Kohlensäurehaltige Limonaden erhöhen Häufigkeit von Speiseröhrenkrebs
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Speiseröhrenkrebs
vom 3. September 2008, 16:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
zuckerhaltige Limonaden können die Gesundheit gefährden - auf Dauer getrunken, macht der Zucker dick, kann dadurch Diabetes und andere schwere Krankheiten verursachen. Aber wussten Sie, dass auch die Kohlensäure dieser so genannten Softdrinks eine große Gesundheitsgefahr darstellt?
Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von indischen Medizinern des Tata Memorial Hospital in Mumbai. Diese werteten Daten aus, die sie vom US-Landwirtschaftsministerium bekommen hatten. Sie fanden heraus, dass die Veränderung im Limonadenkonsum auf Dauer ein erhöhtes Krebsrisiko mit sich bringt - die Häufigkeit einer Speiseröhrenkrebsart stieg so an, wie auch Limonaden mit Zucker bei Teenagern immer beliebter wurden.
In Amerika stieg der Pro-Kopf-Verbrauch von Limonaden in den letzten 60 Jahren um 350 %. Die Zahl der getrunkenen Liter stieg von 41 in Jahr 1946 auf 186 Liter vor 5 Jahren, dem Beginn der Untersuchung. In den letzten 25 Jahren stieg auch die Erkrankungshäufigkeit am so genannten Adenokarzinom in der Speiseröhre um 470 %. Bis auf die Verzögerung von 25 Jahren waren der Anstieg des Limo-Konsums sowie die Erkrankungssteigerung identisch, als die Wissenschaftler die Werte graphisch als Kurven darstellten. In anderen Ländern, in denen ebenfalls viel süße Limo getrunken wurde, stellten die Wissenschaftler ebenfalls eine entsprechende Steigerung der Krankheitsfälle fest, in Ländern, wo es diese Getränke kaum gibt, auch keine Krankheitssteigerung.
Die Forscher vermuten, dass der Zusammenhang zwischen Limokonsum und Speiseröhrenkrebs auf den hohen Säuregehalt zurückzuführen ist, der in Magen und Speiseröhre entsteht. Denn jede Limodose, die getrunken wird, bedeutet, dass in den Schleimhäuten ein pH-Wert von unter 4 entsteht. Dieser ist bedingt durch die Mengen an Kohlensäure im Getränk, die sehr hoch ist - sie führt zu häufigem Aufstoßen. Das kann zu einer Schleimhautveränderung führen, die den Speiseröhrenkrebs begünstigt.
Übrigens: die Untersuchung bezog sich nur auf Softdrinks - Wasser mit Kohlensäure hatte diese Folgen nicht.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner