Lernen Sie die 7 Säulen der neuen Gefühlsmedizin kennen

in Naturmedizin aktuell
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Alle 7 Säulen der neuen Medizin dienen dazu, Ihren „aufgeregten" Mandelkern im Gehirn wieder zu beruhigen:

1. Mit den Augen die Gehirnhälften synchronisieren: Mit Hilfe der neuen Therapiemethode EMDR (Eyemovement Desensitization and Reprozessing) lassen sich seelische Probleme erstaunlich häufig schneller heilen als mit klassischen Mitteln. Diese Methode hilft nach Aussagen von Experten Menschen vor allem nach traumatischen Erlebnissen wie etwa einer Fehlgeburt, einem Todesfall, einer schweren Erkrankung oder dem Verlust des Arbeitsplatzes. Sie wurde vor einigen Jahren am Mental Research Institut in Kalifornien von der Psychologin Francine Shapiro entwickelt. Inzwischen gibt es auch EMDR-Therapeuten in Deutschland.


Diese Methode ist überraschend einfach, ihre Wirkung ist jedoch schwer zu erklären: Der Therapeut bewegt seine Hand vor Ihren Augen schnell von links nach rechts. Während Ihre Augen seiner Hand folgen, denken Sie intensiv an das Problem, das es für Sie zu lösen gilt. Manchmal tippt der Therapeut auch abwechselnd auf Ihre Hände oder schnipst neben Ihren Ohren mit den Fingern.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde heilt EMDR leichte seelische Krisen schon in einer bis zwei Sitzungen. Wie, das wissen die Forscher noch nicht so genau. Eine ihrer Annahmen ist, dass durch die Augenbewegungen beide Gehirnhälften stimuliert und harmonisiert werden. Der Verstand wird von den Gefühlen wieder mit ins Boot geholt. Ähnliche Augenbewegungen machen Sie übrigens von Natur aus in der Tiefschlafphase. Dadurch knüpfen Sie über Ihre Nervenbahnen Kontakt zu Ihren Tageserlebnissen und verarbeiten diese. Deshalb ist ausreichend Schlaf so wichtig für Ihre Gesundheit. EMDR ersetzt die Augenbewegungen des Tiefschlafs und kurbelt so die Selbstheilung des Gehirns an.

2.  Mehr Ausgeglichenheit durch Akupunktur: Eine andere Möglichkeit, die beiden Gehirnhälften gleichermaßen zu aktivieren, ist die Akupunktur - eine der erfolgreichsten Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Ihre Vorstellung von der Lebensenergie Qi, die Ihren Körper in harmonischen Bahnen durchfließt, sofern Sie gesund sind, ist Grundlage der Behandlung. Sind Sie im Stress oder ist Ihre Seele krank, kann das Qi nicht richtig fließen, und es kommt zu einem Stau Ihrer Lebenskraft auf den Bahnen des Qi. Mit Hilfe der Akupunktur können diese Blockaden wieder gelöst werden. Auf den so genannten Meridianen, den Energiebahnen, gibt es bestimmte Punkte, die den Mandelkern bei Angst- und Erregungszuständen beruhigen und harmonisieren. Zehn bis zwölf Behandlungen sollen der aufgeschreckten Seele die nötige Widerstandskraft zurückbringen. Hier fehlen jedoch noch die wissenschaftlichen Untersuchungen.   

3. Mehr Bewegung für Ihre Gehirnhälften: Auch Bewegung wirkt direkt auf den Mandelkern. Wenn Sie in einer seelischen oder körperlichen Krise stecken, reagiert Ihr Mandelkern nämlich wie ein überrumpelter Wachposten: Er schlägt aus lauter Panik ständig falschen Alarm. Das führt dazu, dass Sie ständig überreizt sind und auch auf Kleinigkeiten reagieren, als wären sie der Weltuntergang. Ihr Körper wird mit Stresshormonen überflutet, die vor allem durch Bewegung abgebaut werden können. Experten für posttraumatische Stresserscheinungen raten deshalb, sich beispielsweise in seelischen Notsituationen unbedingt viel zu bewegen. Denn das bremst die Ausschüttung der Stresshormone Cortisol und Noradrenalin und beruhigt die emotionale Gehirnhälfte wieder. Selbst wenn Sie sich am liebsten unter der Bettdecke verkriechen würden, laufen Sie den schädlichen Stressstoffen lieber davon. 

4. Omega-3-Fettsäuren schmieren Ihren Verstand: Die Ernährung nimmt einen wesentlichen Einfluss auf Ihre Gefühlslage. Dabei spielen nach Ansicht von David Servan-Schreiber die Omega-3-Fettsäuren eine herausragende Rolle. Denn sie werden für die Bildung von Botenstoffen, den Neurotransmittern, gebraucht. Fehlen diese ungesättigten Fettsäuren, wird beispielsweise kein Serotonin mehr gebildet, und Ihre Stimmung saust in den Keller. Alles, was Ihr Verstand sonst als „harmlos" identifizieren würde, wird nun als gefährlich eingestuft und Sie werden von negativen Gefühlen überschwemmt. Omega-3-Fettsäuren wirken unterstützend auf die Ausgeglichenheit Ihrer Psyche. 

Die hilfreichen Fettsäuren stecken vor allem in Fischöl aus Kaltwasserfischen. Experten raten deshalb zu zwei bis drei Fischmahlzeiten in der Woche. Vielen Menschen ist das jedoch zu viel. Hinzu kommt, dass aufgrund der Überfischung der Meere und der Schadstoffbelastung mancher Fischarten nicht mehr bedenkenlos zu einem so hohen Fischverzehr geraten werden kann. Als Alternative bieten sich Fischöl-Kapseln aus der Apotheke an. Die optimale Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren liegt beim Gesunden bei täglich 0,4 g. Dies entspricht 1 Fischölkapsel mit 0,5 g Fischöl. Bei akuten Problemen sind 3 bis 4 g pro Tag empfehlenswert, das sind 6 bis 8 Kapseln am Tag. Manche Experten empfehlen zusätzlich ein Vitamin-E-Präparat zu den Fischölkapseln einzunehmen. Fischöl-Kapseln gibt es von unterschiedlichen Anbietern. Ihnen gemeinsam ist, dass sie recht teuer sind und Sie diese aus eigener Tasche zahlen müssen. Lassen Sie sich dennoch nicht von irgendwelchen Schnäppchen-Angeboten etwa aus dem Internet verleiten. Kaufen Sie diese Präparate lieber in der Apotheke, denn hier erhalten Sie kontrollierte Qualität. Noch besser sind Präparate, die nur Omega-3-Fettsäuren enthalten. Diese sind jedoch verschreibungspflichtig, haben aber den großen Vorteil, dass sie keine Schwermetalle enthalten, die sich hier aus der Nahrungskette anreichern.

5. Atemtraining nimmt Ihnen die Ängste, die Ihnen die Kehle zuschnüren: Beschleunigter Puls und Atemnot sind Anzeichen einer uralten Überlebensstrategie - der völlig normalen Reaktion auf ein Stressereignis. Sie richtet Ihren Körper auf Kampf oder Flucht ein. Sobald die Gefahr vorüber ist, atmen Sie wieder gleichmäßig weiter. Bei Dauerbelastung klappt dieses Umschalten nicht mehr. Seelische und körperliche Probleme können Ihnen die Luft zum Atmen nehmen. Ihre emotionale Gehirnhälfte wittert nun „hinter jedem Busch einen Säbelzahntiger" und bringt Ihr Herz in akute Gefahr.

Atemübungen wirken direkt auf Ihr Gefühlszentrum. Atmen Sie in einem ruhigen Atemrhythmus, bedeutet dies Entwarnung für Ihre emotionale Gehirnhälfte. Das wiederum entstresst Ihr Herz. Die Gefühlsmedizin setzt dabei verstärkt auf die Herz-Atmung. Unter Anleitung können Sie lernen, so in Ihr Herz hineinzuatmen, dass es wieder in den richtigen Takt kommt. Dabei werden zusätzlich Hormone ausgeschüttet, die positiv auf Ihre Stimmung wirken.

6. Licht synchronisiert Ihre innere Uhr: Sonnenlicht ist für Ihr Gehirn beziehungsweise dessen Stimmungslage einer der wichtigsten Taktgeber. Es sorgt dafür, dass Hormone ausgeschüttet werden, die Ihre Stimmung wieder aufhellen lassen. Über die Augen gelangen die Lichtimpulse zu Ihrer Gefühlszentrale, die daraufhin ihre Hormonbildung ankurbelt. Gehen Sie täglich bei Wind und Wetter mindestens eine halbe Stunde an die frische Luft. Sie müssen sich nicht der direkten Sonne aussetzen, das normale Tageslicht ist ausreichend. In der Winterszeit kann Ihnen Ihr Hausarzt eine Lichttherapie verordnen. Günstig ist ein Urlaub im Hochgebirge. Wichtig ist, dass Sie in Ihrer Haut genügend Vitamin D entwickeln. Auch dafür ist das Sonnenlicht ausschlaggebend.

7. Der Kontakt mit lieben Menschen fördert Ihre innere Zufriedenheit: Nichts ist wichtiger für Ihre Gesundheit als die Zuneigung von und zu anderen Menschen, als das Gefühl von Nähe, Verbundenheit und Geborgenheit. In der modernen Welt bleibt dies häufig auf der Strecke. Deshalb müssen die meisten Menschen lernen, mehr Rücksicht auf das Bedürfnis des emotionalen Gehirns nach Harmonie mit anderen zu nehmen. Aufrichtig geliebt zu werden, ist das menschliche Grundbedürfnis schlechthin und eines der wichtigsten „Medikamente", die es gibt. Wenn die Beziehungen gestört sind, geraten die beiden Gehirnhälften durcheinander und machen Sie krank. Widmen Sie deshalb Ihren Beziehungen zu anderen Menschen mehr Aufmerksamkeit. Beherzigen Sie dabei vor allem drei Grundsätze: Vermeiden Sie erstens verletzende Kritik an anderen Menschen. Verurteilen Sie diese nicht, nur weil Sie sich unwohl fühlen. Versuchen Sie zweitens bei Ihren eigenen Gefühlen zu bleiben, diese zu beschreiben und dennoch objektiv zu sein. Drittens: Trennen Sie sich von Menschen, die einen negativen emotionalen Einfluss auf Sie haben, und nutzen Sie die freigewordene Zeit für positive Kontakte. Viele Menschen profitieren nach der Erfahrung von Servan-Schreiber übrigens sehr von der Anwesenheit eines Haustiers - insbesondere, wenn sie alleinstehend sind. Selbst ein kleines Tier wie ein Wellensittich oder ein Goldhamster entfaltet eine therapeutische Wirkung.


von
Sylvia Schneider

Erfahren Sie hier mehr zu Sylvia Schneider - aus dem Redaktionsteam von FID Gesundheitswissen.

 
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Kommentar von Elke Liebram

Den Artikel < mehr Bewegung für die Gehirnhälften> kann ich sehr bestätigen. Mein Partner hat mich verlassen , da er mir nicht das geben kann , was ich brauche. Ich war am Boden zerstört und fragte mich , was ich auf dieser Welt noch soll. Da ich viel spazieren gehe , um meinen Blutdruck im normalen Bereich zu halten , ging ich durch die Felder , am Rande des Waldes entlang . Nach 2 Stunden 45 Minuten war ich wieder zu Hause. Mir geht es besser , da ich die Natur genieße . Seit meiner schweren Krankheit ( 1geplaztes von 7 Aneurysmen ) plagen mich öfter Mal seelische Probleme. Die Natur hilft mir, mich besser zu fühlen. Vor allem brauche ich nur noch einen Test , um meinen Traumberuf ( 40t -LKW fahren ) wieder aufnehmen zu dürfen . Mein Chirurg ist begeistert von mir und ich bin seine Vorzeigepatientin . Liebe Grüße, Elke Liebram

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Kommentar von Marliese köster

Was das EMRD betrifft möchte ich darauf hinweisen, dass wingwave in diesem Fall sicher genannt werden sollte.. Wünschen Sie noch weitere INfO stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung MfG Marliese Köster

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Kommentar von Britta

Die Akupunktur ist sehr wohl wissenschaftlich ganz gut untersucht. Weitere Informationen unter www.daegfa.de sowie wissenschaftszentrum@daegfa.de

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Kommentar von Lieselotte Wiedemann

Es ist toll, daß immer mehr solche Möglichkeiten bekannt werden. Das große Plus-keine Nebenwirkungen die den Organismus schädigen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine weitere Methode aufmerksam machen www.basis-impuls.de, beinhaltet u.a. heilen mit Zahlen nach Grigori Grabovoi. Schauen Sie sich, probieren Sie es aus und staunen Sie. Herzliche Grüße Lilo Wiedemann

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Kommentar von beatriceraue

Endlich wird die Aufmerksamkeit auch auf die Gefühle des Patienten UND des Therapeuten gelenkt. Ich danke Ihnen sehr für diesen wqichtigen Artikel und die Hinweise auf EMTR. Ergänzend möchte ich noch bemerken: Es ist wichtig, Emotionen von Gefühlen zu unterscheiden: Emotionen sind innere Empfindungen, die aus unserem Inneren aufsteigen und uns zur Flucht oder zum Kampf verleiten, sie lösen oft Situationen aus, die notwendig sind, um zu überleben. Gefühle sind innere Empfindungen, in denen wir verweilen können, die der jeweiligen Lebenssituation angepasst sind und "stimmig". Emotionen setzen starke, aber unkontrollierte Energien frei, während Gefühle eine innere Quelle öffnen, die uns unterstützen, in eine neue innere Balance zu gelangen.

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Kommentar von Josef Schilk

Liebe Frau Schneider, Eine etwas nicht wirklich ernst gemeinte aber doch provokativ aussehende Frage am Anfang: Füllen Sie diese Seite nur mit Content oder meinen Sie auch das was hier steht. Ich spreche von diesem wie ein Dogma übermittelten Stück Informationen (da es auf bereitester Ebene von allen Medien unwidersprochen weitergegeben wird) " wir sind Gehirn" Das Gehirn ist ein Organ des Körpers der in etwa mit der Elektronik eines Autos vergleichbar ist und es ist streng genommen nicht bewiesen dass all die Dinge die dem Gehirn zugeschrieben werden irgendetwas damit zu tun haben was wir als Mensch bezeichnen. Sie sind der Fahrer dieses Autos (Körper) und nicht ihre Elektronik. Es gibt da nichts zu glauben nur zu beobachten; ich schlage folgendes kleines Experiment vor: 1. bitten Sie Ihr gegenüber seine, ihre Hand auf den Tisch zu legen (egal welche) 2. sagen Sie folgendes zu dieser Person:" ich möchte das dein Gehirn diese Hand hebt, ohne dass du es willst". Beobachten Sie was geschehen wird. Nichts! 3. Nun sagen Sie zu dieser Person:"bitte hebe deine Hand" die Hand wird sich erheben, mehr oder weniger im selben Moment. wie Sie sehen gibt es hier nichts zu glauben, das ist ein Experiment und man kann ganz genau beobachten was geschieht. Es gäbe so viele wirklich sehr interessante Themen, wie zum Beispiel: es ist allgemein bekannt das 60-80 % aller bekannten Krankheiten keine körperlichen Ursachen haben (die so genannten psychosomatischen Krankheiten) und trotzdem stürzt sich mehr als 90 % der westlichen Welt mit Gebrüll auf den Körper, auf das Hirn et cetera et cetera. Das wäre doch mal interessant das Thema. Mit freundlichen Grüßen Josef Schilk

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