Können Sie Prostata-Erkrankungen durch Ihre Ernährung vorbeugen?
Dr. Dietmar Kowertz in Täglich Gesund
vom 15. August 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Der Hauptrisikofaktor für ein Prostataleiden ist das Alter. Bei nahezu jedem über 90-Jährigen kann ein Prostata-Karzinom nachgewiesen werden, und zwar überall auf der Welt. Die Ausbreitung der aggressiven, schnell voranschreitenden Form ist jedoch regional unterschiedlich, was auf Umwelteinflüsse schließen lässt. Allerdings wurden bisher keine einzelnen Ernährungsfaktoren identifiziert, die als vorbeugend angesehen werden könnten. Nicht einmal der Verzehr von Obst und Gemüse hatte in der europäischen Ernährungsstudie EPIC, an der 500.000 Menschen teilnahmen, einen Einfluss auf die Erkrankungshäufigkeit.
Dennoch lassen sich aus verschiedenen, auch kleineren Studien ein paar einfache Zusammenhänge benennen und Empfehlungen für die tägliche Ernährung ableiten.
Tipps zur Verringerung Ihres Prostata-Krebsrisikos:
- Vermeiden Sie eine überhöhte Energiezufuhr, speziell durch fetthaltige Nahrungsmittel. Streben Sie dauerhaft Ihr Normalgewicht an. Bauen Sie Übergewicht durch körperliche Aktivität, z.B. durch Joggen, Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren, ab. Trainieren Sie vier bis fünfmal wöchentlich, jeweils eine halbe bis dreiviertel Stunde.
- Pflanzen enthalten bioaktive Substanzen, die die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen, z.B. das Lycopin aus Tomaten, das Sulforaphan aus Brokkoli oder die Polyphenole aus grünem Tee und Sojaprodukten.
- Vitamin D und Selen als Nahrungsergänzung reduzieren das Risiko. Empfehlenswerte Dosis: 600 bis 800 Internationale Einheiten Vitamin D sowie 200 μg Selen pro Tag.
- Achten Sie auf Ihre Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren. Setzen Sie statt roten Fleisches öfter mal Seefisch auf Ihren Speiseplan (mindestens zweimal pro Woche).
- Studien zeigen immer wieder, dass Männer, die Sport treiben oder regelmäßig körperlich aktiv sind, seltener mit Prostata-Vergrößerungen zu tun haben als inaktive. Hervorragend geeignet sind Gymnastik, Wandern, Schwimmen, Nordic Walking oder Gerätetraining. Üben Sie drei- bis fünfmal die Woche jeweils 45 Minuten. Wegen der Unterbauchbelastung weniger geeignet sind Reiten und Radfahren.
ähnliche Beiträge
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Kunkel (15.08. 2011 16:36 Uhr):
Da bin ich anderer Ansicht, gesund ernähren, aber alle Getreideprodukte weg lassen, denn Getreide ist besonders schädlich für die Prostata. Auch kann ich das Fahren mit einem Liegerad sehr empfehlen, weil damit die unteren Regionen nicht belastet werden.
Antworten - Kommentar von Dr Ing Bernd Meißner (15.08. 2011 16:56 Uhr):
Ich stelle leider immer wieder fest, dass mit Zahlenwerten geschlampt wird. Das erhöht keinesfalls das Vertrauen in die Informationen, die Tätigkeit eines Arztes oder eines Richters. In Ihrer e-Mail haben Sie das "µ" beim Selen vergessen, schreiben Sie es notfalls aus. Punkt-Absatz 1 und Absatz 5 enthalten Widersprüchliches zum Radfahren. Ich habe in meiner Jugend 10 000 km pro Jahr gefahren und habe heute Probleme mit Roll-Sehnenanschlüssen der Beckenbodenmuskulatur am Steissbein. Es ist kein Ischias, wie einem jeder Arzt einreden möchte. Ich habe weiterhin in Blutbildern von Ärzten völlig irre Dimensionsangaben gelesen, sind es nur die Schreibkräfte? Ebenso in Unterhaltsberechnungen von Familiengerichten. Wenn man in Revisionsverhandlungen dies kritisiert, wird einem über den Mund gefahren: Wir rechnen sowieso anders. Mathematik in dieser Ebene ist eindeutig und nicht verhandelbar. Ein bischen mehr Sorgfalt und liebe Grüße Bernd Meißner
Antworten - Kommentar von Scheder (15.08. 2011 16:59 Uhr):
In der E-Mail-Ausgabe steht nicht 200 Mikrogramm, sondern 200 Gramm, was offensichtlich falsch ist. Trotzdem: empfehle Korrekturhinweis an die Leserschaft. MfG Scheder
Antworten - Kommentar von Peters ursula (15.08. 2011 17:01 Uhr):
In der mir zugesandten EMail stand: empfohlen werden 200g Selen am Tag - Hoffentlich probiert das keiner aus!!!!!
Antworten - Kommentar von Gisela Kolbe (15.08. 2011 17:10 Uhr):
Im Text in der E-Mail werden zur Reduzierung des Risikos pro Tag 200 g Selen empfohlen und nicht wie oben 200 μg!!
Antworten
- Kommentar von lueth (15.08. 2011 18:18 Uhr):
200g Selen/Tag dürften nicht besonders gesund sein. 200µg/Tag dürften eher korrekt sein
Antworten - Kommentar von Rolf Dippel (15.08. 2011 19:12 Uhr):
Achtung Druckfehler- Bei Einnahme SELEN stehen 200 g Soll bestimmt mg heißen. Gruß
Antworten - Kommentar von Werner Lange (15.08. 2011 21:22 Uhr):
200 g Selen täglich dürfte doch ein wenig zu viel sein.
Antworten - Kommentar von Karl Keck (18.08. 2011 18:28 Uhr):
200 Gramm Selen pro Tag??? Selen ist giftig! In Wikipedia lese ich, dass Selen als Nahrungsergänzung umstritten ist. Karl Keck
Antworten