Kohlenhydrate und Vitalstoffe schenken Ihnen Energie und starke Nerven
Dr. Michael Spitzbart in Täglich Gesund zum Thema Kohlenhydrate
vom 27. April 2011, 16:00 Uhr
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Ungesundes Essen überwiegt in Stressphasen. Es muss schnell gehen, da scheint so genanntes Fast Food genau das Richtige zu sein. Und der Schokoriegel macht glücklich und liefert neue Energie. Das hat uns die Werbung ja auch über Jahre hinweg versprochen. Aber nicht alle Versprechen sollten Sie glauben - schon gar nicht die der Schokoladenindustrie. Denn der kleine braune Riegel lässt Ihren Blutzucker schnell und rasch ansteigen. Die Folge: Es wird viel Insulin ausgeschüttet, um Ihren Blutzuckerspiegel schnell wieder zu normalisieren. Dadurch fällt er wieder - allerdings tiefer, als er vorher war. Die Folge: Sie fallen nun geistig in ein tiefes Loch und sind noch unkreativer als vorher.
Essen Sie wie ein Ausdauersportler
Ich sage meinen Patienten immer: „Wenn Sie unter Stress stehen, müssen Sie essen wie ein Leistungs-Ausdauersportler." Das beschreibt es eigentlich sehr gut. Sie brauchen eine spezielle Nahrungszusammensetzung: Zwei Drittel dessen, was Sie täglich zu sich nehmen, sollten aus Gemüse, Kartoffeln, Obst, Vollkornbrot, -reis und -nudeln bestehen. Eine solche Ernährung hat ihren Grund: Diese Lebensmittel sind nicht nur reich an Vitalstoffen, sondern auch an Kohlenhydraten.
Aus diesen wird im Körper Glykogen hergestellt - der Stoff, den Ihr Gehirn zum Denken dringend braucht. Forscher haben entdeckt, dass nicht nur der Glykogenspiegel bei einer kohlenhydratreichen Ernährung dreimal so hoch ist wie bei Menschen, die sich überwiegend fettreich ernähren. Sie sind auch körperlich und geistig dreimal so leistungsfähig, wenn Sie viele Kohlenhydrate zu sich nehmen.
Essen Sie sich glücklich
Es gibt aber noch ein zweites Argument, warum Kohlenhydrate so wichtig für Sie sind. Sie sorgen für gute Laune. So können Sie besser mit Stress umgehen. Der Grund dafür: Durch ine kohlenhydratreiche Ernährung wird im Körper das Hormon Serotonin gebildet. Und das lässt Sie nicht nur kreativ denken, sondern macht Sie auch glücklich.
Vitalstoffe: Ihr Schutzschild gegen Stressfolgen
Neben Kohlenhydraten sind auch bestimmte Vitalstoffe wichtig für Sie, um sich vor negativen Stressfolgen zu schützen.
- Vitamin A. Es schützt Sie vor freien Radikalen, die durch Stress in großer Zahl entstehen. Diese greifen Ihre Körperzellen an und schädigen so das Erbgut. Vitamin A finden Sie in Leber, Karotten, Kürbis, Kohlsorten und Paprika.
- Vitamin B1. Es sorgt nicht nur für einen Energieschub, sondern beruhigt auch Ihre Nerven. Haferflocken sind besonders reich an Vitamin B1, darüber hinaus ist es vor allem in Vollkornprodukten enthalten.
- Vitamin B2. Durch dieses Vitamin werden die gesundheitsschädlichen Stresshormone ausgebremst. Zudem sorgt es in Ihrem Körper dafür, dass Sie die Energie, die Sie durch die Nahrung aufnehmen, optimal verwerten können. Milchprodukte, Lachs, Vollkorn, Eier und Mandeln enthalten viel von diesem Vitamin.
- Vitamin B3. Mit diesem Vitamin sorgen Sie dafür, dass Ihr Nerven-Stoffwechsel funktioniert. Zudem lässt es Sie ruhig und tief schlafen. Enthalten ist es in Geflügel, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten.
- Vitamin B5. Durch dieses Vitamin wird im Körper die Produktion von stressmindernden Hormonen angeregt. Zudem fördert es die Gewinnung von Energie aus der Nahrung. Zu finden ist es in Leber, Sonnenblumenkernen, Walnüssen und Vollkorngetreide.
- Vitamin B6. Es schützt Sie vor rascher Erschöpfung und hält Ihre Nerven stark. Ihr Körper kann Vitamin B6 zwar im Darm selbst herstellen, ist aber nicht in der Lage, es zu speichern. So müssen Sie es dennoch ausreichend über Ihre Nahrung zuführen. Sehr gute Vitamin-B6-Quellen sind Avocados, Fisch, Vollkorn, Geflügel und Weizenkeime.
- Vitamin B12. Auch dieses B-Vitamin brauchen Sie für starke Nerven. Enthalten ist es in allen tierischen Lebensmitteln, also in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten.
- Vitamin E. Es bietet Ihnen einen Schutz vor freien Radikalen und somit vor schweren Zellschäden. Enthalten ist es in kaltgepressten Pflanzenölen. Aber auch Bananen und Sojabohnen enthalten viel Vitamin E.
- Folsäure. Sie regt die Bildung von neuen roten Blutkörperchen an. So wird Ihre Leistungsfähigkeit deutlich gesteigert. Gute Folsäurequellen sind dunkelgrüne Gemüsesorten, aber auch Weizenkeime.
- Kalium. Es stärkt Ihre Nerven deutlich. Enthalten ist es in Äpfeln, Brokkoli, Milch und Kohlrabi.
- Kupfer. Dieser Mineralstoff versorgt Sie mit frischer Energie, was bei Stress besonders wichtig ist. Essen Sie für eine ausreichende Kupferversorgung Weizenkeime und frisches Obst.
- Magnesium. Nicht umsonst wird dieser Mineralstoff als „Salz der inneren Ruhe" bezeichnet. Es beruhigt Ihre Nerven deutlich. Leider aber wird es durch die Stresshormone aus Ihren Zellen gespült - Sie brauchen dann dringend Nachschub. Enthalten ist besonders viel Magnesium in Bananen, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Vollkornprodukten, Salat und Tomaten.
- Phosphor. Mit diesem Stoff erhalten Sie neuen Schwung. Sie denken plötzlich wieder positiv. Enthalten ist er in Weizenkeimen, Soja, Tunfisch, Obst und Gemüse.
- Zink. Ein wichtiger Mineralstoff, der Angst, schlechter Laune und Nervosität entgegenwirkt. Zu finden ist er in Austern, Haferflocken, Linsen, Vollkornprodukten und Nüssen.
Sie sehen, es gibt viele Gründe, warum Sie auf Fast Food verzichten und lieber den Obst- und Gemüsehändler aufsuchen sollten. Er ist Ihr Partner im Kampf gegen Stress.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Roger Baldinger (28.04. 2011 19:29 Uhr):
Interessante Aspekte werde mal schauen ob ich es fertigbringe die Ernährung dementsprechend anzupassen. Vielen Dank für die wertvollen Tipps
Antworten - Kommentar von Jokerle (30.04. 2011 11:11 Uhr):
Das ist ein echt hilfreicher Aufsatz! Was mich persönlich noch interessieren würde, wäre eine Aufstellung über die besonders "vitamin- und mineralstoffraubenden" Tätigkeiten bzw. Nahrungsmittel. Ich konsumiere zB übermäßig viel Kaffee - mich würde daher interessieren, was ich, um den spezifischen Folgen entgegenzuwirken, tun kann, - ja, weniger Kaffee wäre auch eine Lösung.
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