Light-Produkte: Genuss ohne Reue? Von wegen!
Täglich Gesund zum Thema Light-Produkte
vom 20.03.2006 16:00 Uhr
GNL5356
Light-Wurst, Light-Butter, Light-Joghurt oder Light-Bier, die Palette an Light-Produkten nimmt unaufhörlich zu. Light heißt auf Englisch leicht. Aber sind die Light-Produkte tatsächlich leicht, machen sie wirklich schlank? Von wegen. Light-Produkte fördern sogar die unerwünschte Gewichtszunahme, indem sie den gefürchteten Jo-Jo-Effekt beim Abnehmen verstärken und das Verlangen nach Süßem steigern. Warum das so ist und wie Sie diesem Teufelskreis entgehen, lesen Sie in diesem Beitrag.
"Light" heißt nicht kalorienarm
Wo "light" drauf steht, sind nicht zwangsläufig weniger Kalorien oder mehr Gesundheit drin. Die Bezeichnung "light" ist nämlich kein gesetzlich definierter und geschützter Begriff. Deshalb verbergen sich die unterschiedlichsten Produkteigenschaften dahinter.
"Light" kann stehen für:
- weniger Zucker
- kalorienarm
- kalorienreduziert
- fettarm
- fettreduziert
- koffeinarm
- alkoholfrei
- alkoholarm
- leicht gesalzen
- leicht bekömmlich
- kohlensäurearm
- nikotinarm (bei Zigaretten)
"Light" sind z. B. auch die Quarkzubereitungen, die mit Luft oder Stickstoff voluminös aufgeschäumt werden, deren Kaloriengehalt pro 100 g jedoch unverändert geblieben ist! Nicht mit Light-Produkten gleichzusetzen sind "Diät"-Produkte für Diabetiker. Sie enthalten lediglich andere Zuckerarten (z. B. Fructose). Ihr Kalorien- und Fettgehalt entspricht normalen Produkten.
Nur bei Milchprodukten bedeutet "light" wirklich weniger Fett
Nur bei Milchprodukten können Sie darauf vertrauen, dass "light" wirklich "fettarm" bedeutet. Nach dem Lebensmittelgesetz darf leichter Käse höchstens 32,5 %, leichter Quark 12,5 % und leichter Joghurt maximal 1,8 % Fett enthalten. Manche Produkte tragen die Aufschrift fettreduziert. Auch diese Klassifikation ist nur bei Milchprodukten gesetzlich festgelegt: Fettreduziert sind Lebensmittel dann, wenn sie 40 % weniger Fett als vergleichbare Produkte enthalten. Das heißt jedoch nicht, dass es sich dabei wirklich um fettarme Lebensmittel handelt. Auch wenn sie fettreduziert sind, gehören z. B. Chips nach wie vor zu den fettreichen Lebensmitteln. Wussten Sie außerdem, dass das Fett in diesen reduzierten Produkten und Streichfettimitaten (Margarine) durch Wasser (50 %!), Quellstoffe, Eiweiß, Kohlenhydrate oder gar Fettersatzstoffe ersetzt wird? Auch das ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht mehr als fragwürdig. Denn etwas Fett braucht der Mensch, um die lebenswichtigen fettlöslichen Vitamine A, D, E und K (Merkregel: EDEKA) überhaupt aufnehmen zu können.
Da Fett überdies ein wichtiger Geschmacksträger und entscheidend für die Konsistenz ist, werden die Produkte nachträglich mit Geschmacksverstärkern, Emulgatoren (Weichmachern) und Gelatine aufgerüstet. Diese Fülle an Zusatzstoffen kann jedoch für Allergiker problematisch werden. Trotzdem laufen diese Imitate der "fetten" Butter mittlerweile den Rang ab.
"Light" macht dick
Auch bei den Bezeichnungen "kalorienarm" und "kalorienreduziert" sollten Sie sehr kritisch sein: Kalorienarme Lebensmittel dürfen nicht mehr als 50 kcal in 100 g verzehrfertigen Lebensmitteln und Getränken enthalten. Für Suppen und Brühen gilt der Höchstwert von 20 kcal pro 100 ml. Dagegen müssen kalorienreduzierte Lebensmittel mindestens 40 % weniger Energie als vergleichbare normale Lebensmittel liefern. Demnach sind kalorienreduzierte Produkte zwar kalorienärmer, es fragt sich jedoch: im Vergleich wozu?
Besonders beliebt zur Kalorienreduktion ist der Einsatz von Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen. Zuckeraustauschstoffe wie Xylit, Sorbit oder Mannit liefern noch ca. 50 % der Kalorien von Zucker. Sie werden aus Malz- und Haushaltszucker gewonnen. Außerdem haben sie den Nachteil, dass sie bei höherer Zufuhr abführend wirken können oder Blähungen hervorrufen. Dagegen sind Süßstoffe wie Aspartam, Acesulfan oder Saccharin zwar absolut kalorienfrei, dafür aber reine Chemieprodukte, die aus Eiweißbausteinen bestehen. Einige hinterlassen einen metallischen Nachgeschmack auf der Zunge. Was aber noch viel schlimmer ist: Sie steigern das Verlangen nach Süßem, verursachen Heißhungerattacken und führen so schnurstracks zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt, durch den Sie letztlich mehr zunehmen, als Sie vorher an Gewicht verloren haben. Außerdem verführen Light-Produkte ziemlich leicht zum Selbstbetrug, weil sie nicht so lange satt halten: Haben Sie sich nicht auch schon einmal dabei ertappt, wie Sie sich nach einiger Zeit doch noch einen Nachschlag aus dem Kühlschrank geholt haben, weil der Magen schon wieder knurrte? Oder vielleicht sogar gleich die doppelte Ration gegessen haben, weil es ja "light" ist? Wenn Sie wirklich abnehmen wollen, kommen Sie um eine Umstellung Ihrer Ernährungsweise, die zur Gewichtszunahme geführt hat, nicht herum.
Geben Sie deshalb den natürlichen Light-Varianten den Vorzug. Denn Light-Produkte erleichtern noch nicht einmal das Gewissen, sondern höchstens Ihren Geldbeutel.
Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihren Körper mit den Mitteln der Natur stärken und gesund erhalten, ist das hier vielleicht etwas für Sie:
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