Kuschelhormon schützt Ihre Gesundheit
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 29. Mai 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
Haben Sie schon einmal überlegt, wie ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Mann und Frau entsteht, das auch die Dauer der Partnerschaft positiv beeinflusst? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in etlichen Studien nach. Sie kamen übereinstimmend auf einen gemeinsamen Hauptakteur: das Hormon Oxytocin. Bekannt war das Oxytocin bislang vor allem dafür, dass es bei der Geburt die Wehen steuert, den Milcheinschuss nach der Geburt auslöst und für die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind verantwortlich ist.
Schweizer Wissenschaftler konnten nun bestätigen, dass es auch zur Bildung von zwischenmenschlichem Vertrauen wesentlich beiträgt. Sie verabreichten ihren Versuchspersonen das Hormon über die Nase und verglichen ihr Verhalten mit solchen, die kein Hormon erhalten hatten. Die „hormongesteuerten" Versuchskaninchen entwickelten wesentlich mehr Vertrauen zu ihrem Partner als die anderen.
„Damit haben wir erstmals einen Baustein der biologischen Basis von Vertrauen entdeckt", erklärt Studienleiter Michael Kosfeld. Die Hoffnung der Forscher ist es, am Ende einen Stoff in der Hand zu haben, der psychische Störungen des Sozialverhaltens wie Bindungslosigkeit oder emotionale Kälte bessern kann.
Amerikanische Forscherinnen konnten nachweisen, wie schnell der Oxytocinspiegel von Frauen in die Höhe schnellt, wenn sie von ihrem Partner liebevoll behandelt werden. Wichtig scheint es dabei zu sein, dass diese zärtliche Zuwendung passiert, ohne zwangsläufig in Sex „auszuarten". Die Wissenschaftlerinnen untersuchten Paare, die mindestens seit einem Jahr zusammen waren, Sie nahmen ihnen zunächst Blutproben ab und gaben ihnen für ein genau festgelegtes romantisches Verhaltensritual zehn Minuten Zeit.
Nach dieser Zeit der liebevollen Eintracht wurde den Paaren wieder Blut abgenommen. Während sich der Oxytocinspiegel der Männer von den zärtlichen Gefühlen unbeeindruckt zeigte, gab es bei ihren Partnerinnen einen deutlichen Ausschlag. Frauen scheinen für nichtsexuelle Zuwendung empfänglicher zu sein, glauben die Forscherinnen.
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