Leinsamen: Bei Verdauungsproblemen ein echter Alleskönner
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 22.11.2004 16:00 Uhr
GNL5356
Wenn die Verdauung nicht mehr ganz astrein funktioniert, verwenden viele Menschen Abführmittel. Aber Vorsicht: chemische Mittel sollten Sie nur kurze Zeit anwenden, denn Sie können sich ansonsten sehr schnell an diese kleinen Helferchen gewöhnen – ohne klappt dann gar nichts mehr. Der Darm wird träge und Sie könnten eventuell unter Dauerverstopfung leiden. Zudem verlieren Sie zu viele Elektrolyten. Dem Körper droht eine Unterversorgung.
Eine Alternative scheinen da natürliche Verdauungshelfer wie zum Beispiel Aloe-Extrakte oder Rhabarberwurzeln. Aber auch hier sollten Sie aufpassen, denn diese Mittelchen wirken genau so wie ihre chemischen Verwandten. Daher sollten Sie ebenfalls auf eine längere Anwendung verzichten.
Aber es gibt eine Alternative zu diesen Mitteln: Ballaststoffe sind ein Abführmittel, das Sie ohne Angst vor Nebenwirkungen oder Gewöhnung einnehmen können. Besonders geeignet sind Leinsamen, Flohsamen oder Fruchtfasern. Sie enthalten viele Quell- und Ballaststoffe, die im Darm an Volumen zunehmen. Durch diese Ausdehnung üben sie einen Reiz auf die Darmwände aus und bringen den Darm und seine Peristaltik, also das Dehnen und Zusammenziehen, die Verdauungsbewegungen, wieder in Schwung. Leinsamen sollten Sie vor jeder Mahlzeit einen Esslöffel zu sich nehmen. Dazu müssen Sie aber ein bis zwei große Gläser Wasser trinken, nur dann beginnen die Quellstoffe ihre nützliche Wirkung.
Leinsamen ist übrigens ein echter Alleskönner: Er eignet sich nicht nur bei Verstopfung, sondern auch bei Durchfall. Die Quellstoffe können so viel Wasser binden, dass sie dadurch die Stuhlkonsistenz verändern und normalisieren.
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