Krebsgefahr durch Nikotinablagerungen?
Dr. Andrea Schmelz in Täglich Gesund
vom 12. April 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Nikotinablagerungen an den Oberflächen von Räumen (z. B. Wänden, Möbeln, Teppichen), in denen geraucht wurde, können gesundheitsschädlich sein. Nach einer US-Studie bilden sich daraus durch Verbindung mit Stickoxiden aus der Luft Nitrosamine.
Diese so genannten ,,tobacco-specific nitrosamines" können mit dem Staub eingeatmet, verschluckt oder über die Haut aufgenommen werden. Nitrosamine sind erwiesenermaßen krebserregende Verbindungen. Daher ist damit zu rechnen, dass von ihnen gesundheitliche Risiken ausgehen. Es werden dazu weitere Studien durchgeführt.
Die Forscher vermuten, dass Babys und Kleinkinder besonders gefährdet sind, da die Kleinen den Schadstoff beim Krabbeln und In-den-Mund-Stecken von Gegenständen auch verschlucken. Regelmäßiges Lüften kann die gefährlichen Substanzen NICHT aus der Wohnung entfernen. Sie zersetzen sich sehr langsam, und bislang ist nicht bekannt, wie lange es dauert, bis sie abgebaut sind.
Bekannt ist hingegen, dass sich die abgelagerten Nikotinmengen mit jeder gerauchten Zigarette erhöhen, und je länger sie sich auf den Oberflächen befinden, desto giftiger werden sie. Binnen drei Stunden konnten die Wissenschaftler eine Verzehnfachung der ,,tobacco-specific nitrosamines" feststellen.
Mein Tipp: Dass Passivrauchen (,,Mitrauchen") für Ihr Kind schädlich ist, wissen Sie längst. Nach den Ergebnissen dieser Untersuchung sollten Sie Raucherräume mit Ihrem Kind auch dann meiden, wenn niemand darin raucht. Wenn Sie eine Wohnung mieten, dann möglichst eine, deren Vormieter Nichtraucher waren. Kaufen Sie keinen Gebrauchtwagen, in dem früher geraucht wurde.