Liebe ist die beste Medizin, aber leider nicht für alle
natürlich tag zu tag Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Naturheilkunde
vom 28.06.2007 06:00 Uhr
GNL5223
Was die Wissenschaft alles erforscht, ist nicht immer unbedingt des Wissens wert, finde ich. So las ich dieser Tage, dass eingefleischte Singles früher sterben als Menschen, die in festen Beziehungen leben. Liebe und Ehe seien die beste Medizin, um ein hohes Alter zu erreichen.

Das ist zwar gut für mich, weil ich verheiratet bin, aber schlecht für etliche meiner Freundinnen. Denn sie sind zwar beruflich höchst erfolgreich, doch leider ist ihr Privatleben auf der Strecke geblieben. Sie sind seit Jahren alleinstehend. Und finden das gar nicht gut. Am Anfang eher als zeitweise Erscheinung angesehen, erkennen sie allmählich, dass für sie möglicherweise männermäßig der Zug abgefahren ist - obwohl sie alle starke und attraktive Frauen sind. Oder vielleicht auch gerade deswegen?
Auf alle Fälle: Sie leiden darunter. Niemand ist wirklich gern allein. Da hat die Bibel Recht. Die Steppenwölfinnen, die freiwillig die Einsiedelei suchen, finden sich sicher weit hinter dem Komma, weit hinter vielen Nullen. Je älter frau wird, um so mehr weiß sie eine verlässliche Gefährtenschaft zu schätzen. Den meisten Männern geht dies genauso.
„Ich kann mir doch keinen Mann backen“, klagte beispielsweise Lea neulich, als ihr jemand – neckisch, neckisch – eine „Männer-Backform“ zum 37. Geburtstag schenkte. „Ich finde keinen, der zu mir paßt. "Marion, die beruflich eine ganz Schar Männer befehligt, hält sich selbst für nicht mehr vermittelbar: „Wenn du als Frau ein bestimmtes Alter erreicht hast, kannst du es dir abschminken, noch einen passenden Partner zu finden“, ist ihre Erfahrung. Anne dagegen ist wegen ihrer inzwischen ausgeprägten Eigenbrötelei tatsächlich inzwischen fast nicht mehr familienkompatibel. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie haben sich dieses Schicksal nicht ausgesucht. Jedenfalls nicht bewusst.
Und nun müssen sie auch noch einem „früheren Ableben“ – wie die kalifornischen Forscher es so reizend formulieren – ins Auge blicken. Wer nie verheiratet war, hat eine um 58% höhere „Todeswahrscheinlichkeit“. Einsamkeit heizt den Blutdruck hoch, so das Ergebnis einer anderen Studie. Ich frage Sie, was nützt es alleinstehenden Frauen und Männern, wenn man ihnen diese Forschungsergebnisse antut? Nichts, denn höchstwahrscheinlich werden sie ja an ihrem Zustand nichts ändern können. Genauso wenig können Sie verhindern, dass unter Umständen Ihr Mann stirbt und Sie Witwe werden oder Ihre Frau stirbt und Sie werden Witwer. Dann erhöht sich nämlich auch Ihr Sterberisiko um 40%.
Nun gut, mögen Sie sagen, wenn Sie in einer glücklichen Beziehung leben „Wenn mein liebster Mensch einmal nicht mehr ist, dann mag ich auch nicht mehr!“ Doch stellen Sie sich mal vor, die wirklich Alleinstehenden vermisst vielleicht auch am Ende gar keiner, wenn Freund Hein sie früh zu sich holt.
Ein schrecklicher Gedanke.
Wie sehen Sie das ?
Ihre
Sylvia Schneider
P. S.: Ein Silberstreifen am Horizont: Ein vierbeiniger Begleiter – Hund oder Katze – verlängert das Leben und macht es lebenswert. Die Psychologin Karen Allen fand heraus, dass die Mieze und Wuff bei Frauen mehr zum Stressabbau beitragen als ein gutes Gespräch mit der besten Freundin oder dem Ehepartner. Tierbesitzer leben länger und sind gesünder, das ist wissenschaftlich erwiesen.
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