Langes Nuckeln kann Sprachstörungen verursachen
Dr. Andrea Schmelz in Täglich Gesund
vom 25. Januar 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Wenn Kinder zu lange am Schnuller, Daumen oder Fläschchen nuckeln, steigt das Risiko für spätere Sprachstörungen. Das legt eine amerikanische Studie an 128 Kindergartenkindern zwischen drei und fünf Jahren nahe.
Wissenschaftler der University ofWashington (Seattle/USA) legten den Eltern einen Fragebogen vor, in dem abgefragt wurde, ob und wie lange die Kinder gestillt oder ob sie mit dem Fläschchen gefüttert worden waren. Auch die Nuckelgewohnheiten wurden erhoben: Hatten die Kinder regelmäßig einen Schnuller bekommen, am Daumen genuckelt oder an einem anderen Gegenstand gesaugt? In welchem Alter hatten sie damit aufgehört?
Anschließend wurden die Kinder Sprachtests unterzogen, die ihrem jeweiligen Alter angepasst waren. Kinder, die mehr als drei Jahre lang an Schnuller, Flasche oder Daumen nuckelten, waren dreimal häufiger von Sprachstörungen betroffen.
Mein Tipp: Wenn Ihr Kind am Schnuller oder Daumen nuckelt, sollten Sie es spätestens bis zum dritten Geburtstag davon entwöhnen. Begrenzen Sie schon vorher die Nuckelzeit, indem Sie mit Ihrem Kind vereinbaren, dass es Schnuller oder Daumen nur noch zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Orten benutzen darf. So könnten Sie Schnuller oder Daumen zunächst nur noch im Haus, später nur noch im Kinderzimmer und zum Schluss nur noch im Bett zulassen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dorothea Martin (26.01. 2011 12:52 Uhr):
Nuckeln und Schnuckeln ist oft nicht nur eine suchtähnliche Angewohnheit, sondern kann auch ein Symptom, genauso wie Sprachstörungen, für mangelndes Selbstbewusstsein und oder fehlende Zuwendung taktiler, emotionaler und sprachlicher Art von Seiten der Bezugspersonen sein. Ohne die anderen Faktoren für die Sprachentwicklung zu beachten, nützt ein "Nuckelverbot" wenig.
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