Legionellen-Alarm: Macht Kompost Gärtner krank?

in Naturmedizin aktuell
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Schottische Wissenschaftler warnen Gärtner davor, nach der Gartenarbeit auf das Händewaschen zu verzichten oder dies zu vergessen - vor allem nachdem sie mit Kompost gearbeitet haben. Auslöser dafür sind eine Reihe von Legionellen-Erkrankungen, die in den vergangenen fünf Jahren in Schottland aufgetreten sind. Wie die BBC berichtete, ist bereits ein Mann gestorben. Fünf weitere Personen seien erkrankt, nachdem sie mit Legionella longbeachae, einem seltenen Stamm der Bakterien, in Kontakt gekommen waren. Normalerweise tummeln sich die krankheitserregenden Legionellen in selten genutzten Wasserleitungen, Duschen und Schwimmbädern. Legionella longbeachae wird wie alle Arten der Legionärskrankheit durch winzige Wassertropfen in der Luft übertragen.


Legionella longbeachae ist in Austrialien und Neuseeland gut bekannt. In diesen Ländern tragen die Kompostsäcke Warnhinweise. Die aktuellen Fälle sind jedoch die ersten, bei denen ein Zusammenhang mit Kompost in Großbritannien bestätigt werden konnte Martin Donaghy,  medizinischer Direktor von Health Protection Scotland: "In den letzten fünf Jahren wurden drei Fälle mit Legionella longbeachae bestätigt, bei zweien ist es wahrscheinlich, bei einem möglich. Daher müssen wir Maßnahmen ergreifen, um dieses Risiko zu reduzieren."

Ärzte in ganz Großbritannien werden aufgefordert, bei Patienten mit einer ungewöhnlich erscheinenden Lungenentzündung besonders wachsam für einen möglichen Zusammenhang mit Gartenarbeit zu sein. Zu den Symptomen einer Erkrankung durch Legionella longbeachae gehören Kopfschmerzen, Durchfall und ein trockener Husten, dem sich eine Lungenentzündung anschließt. Die meisten Patienten erholen sich nach einer Behandlung wieder. Donaghy geht davon aus, dass manche Fälle gar nicht gemeldet werden.  Spezialisten untersuchen jetzt, ob kürzlich vorgenommene Veränderungen in der Zusammensetzung vom Kompost verantwortlich sein könnten. Health Protection Scotland diskutiert derzeit mit der schottischen Regierung, ob den Herstellern ähnliche Warnhinweise wie in Australien empfohlen werden sollten.


von
Sylvia Schneider

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