Kunststoffchemikalie Bisphenol A kann Fruchtbarkeit beeinträchtigen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 9. August 2010, 16:00 Uhr
GNL5356
Bisphenol A (BPA) ist ein Bestandteil von Kunststoff, der in den letzten Jahren sehr ins Gerede geraten ist. Er soll wie ein Hormon wirken und das Erbgut schädigen. Einige Länder haben das BPA mittlerweile verboten, weil es sich in Tierversuchen als schädlich für die Gehirnentwicklung erwiesen hat. Bisher reagierte die Industrie hier in Deutschland beispielsweise aber nur schleppend: Auf BPA wird kaum verzichtet, und wenn, dann nur im Bereich von Säuglings- und Kleinkinderprodukten.
Forscher haben aber nun bewiesen, dass das nicht ausreicht und das auch Erwachsene von den Auswirkungen des BPA betroffen sind: Bei Männern kann durch die Kunststoffbeimischung die Qualität der Spermien leiden.
Die Wissenschaftler der University of Michigan hatten eine Untersuchung an 190 Männern durchgeführt, die unter einer Fruchtbarkeitsstörung litten. Von diesen erhielten sie an einem Tag eine Urin- und Samenprobe. Fast die Hälfte der Männer gab nach einem Monat noch einmal eine Urin- und Samenprobe ab.
Das Ergebnis: In fast 90 % der Urinproben fand sich BPA. Bei den Männern, die die höchsten BPA-Werte aufwiesen, war die Samenkonzentration um 23 % geringer, zudem wiesen sie 10 % mehr Schäden der DNA auf. Die Forscher raten daher, auf Kunststoffprodukte soweit wie möglich zu verzichten, vor allem auf die, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Achim (09.08. 2010 16:26 Uhr):
Interessanter beitrag mit dem kunststoff, es sind ja fast 80% aller lebensmittel mit kunststoff verpackt. wenn ,man auf alle verzichten würde oha da schränkt man sich doch schon sehr ein. ich lebe in spanien, zb. das wasser in flaschen 5-8 liter , die man brauchst zum trinken. - glasflaschen gibt es nicht; auf die kann man nicht verzichten aber die sind sicher auch belastet bzw. dann auch das wasser oder ? mit freundlichen grüßen. herr schmidt
Antworten - Kommentar von Irene Seidl (09.08. 2010 17:13 Uhr):
In welchen Behältnissen soll man dann Lebensmittel für Kühlschrank oder TKT aufbewahren? Sie weisen zwar auf Probleme hin, aber Alternativen haben sie keine
Antworten - Kommentar von astrid witt (09.08. 2010 18:10 Uhr):
In welchen Kunststoffen komt BPA denn vorwiegend vor? z.B. in PET FLaschen, oder in den Verpackungen von Aufschnitt in Kühltheken, Joghurtbechern oder in den Plastikdosen, in denen man üblicherweise Reste im Kühlschrank aufbewahrt? Muss ich alle diese Kunststoffe meiden?? oder nur ausgewählte?
Antworten - Kommentar von christa (11.08. 2010 13:20 Uhr):
ist ja super der Bericht...aber welche Produkte beeinhalten dieses Mittel?....was kann ich im Haushalt ändern?....wo kommt dieses BPA vor?..bitte um Antworten danke christa
Antworten - Kommentar von Tanja (14.08. 2010 09:39 Uhr):
Hallo, ich finde den Artikel auch sehr interessant, fände aber noch interessanter in welchen Kunststoffen das BPA am meisten verwendet wird. Vor allem ob die PET-Flaschen auch stark belastet sind und ob es je nach Anbieter Unterschiede gibt. Die Festigkeit dieser Flaschen variiert ja stark. Es wäre schön, wenn sie in einem der folgenden Newsletter näher darauf eingehen könnten. Vielen Dank!
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