Maca: Der „Ginseng der Anden“ hilft nicht nur Männern mit Potenzproblemen
Dr. Ulrich Fricke in Täglich Gesund zum Thema Ginseng
vom 02.07.2007 16:00 Uhr
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Das bekannteste pflanzliche Mittel zur allgemeinen körperlichen und geistigen Stärkung ist der aus China stammende Ginseng. Doch auch die alten Inkas in Südamerika kannten bereits ein solches Stärkungsmittel: Maca, eine Staude, die in extremen Höhenlagen zwischen 3.800 und 4.500 Metern wächst. Bekannt ist der „peruanische Ginseng“ vor allem als Mittel zur Steigerung der Potenz und der sexuellen Lust. Aber sein Einsatzgebiet ist noch wesentlich breiter. Wir stellen Ihnen den „Ginseng der Anden“ u. a. als eine mögliche Alternative zu künstlichen Hormonen für Frauen in den Wechseljahren vor.
Kein „natürliches“ Viagra
Von den Knollen des Kreuzblütengewächses Maca (Lepidum meyenii) wird berichtet, dass die Inka-Krieger vor jedem Waffengang davon aßen, um ihre Vitalität und Kraft zu steigern. In verschiedenen Tierversuchen haben Maca-Extrakte den Sexualtrieb gesteigert. An der Universität Lima in Peru wurde dieser Effekt im Jahr 2002 erstmals an Patienten untersucht: 30 Männer im Alter zwischen 21 und 56 Jahren nahmen täglich entweder 1,5 g Maca-Extrakt oder ein Scheinmedikament (Placebo) ein. Nach acht Wochen verspürten die Männer aus der Maca-Gruppe ein deutlich verstärktes sexuelles Verlangen, während sich in der Placebo-Gruppe keine Effekte zeigten. Allerdings berichten Anwender öfter, dass Maca zwar den Drang zum Sex verstärkt, aber nicht unbedingt die Lust daran steigert. Umstritten ist außerdem, ob es wirklich ein natürlicher „Ersatz“ für Viagra sein kann (wie es inzwischen viele Anbieter werbewirksam versprechen). Denn die Pflanze hat lediglich eine psychische Wirkung, kann aber körperliche Ursachen einer Erektionsschwäche nicht beeinflussen.
Hilfe für Frauen in den Wechseljahren
Für die anderen Anwendungsgebiete fehlen bisher eindeutige wissenschaftliche Studien, die hohen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Aufgrund langjähriger Erfahrungen von Therapeuten und Patienten weltweit kann sich jedoch ein Versuch mit Maca bei vielen anderen Krankheiten – vor allem auch für Frauen – lohnen.
Das sind die Einsatzgebiete von Maca:
- Steigerung des sexuellen Verlangens
- Unfruchtbarkeit
- Wechseljahrsbeschwerden
- Prämenstruelles Syndrom (PMS)
- Schilddrüsenprobleme
- Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
- Verbesserung der körperlichen Ausdauer
- chronische Müdigkeit
- Stress
Im Vordergrund der Anwendung stehen Störungen, die auf einem veränderten Hormonhaushalt beruhen.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe: pflanzliche Hormone
Vermutlich beruhen die Wirkungen der Maca – wie bei vielen anderen Heilpflanzen auch – auf einer ausgewogenen Mischung verschiedener Substanzen. Wichtig scheint der hohe Gehalt an so genannten Phytosterinen zu sein. Das sind pflanzliche Stoffe, die menschlichen Hormonen ähneln, z. B. Sitosterin, Campesterin oder Ergostadienol (Phytoöstrogene). Von vielen Anwendern wird Maca auch als lebensnotwendiger Lieferant für Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren angepriesen. Das ist Unsinn, denn Maca enthält nicht mehr oder weniger dieser Vitalstoffe als viele andere Gemüsesorten auch. Um sich mit ihnen zu versorgen, sollten Sie auf heimische Produkte setzen und nicht ein recht teures Trockenpulver aus den Anden kaufen. Die Inkas sagen: Maca macht stark für die Liebe und stark für das Leben. Wir sagen: Probieren Sie es einfach mal aus!
Das getrocknete Mehl der Knollen wird meist in Kapseln à 500 mg (= 0,5 g) angeboten (in der Apotheke z. B. von Allcura Naturheilmittel oder Velag Pharma kosten 60 Stück etwa 10 bis 13 €).