Kosmetik mit Vitamin-Zusatz – ein neuer Werbegag?
unserer Amerika-Korrespondentin Susan Smith in Täglich Gesund zum Thema Kosmetik
vom 22.03.2004 16:00 Uhr
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Liebe Leser,
manchmal sieht es so aus, als ob die Bereitschaft zum Einsatz von Naturprodukten auch in die Kosmetik-Ecke eingedrungen ist – Antioxidiant-Zusätze und Vitamincremes und -lotions bringen der Kosmetikindustrie 3,2 Milliarden Dollar pro Jahr ein.
Aber können wir wirklich unsere Haut von außen mit Vitamin C oder Grün-Tee-Tinkturen nähren? Oder sind diese Produkte nur ein weiterer Weg, Kunden, die dem Jugendwahn verfallen sind, das Geld aus der Tasche zu ziehen?
Manche dieser Kosmetika können wirksam sein, aber Sie sollten sich im Klaren darüber sein, dass sie auf keinen Fall eine Gesichtsstraffung damit durchführen oder überwältigende Resultate erzielen werden. Wie auch immer, der hingebungsvolle Gebrauch von Antioxidantien kann Hautunebenheiten, wie zum Beispiel ganz dünne Falten, einen stumpfen Teint oder Alterflecken mildern.
Die wirkungsvollsten Antioxidantien-Mittel sind Retinoide, starke Vitamin-A-Derivate, die in hochkonzentriert verschreibungspflichtig sind. Sie verlangsamen den Collagenabbau, indem sie das dafür verantwortliche Enzym bremsen und können auch schon zerstörte Collagene reparieren.
Zudem schützen sie die Poren vorm Verstopfen, normalisieren die Dicke der Epidermis und lassen Pigmentflecken verschwinden.
Ein weiteres Mittel ist Rentinol. Es ist teilweise so stark wie Retinoide, ist aber frei verkäuflich. Die Hersteller drücken ihre Werbeversprechen vorsichtig aus: "das Mittel kann das Auftreten feinster Falten verhindern".
Ein weiteres großes Thema sind Hautcremes mit dem Coenzym Q10. Es handelt sich dabei um ein Antioxidant, das viele Menschen auch einnehmen, in der Hoffnung, es könnte ihr Gehirn stärken, die Herzfunktionen verbessern und den Alterungsprozess verlangsamen. Aber es gibt nur eine ganz kleine Studie über dieses Coenzym, die von einer Kosmetikfirma gesponsert wurde und in dieser Studie sahen nur wenige Menschen eine Verbesserung, wenn eine Q10-haltige Creme verwendet wurde.
Sie sollten folgende Tipps beherzigen, wenn Sie Kosmetika mit Zusätzen kaufen wollen:
- Nichts ersetzt einen Sonnenschutz. Sonnenbestrahlung ist die Wurzel allen Übels. Sie verschwenden Geld und erhöhen Ihr Hautkrebsrisiko, wenn Sie denken, dass Sie erst schutzlos in der Sonne liegen können und dann den Schaden wegcremen könnten. Das funktioniert nicht.
- Versichern Sie sich, dass das Antioxidiant als erste Zutat gelistet wird. Nur dann ist es in einer so hohen Konzentration enthalten, dass es etwas bewirken kann.
- Wenn das Mittel mehr als 40 Euro kostet, ist es zu teuer. Diese teuren Mittel riechen vielleicht besser oder fühlen sich besser an, bringen aber nicht mehr.
- Kaufen Sie kleine Mengen. Cremes mit Antioxidiant-Zusätzen sind nicht sehr lange haltbar. Bewahren Sie die Mittel an einem kühlen, dunklen und trockenen Platz auf.
- Benutzen Sie ein Serum. Dies gibt die höchste Dosis der Inhaltsstoffe an die Haut ab. Die Wirksamkeit von einem Serum liegt vor der von Creme. Danach kommen Lotions und Öle.
Vergessen Sie aber nicht, Antioxidantien auch über die Nahrung zuzuführen. Essen Sie viel Obst und Gemüse. Ihre Haut braucht nämlich beides: Etwas, das von außen und etwas, das von innen wirkt.