Knoblauch putzt Ihre Adern frei und schützt Ihr Herz
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Knoblauch
vom 21. Oktober 2008, 16:00 Uhr
GNL5356
Alle Lauchgewächse haben es heute zu großem Ruhm in Sachen Lebensverlängerung gebracht. Insbesondere der Knoblauch (Allium sativum) führt die Riege der Gefäßschützer an. Er stärkt sowohl Herz als auch Immunsystem und soll sogar Krebs bekämpfen. Noch längst ist nicht alles erforscht, was Knoblauch für Sie tun kann.
Schon im antiken Ägypten wusste man die wundersamen Heilkräfte der duftenden Knolle zu schätzen: Allein aus einer Papyrusrolle aus der Zeit um 1.500 vor Christus sind über 200 heilsame Rezepturen überliefert. Auch die alten Römer und Griechen sollen Knoblauch aus Gesundheitsgründen in Unmengen verputzt haben. Ayurvedische Ärzte empfahlen ihn als Herzschutz und gegen Rheuma, in China und Japan wurde er bei Bluthochdruck verordnet. Knoblauch gilt seit altersher als Jungbrunnen und Liebesmittel. Er stärkt und verleiht Energie, steigert die Vitalität und die Lebensfreude. Im 1. Weltkrieg wurde Knoblauch gegen Tuberkulose, Ruhr, Typhus und bei eiternden Wunden eingesetzt, im 2. Weltkrieg galt er als Mittel gegen Wundsepsis und -brand. Heute hält Knoblauch die Wissenschaft auf Trab. Denn er hat eine Fülle guter und gesunder Eigenschaften, die inzwischen wissenschaftlich vielfach nachgewiesen werden konnten. Der spöttische Spruch Knoblauch macht alt, aber einsam" ist zumindest für den ersten Halbsatz bewiesen.
Knoblauch soll sogar das Krebsrisiko mindern
Kürzlich stellten russische Forscher fest, dass Knoblauch die Reparatur von Erbschäden lostreten" kann. Bestimmte Wirksubstanzen schützen die Erbsubstanz als so genannte Radikalfänger, wirken also antioxidativ - das war bereits bekannt. Dass sie jedoch offenbar sogar die Instandsetzung beschädigter Gene unterstützen können, wird von vielen Wissenschaftlern als Sensation gewertet. Knoblauch mindert nach bisherigem Wissensstand das Krebsrisiko, indem es Krebs auslösende Stoffe unschädlich machen kann.
Wissenschaftlich erwiesen sind seine antibakteriellen Wirkungen und seine Fähigkeiten, das Immunsystem zu stärken. Darüber hinaus hat er eine günstige Wirkung auf den Cholesterinspiegel, indem er den ungünstigen LDL-Anteil im Blut senkt und Ablagerungen in den Gefäßen verhindert. Knoblauch kurbelt die Verdauung an und kann möglicherweise auch Darmkrebs verhindern. In Ländern, in denen reichlich mit Knoblauch gewürzt wird, tritt seltener Magenkrebs auf. Das soll an seinen Schwefelverbindungen liegen, die Nitrosamine unschädlich machen. Knoblauch soll sich auch als Blutverdünner verdient machen, den Blutzuckerspiegel senken, die Herztätigkeit anregen, Zahnschmerzen lindern und Stresssymptome killen. Zudem wirkt er gegen Pilzinfektionen und regt die Heilung von Lungenerkrankungen an.
Schwefelhaltige Verbindungen sorgen für den Duft"
Ihren durchdringenden Geruch verdankt die Knolle dem Umstand, dass sie sich selbst vor dem Gegessenwerden schützen will: Die wichtigste schwefelhaltige Verbindung des Knoblauchs ist das geruchlose Alliin. Wenn das Fleisch der Zehen auch nur geringfügig verletzt wird, wird das Enzym Allinase freigesetzt und macht aus Alliin geruchsintensives Allicin. Aus dem Allicin entstehen weitere schwefelhaltige Verbindungen - etwa das Ajoen, eine Substanz, die beim Kochen entsteht. Die übel riechenden Substanzen werden im Körper umgewandelt, abgebaut und dann ausgeschieden. Deswegen riechen Sie nach dem Genuss von Knoblauch nicht nur aus dem Mund, sondern duften gewissermaßen aus jeder Pore.