Kleine Sünden sind erlaubt
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 6. Januar 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Die kleinen „Alltagsdrogen" - zu denen auch Kaffee und Tee gehören - verschaffen Ihnen kleine Fluchten und Lustgefühle, die Sie brauchen, um gesund zu bleiben. Damit stabilisiert sich auch das Immunsystem. Die Fachzeitschrift „Psychologie heute" analysiert sogar: „Auch wenn es frivol in den Ohren der Gesundheitserzieher klingen mag: Viele Alltagsdrogen haben eine präventive Wirkung, weil sie den Menschen kleine Inseln der Entspannung und des Lebensgenusses bieten, aber ihnen auch ermöglichen, dem Leistungsdruck und dem Stress standzuhalten, dem sie ausgesetzt sind."
Den Menschen die kleinen Sünden abgewöhnen zu wollen - und sei es auch „um der Gesundheit willen" - sei unmenschlich und unrealistisch. Denn es reduziert sie auf die reine Willenskraft und Selbstbeherrschung und löst damit Stress aus, der die Abwehrkraft des Körpers schwächt und anfälliger für Krankheiten macht. Auch wer sich ständig als Versager fühlt, weil er sich nicht beherrschen kann, tut seiner Gesundheit nichts Gutes. Dagegen kann das genussvoll geschlemmte Stück Schwarzwälder Kirschtorte, das kühle Bier an einem heißen Sommerabend, das gut gebratene Bio-Steak, in das Sie herzhaft hineinbeißen, zur Medizin für Körper und Nerven werden. Denn das, was Ihnen Freude macht, ist nur im Übermaß genossen schädlich.
Wie sehen Sie das? Das interessiert mich! Bitte schreiben Sie mir!
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Lanz A (06.01. 2011 07:16 Uhr):
Instinkt an sich ja, aber leider ist er zugeschüttet. Je länger man etwas falsches isst um so intensiver wird die Gewohnheit und um so eher hält man das dann instinktmässig für richtig. Kleine Sünden: Wer aufmerksam ist, merkt, dass er erste Schluck Bier am heissen Tag Durst löscht, jeder weitere Schluck aber nur noch schal und widerlich ist. Das gilt auch für Kaffee: der erste Schluck weckt, die weiteren sind wie ein Geiselzwick.
Antworten - Kommentar von Wiesmath Walter (06.01. 2011 09:37 Uhr):
Entspricht meinen Erfahrungen. Ist jedoch unbedingt mit dem vorhergehenden Artikel über das Hungergefühl zu verbinden. Das Würzen mit Kräutern, der Verzehr von rohem Gemüse und Obst sorgen dafür, dass der Körper genügend Vitalstoffe bekommt und dadurch vermieden wird, dass aus den kleinen Sünden eine Sucht wird. Mac Donald fördert diese Sucht! Mit freundlichen Grüßen Walter Wiesmath
Antworten - Kommentar von Ruedi Buser (06.01. 2011 10:18 Uhr):
Das ist etwas vom Besten, das ich in der Flut der Ernährungsempfehlungen und Ratschlägen gelesen habe. Es gibt ein Buch mit dem Titel "Kampf dem Ernährungstod", das u.a. genau dieses Gleichgewicht zwischen Stress und Geniessen hervorhebt, um gesund zu bleiben. Auch ist das Buch bezüglich des neuesten Dioxinskandals besonders aktuell. Wir scheinen aus diesen Fällen nichts zu lernen. Schuld daran ist wohl der immer grösser werdende Preisdruck auf Lebensmittel.
Antworten - Kommentar von Wunderlich (06.01. 2011 11:39 Uhr):
Dazu passt ein von mir verfaßter Spruch, den ich meinen Studenten immer als Erstes beim Thema richtige Ernährung und Lebensführung vermittelt habe: "Ein ungesundes Essen mit Genuß gegessen gibt den Körper mehr als ein gesundes Essen mit Widerwillen!" Wir sollten uns nicht so verkrampfen beim Thema gesundes Leben Prof. Dres. D. Wunderlich Molekularbiologe Lehrinstitut Dietmetic, Iserlohn
Antworten - Kommentar von Herr Schmieder (06.01. 2011 11:58 Uhr):
Hallo, erst einmal ein gesundes Neues Jahr und viel Erfolg. Ich finde Ihre Artikel über die Gesundheit sehr interessant und für jede Person handlungsfähig und nutzungsfähig. Ich meine, das Kaffeetrinken und die kleinen Sünden sollte man beibehalten. Ich mache es jedenfalls so. Sonst kann man sich im freien Willen gegenüber von Ärzten nicht mehr äußern. Gruß Herr Schmieder
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- Kommentar von Monika Sitorius (06.01. 2011 17:45 Uhr):
Sehr geehrte Frau Schneider: Natürlich geht es immer ums rechte Maß! Alle Weisen der Vergangenheit und Gegenwart wussten und wissen das. Doch wenn man es wirklich finden will, kommt man nicht darum herum, sein Bewusstsein zu schärfen und somit eben auch "Selbstbeherrschung" zu üben. Dabei geht es nicht um die Abschaffung von kleinen Alltagssünden, sondern um die Sensibilisierung aller Sinne, die im Endeffekt dazu führt, dass man einen Mittelweg entdeckt, der einen davor bewahrt, das rechte Maß zu verlieren. Übrigens das Wort "Alltagsdroge" finde ich unpassend, es bietet zu viele Möglichkeiten für Missverständnisse. Drogen in kleinere und größere zu unterteilen, finde ich makaber. Bei vielen Leuten gehört die Zigarette eben auch zur "kleinen Alltagsdroge"! Mit oft fatalen Folgen! Freundlichst Monika Sitorius
Antworten- Antwort von beate schmitter (07.01. 2011 12:44 Uhr):
Liebe Frau Sitorius, da stimme ich Ihnen sehr zu: mit der Wortwahl geschieht Manipulation. Daher sollte man dem "anderen Blickwinkel" wohl nicht durch so negativ belastete Formulierungen Ausdruck geben: Kaffee, Glas Alkohol o.ä. bewußt getrunken ist keine Droge im eigentlichen Sinn.. viele Grüße B.S.
- Antwort von beate schmitter (07.01. 2011 12:44 Uhr):
- Kommentar von beate schmitter (06.01. 2011 18:34 Uhr):
Liebe Sylvia Schneider, Willenskraft und Selbstbeherrschung zu üben lohnt sich, weil derjenige, der gelernt hat, sich zu beherrschen, mit den Anfechtungen z.B. der "Alltagsdrogen" leichter fertig wird. Hildegard von Bingen sagt ja: "Tu Deinem Körper Gutes, damit die Seele gerne darin wohnt." Das Gute muß wohl jeder für sich selbst verantwortlich herausfinden. Es kommt immer darauf an, mit welcher Motivation ich die Tasse Kaffee, das Stück oder gar die halbe Schokolade gierig oder genüßlich zu mir nehme. So sinnvoll Selbstbeherrschung ist, sie sollte nicht aus dem Gefühl der Wertlosigkeit, der Angst o.ä. geübt werden, sondern aus der Überzeugung heraus, darin das Beste für sich zu tun. Ich gönne mir jedenfalls weiterhin meine Tasse Kaffee am Morgen und nachmittags auch als Yogi, Schokolade tut mir auch meistens gut. Nur mit einem Gläschen Alkohol zusammen, - tu ich mir nichts Gutes. Liebe Grüße Beate Schmitter
Antworten - Kommentar von LisaM (08.01. 2011 21:09 Uhr):
Hallo, Frau Schneider, zu dem Artikel eine kleine Geschichte: Es gab eine Zeit, da ging es mir geldlich ziemlich schlecht, ich arbeitete 13 Stunden am Tag und hatte gerade das Nötigste zum Leben.Trotzdem habe ich mir bei jedem Besuch meiner Tankstelle; - das Auto brauchte ich für die Arbeit, einen Riegel Ferrero Küsschen geleistet. Sie glauben gar nicht, wie mir dies in jener Zeit geholfen hat! Eine gute Seele riet mir dann, doch eine Großpackung zu kaufen und mir dann einmal in der Woche die entsprechende Anzahl daraus zu gönnen.DAS hätte garantiert nicht funktioniert; die Packung hätte ich genauso schnell erledigt wie die fünf Stück des Riegels! Das Mehrgeld habe ich gern ausgegeben. Freundlichen Gruß nach Bonn
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