Leseranfrage: So funktioniert die Dialyse
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 8. Juni 2010, 06:00 Uhr
GNL5356
Versagen die Nieren ihren Dienst, muss eine "künstliche Niere" die Blutwäsche übernehmen. Dazu müssen die Betroffenen mehrmals wöchentlich (bis zu sechsmal) zur Dialyse in die Klinik. Der Dialyseapparat entfernt Abbauprodukte des Stoffwechsels und überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut. Über einen so genannten Shunt - einer Art künstlicher Ader, die den Zugang zum Blutkreislauf ermöglicht - wird die Betroffene an die Maschine angeschlossen. Nun fließt das Blut durch den Apparat, wo es gereinigt wird.
Diese Prozedur dauert mehrere Stunden und kann sehr belastend sein, denn der Blutdruck kann stark fallen. Das kann zu Muskelkrämpfen, Übelkeit und Erbrechen führen. Manchmal entzündet sich der Zugang zu den Venen.
Seltener kommt die so genannte Peritoneal- oder Bauchfelldialyse zum Einsatz. Dabei wird das Bauchfell als körpereigener Filter genutzt. Über einen kleinen, operativ eingesetzten Katheter wird Dialyselösung aus einem tragbaren Beutel in den Bauchraum geleitet. Diese Lösung bleibt mehrere Stunden im Bauch, wird dann über den Katheter abgelassen und gegen neue ausgetauscht. Das dauert 30 bis 40 Minuten und muss bis zu viermal täglich gemacht werden. Das ist zwar einerseits unbequem, macht die Nierenkranken aber unabhängig vom Krankenhaus. Die Betroffenen, die sich für diese Art der Dialyse entschieden haben, schätzen es, ihre Behandlung zu Hause selbst durchzuführen und sich auch im Urlaub einigermaßen frei bewegen zu können. Zudem müssen sie sich weniger Diät- und Flüssigkeitsbeschränkungen unterziehen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Pia Schwedhelm (09.06. 2010 11:59 Uhr):
Hallo Frau Schneider, leider bleibt ihre Information zur Hämodialyse sehr oberflächlich bzw. falsch. Sechsmal/Woche in die Klinik stellt eine derartige Ausnahmesituation dar, dass sie mir in 35 Jahren, die ich selbst dialysiere, bei keinem Patienten begegnete. Die meisten Dialysebehandlungen finden in ambulanten Zentren, nicht in Kliniken statt. Ein Shunt kann aus eigenen Gefäßen oder aus Fremdmaterial bestehen und die Wahrscheinlichkeit einer Entzündung ist sehr gering, wenn man sorgfältig damit umgeht. Das Blut fließt keineswegs durch einen Apparat, sondern durch Schläuche vom Körper zu einem Filter Kapillare und zurück. Auch die Hämodialyse kann man zu Hause durchführen. Vor 35 Jahren war dies oft der einzige Weg, eine Möglichkeit zur Dialyse zu erhalten. Leider kam dieser, neben den deutlich besseren Bedingungen für die Patienten auch kostengünstigere, Weg fast in Vergessenheit. Ich hoffe sehr, dass Ihre sonstigen Aussagen bezüglich medizinischer Themen genauer sind, spüre aber nach diesem Newsletter doch starke Zweifel, ob ich Ihren Empfehlungen trauen kann. Vielleicht können Sie mir erklären, wie Sie zu solchen Halbwahrheiten kommen. Mit freundlichen Grüßen Pia Schwedhelm
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