln bleiben. Denn viermal so viele Männer wie Frauen nehmen sich das Leben. Das ist alarmierend!
Bevor die Depression voll ausbricht, zeigen sich bei Männern andere Symptome als bei Frauen. Sie gehen nicht zum Arzt und berichten diesem, dass sie traurig und deprimiert sind. Sie klagen eher über Probleme im Beruf, sind gereizt, streiten mehr als sonst und werden schnell wütend. Das wird jedoch nicht als Warnsignal erkannt. Im fortgeschrittenen Stadium dann greifen Männer oft zum Alkohol, Leistungssteigerern und anderen Drogen.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehören Depressionen längst zu den großen Volkskrankheiten. In Deutschland leiden derzeit fünf Prozent der Bevölkerung akut an einer Depression, das sind vier Millionen Menschen. Etwa dreimal so viele erkranken im Laufe Ihres Lebens an der früher als Schwermut bezeichneten Krankheit. Warum diese seelische Erkrankung in diesem Ausmaß zunimmt, weiß keiner. Die meisten Experten hegen den Verdacht, dass dies eine Folge unseres modernen hektischen Lebensstils mit der Auflösung von Familienstrukturen ist.
Bei einer ausgeprägten Depression brauchen Sie dringend professionelle Hilfe. Gehen Sie auf jeden Fall zu Ihrem Hausarzt oder Psychotherapeuten, wenn Sie schon länger Ihren Alltag nicht mehr oder nur mit größter Anstrengung meistern. Schämen Sie sich nicht, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie brauchen auch nicht zu fürchten, dass man Sie für "verrückt" hält, denn eine Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Sie sollten unbedingt wissen, dass depressive Erkrankungen heute gut zu behandeln und zu heilen sind - vor allem wenn sie frühzeitig erkannt werden. Nicht selten bleibt das dann auch ein einmaliges Erblebnis.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre
Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Marion Spaar (29.03. 2011 09:12 Uhr):
Das "gut zu heilen" kann ich nicht bestätigen, da ich mehrere Fälle im Familien- und Bekanntenkreis habe die ohne dauerhafte Tabletteneinnahme kein "normales" Leben führen können. Sobald die Tabletten abgesetzt werden, kommt der große Absturz.
Antworten - Kommentar von Volker Specht (29.03. 2011 09:15 Uhr):
"Bei einer ausgeprägten Depression brauchen Sie dringend professionelle Hilfe. Gehen Sie auf jeden Fall zu Ihrem Hausarzt" Die Empfehlung, bei einer ausgeprägten Depression zu einem Hausarzt zu gehen, ist nur mit großer Vorsicht anzuwenden. Hausärzte/Allgemeinmediziner sind sehr oft bei der Diagnose von psychischen Erkrankungen überfordert. Von geeigneteten Therapiemaßnahmen ganz zu schweigen. Die Verschreibung von Psychopharmaka ist für psychische Erkrankungen oft eine ungeeignete Maßnahme. Wichtig ist für den Depressiven zunächst die Einsicht, dass er krank ist und Hilfe benötigt. Leider erkennen auch die Angehörigen nicht die Symptome der Depression oder deuten diese falsch. Neben der Konsultation eines Facharztes oder eines Psychologen ist auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe empfehlenswert. Volker Specht
Antworten- Antwort von Annemarie D (29.03. 2011 16:01 Uhr):
Es wäre gut, für den kranken Angehörigen zu beten, denn Fürbitte vermag viel. Der Kranke sollte selbst beim Herrn Jesus um Hilfe bitten, er setzt sich für jeden beim Vater ein, auch mich hat er geheilt von vielen verschiedenen Krankheiten, natürlich unter Zuhilfenahme der Ärzte.
- Antwort von Peter Wittenburg (31.03. 2011 17:03 Uhr):
Wenn Sie Depression als Krankheit bezeichnen, ist Selbstmord dafür eine gänzlich ungeeignet Bezeichnung. Die Selbstmordattentäter sind eine verabscheuungswürdige Klientel. Es wäre gut, wenn Sie mit Ihrer großen Öffentlichkeitsarbeit darauf hinwiesen. Vielen Dank! P.W.
- Antwort von Volker Specht (31.03. 2011 22:42 Uhr):
Der Eintrag von Herrn Peter Wittenberg vom 31.03.2011 17:03 Uhr dürfte keine Antwort auf meinen Kommentar sein. Es handelt sich um eine Stellungnahme, also um einen Kommentar, zu dem Suizidaspekt bei Depressionen im Artikel von Frau Schneider. Bei den Selbstmordattentätern liegt keine Depression vor. Hier liegt eine fanatische Einstellung vor, dass die Selbstmordattentäter sich "im heiligen Krieg" befinden und durch ihre Tat sofort in den Himmel gelangen. Volker Specht
- Antwort von Annemarie D (29.03. 2011 16:01 Uhr):