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Sebastian Kneipp: Alles was Sie wissen sollten

Sebastian Kneipp hat wertvolles medizinisches Wissen hinterlassen. Hier finden Sie alles über die Kuren und Anwendungen nach Sebastian Kneipp.

Sebastian Kneipp war ein bayrischer Priester und Hydrotherapeut. Er bereicherte im 19. Jahrhundert die Naturmedizin mit seinem einzigartigen Heilsystem. Dieses entdeckte er während einer schweren Tuberkuloseerkrankung auf der Suche nach Heilung und entwickelte es weiter.

Kneipp-Statue in Bad Wörishofen© kaschwei – Fotolia

Die fünf Säulen der Kneipp-Therapie

Auch wenn man heutzutage mit dem Begriff Kneipp vor allem die Wasseranwendungen in Verbindung bringt, handelt es sich dabei um ein komplexes Behandlungsverfahren. Es gründet sich auf fünf Säulen:

  1. Hydrotherapie; bekannteste Anwendungen: Wassertreten und Kneippgüsse
  2. Ernährungstherapie; empfiehlt eine ausgewogene und vollwertige Ernährung
  3. Bewegungstherapie
  4. Phytotherapie; nutzt die Heilkräfte von Pflanzen
  5. Ordnungstherapie; ganzheitliche Lebensphilosophie

Allen Therapien nach Kneipp liegt die Annahme zugrunde, dass der Körper auf Reize reagiert, die man wiederum zur Behandlung nutzt.

Integration in den Alltag

Das Heilsystem nach Kneipp kommt sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung bereits bestehender Beschwerden zum Einsatz. Auch wenn die Wirksamkeit nicht eindeutig bewiesen ist, deuten erste klinische Studien auf eine Linderung diverser Leiden sowie eine Verbesserung der Lebensqualität hin.

Elemente des Systems können und sollen mit Leichtigkeit in den Alltag integriert werden. Für eine intensivere Behandlung führt man in anerkannten Kneippkurorten Kneippkuren durch. Dabei unterzieht sich der Patient drei bis vier Wochen lang täglichen Behandlungen.

Anwendungsgebiete der Hydrotherapie

Die Hydrotherapie wirkt vor allem stärkend, vorbeugend und Beschwerden lindernd. Sie ist eine große Hilfe bei oder für Folgendes:

  • Immunsystem
  • Atmungssystem
  • Herz-Kreislaufsystem
  • Venenleiden
  • Hitzewallungen / Schweißausbrüche
  • Hormonhaushalt
  • Schlafstörungen
  • Abgeschlagenheit / Müdigkeit
  • Wetterfühligkeit / Temperaturschwankungen
  • depressive Verstimmungen
  • Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Mastopathie

Kneipp-Güsse: So führen Sie diese zu Hause durch

So macht man Kneipp-Güsse selbst zu Hause

Wichtig ist für Kneipp-Güsse zunächst einmal, dass Sie Ihre Dusch- oder Badewanne mit einer rutschfesten Unterlage auskleiden. Dann schrauben Sie vom Duschschlauch den Kopf ab und legen ihn beiseite.

Sorgen Sie dafür, dass ihre Haut zu Beginn durch Reibung, Massagen oder Bewegung angewärmt ist. Beginnen Sie die Bäder immer mit der rechten, vom Herzen weiter entfernten, Seite des Körpers. Bleiben Sie nicht länger als 5 Minuten im warmen Wasser und nicht länger als 10 Sekunden im kalten Wasser stehen.

Für die erste, die warme Anwendung, sollte die Wassertemperatur rund 36 bis 38 Grad betragen. Fangen Sie mit dem rechten Bein an: gießen Sie das Wasser an der Außen- und Rückseite von Unter- und Oberschenkel entlang bis hoch zu Ihrem Gesäß; dann führen Sie den Duschschlauch wieder abwärts, an der Innenseite Ihres Beines bis zum Fuß zurück. Nun machen Sie das gleiche am linken Bein.

Nun wechseln Sie die Temperatur des Wassers; es sollte rund 16 bis 18 Grad kühl sein und wiederholen die Anwendung. Während Sie sich aber bei der Warmwasser-Behandlung ruhig Zeit lassen können, sollten Sie die Anwendung mit kaltem Wasser recht schnell durchführen; Sie dürfen auf keinen Fall dabei frieren. Nach Belieben können Sie nun die Behandlung mit Warm- und Kaltwasser wiederholen; den Abschluss sollte der kalte Guss bilden.

Kneipp-Güsse sind gut für die Gefäße

Diese Güsse sind besonders als Einschlafhilfe zu empfehlen, aber haben auch eine kräftigende Wirkung auf das Gefäßsystem. Zudem können sie als Unterstützung einer Behandlung von Hüftgelenkarthrose und Muskelrheuma eingesetzt werden.

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