Klare Strukturen sind für die Alzheimer-Erkrankten besonders wichtig
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Alzheimer
vom 23. September 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Genauso wichtig ist es aber auch, Alzheimerkranke nicht abzuschieben, sondern soweit wie möglich im normalen Leben zu halten. Von besonderer Bedeutung ist die klare Strukturierung des Alltags:
- Legen Sie Wert auf Regelmäßigkeit und Rituale: Feste Orte für bestimmte Gegenstände, verlässliche Essenszeiten und feste Zeiten für soziale Kontakte oder Spaziergänge geben den Betroffenen den notwendigen Halt und integrieren sie länger im normalen Alltag.
- Bauen Sie Erinnerungshilfen: Einfache Symbole an Türen und Schränken, schriftliche Anleitungen oder Listen der täglichen Alltagsarbeiten etwa sind wichtige Erinnerungshilfen, die es ermöglichen, länger selbständig zu bleiben.
- Bemühen Sie sich um klare Formulierungen: Komplizierten Gedankengängen können die Betroffenen meist nicht mehr folgen. Kurze einfache Sätze ermöglichen Ihnen hingegen eine weitere Verständigung. Geben Sie immer nur eine Anweisung oder Aufforderung auf einmal.
- Sorgen Sie bei beginnender Verwirrung vor: In fortgeschrittenen Stadien sollten die Kranken ein Armband, ein Notfallamulett oder Ähnliches tragen, auf dem deutlich Name und die Telefonnummer der Angehörigen vermerkt sind. Klären Sie mit dem Pflegedienst, ob Sie selbst mit einem „Notfallknopf" (dieser wird wie eine Uhr am Handgelenk getragen) mit einem Notfalldienst wie dem Johanniter Orden über eine Telefonstandleitung verbunden werden sollten, damit Sie jederzeit fachkundige Hilfe holen können.
- Lassen Sie soziale Ereignisse und Bewegung nicht außer Acht: Das Zusammensein mit anderen Menschen und Spaziergänge an der frischen Luft oder Bewegungstherapie fördern die geistige Aktivität.
- Halten Sie Erinnerungen lebendig: Mit Hilfe von Fotoalben oder Spaziergängen an bekannten Orten sollten Erinnerungen wachgerufen und belebt werden.
- Nehmen Sie den Kranken ernst und wahren Sie seine Würde: Nehmen Sie die Gefühle des Betroffenen ernst, auch wenn Sie sie nicht verstehen. Lassen Sie sich nicht auf unnötige Diskussionen ein, vermeiden Sie Streit. Widersprechen Sie niemals, denn das ist vergebene Liebesmüh und sorgt für Aggressionen. Bewahren Sie Respekt und zeigen Sie diesen auch. Behalten Sie die Nerven, wenn die erkrankte Person taktlos, verbal oder körperlich ausfallend wird. Suchen Sie in diesem Fall Hilfe und Beratung bei Experten.