Klette: Wurzelextrakte beugen Nagelpilz und Ekzemen vor
Täglich Gesund
vom 03.07.2006 16:00 Uhr
GNL5356
Die zweijährige Klette (Arctium lappa syn. Arctium major) gehört zur großen Familie der wilden Korbblütengewächse (Asteraceae). Charakteristisch sind die großen, herzförmigen Blätter und der ca. 60 cm lange kantige behaarte Blütenstängel. An seiner Spitze erscheinen im Juni die "Kletten", wie die violetten Blüten mit ihrem Strahlenkranz aus feinen Widerhaken im Volksmund genannt werden.
Zu medizinischen Zwecken dient vorwiegend die Wurzel – in alten Kräuterbüchern meist Radix Bardanae genannt –, die den höchsten Wirkstoffgehalt aufweist. Samen und Blätter spielen heute nur noch eine kleine Nebenrolle.
Das sind die Hauptinhaltsstoffe der Klette:
- Glykoside, z. B. Inulin
- Flavonoide
- Harze, Gerb- und Bitterstoffe
- Schleimstoffe
- ätherische und fette Öle
- Alkaloide (v. a. Sitosterin)
Diese Inhaltsstoffe wurden – wenn auch in unterschiedlicher Konzentration – in allen Pflanzenteilen nachgewiesen. Einzige Ausnahme: Die fetten Öle kommen nur in den Samen vor.
Die Klette gehört zu den natürlichen Antibiotika
Klettenextrakte können anerkanntermaßen das Wachstum von Bakterien v. a. auf der Haut hemmen. Erste Hinweise auf eine krebsschützende Wirkung des Wurzelextraktes konnten dagegen bislang wissenschaftlich nicht sicher belegt werden.
So wirkt die Klette:
- antibiotisch
- pilzhemmend
- leicht abführend
- leicht entwässernd
- schweißtreibend
- wundheilend
- galletreibend
Während die Klette in der Volksheilkunde hauptsächlich innerlich als harntreibendes und "blutreinigendes" Mittel eingesetzt wurde, dient sie heute vorwiegend der äußerlichen Behandlung von trockenen Hautleiden. Nur in homöopathischer Form und zur Anregung der Verdauung werden Klettenzubereitungen eingenommen.
Bei diesen Beschwerden sollten Sie an die Klette denken:
- trockene Kopfschuppen mit und ohne Haarausfall
- trockene, glanzlose Haare
- trockene, schuppende Ekzeme, auch der Kopfhaut
- Pilzerkrankungen der Haut, auch Fuß- und Nagelpilz
- unreine Haut inkl. Akne in den Wechseljahren
- schlecht heilende Wunden
- Darmträgheit
- Gallensaftmangel
Die Homöopathie und die Traditionelle Chinesische Medizin wenden Klettensamen (chin.: Niu bang zi) auch bei trockenen Erkältungsbeschwerden, z. B. Halsschmerzen und schleimlosem Husten, an. Bei Einhaltung der empfohlenen Tagesdosis sind keine Nebenwirkungen der Klette zu erwarten. Eine Anwendung der Klette – wie auch allen anderen Hausmitteln – ist bei eitrigen Wunden nicht zu empfehlen. Suchen Sie bei diesen Beschwerden stets ärztlichen Rat!
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