Leistenbruch ist Männersache!
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Leistenbruch
vom 17.01.2008 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leser,
Leistenbrüche werden häufig durch schwaches Bindegewebe in der Bauchregion begünstigt. Also eine reine Frauensache, sollte man meinen. Das ist jedoch ein erheblicher Irrtum: Fast 90 Prozent aller Leistenbrüche betreffen Männer. Sie ziehen sich einen Leistenbruch – medizinisch Hernie – meist zu, wenn sie im Beruf stark belastet werden oder es beim Sport übertreiben.
Die Bauchwand wird ständig allein dadurch belastet, dass der Mensch aufrecht geht. Irgendwann können sich dann Bruchstellen zeigen, durch die Organe aus dem Bauchraum – etwa Darmschlingen – nach außen treten können. Das ist meist auch durch die Bauchdecke hindurch erkennbar. Wer zu viel und/oder falsch sportelt, unter chronischem Husten leidet, übergewichtig ist, schwer hebt oder tragen muss oder bei Verstopfung stark presst, baut über längere Zeit einen hohen Druck im Bauchraum auf und hat ein erhöhtes Risiko für einen Leistenbruch. Profi-Fußballer sind besonders oft betroffen.
Dass Männer von Leistenbrüchen häufiger heimgesucht werden, liegt unter anderem an ihrer Anatomie. Normalerweise befindet sich der Darm vom Bauchfell und einer festen Muskelschicht sicher umschlossen in der Bauchhöhle. Die Bauchmuskelschicht hat jedoch in der Leiste eine natürliche Öffnung, durch die der Samenleiter hindurch tritt. Bei der Frau sitzt hier das wesentlich dünnere Mutterband. Lebensgefährlich kann es werden, wenn durch diese Lücke Teile des Darms rutschen – dann kann die Blutversorgung des Verdauungsorgans abgeklemmt werden.
Bei Rauchern kommt es übrigens deutlich häufiger zu einer Störung der Bindegewebsstruktur. Ein weiterer Grund, dem Rauchen abzuschwören. Im nächsten Betrag lesen Sie, wie ein Leistenbruch heute behandelt wird.
Ihr
Helmut Erb