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Dadurch werden Kinder klüger: Musik machen mit Babys und Kleinkindern

von Dr. Andrea Schmelz, Chefredakteurin von „Gesundheit und Erziehung für mein Kind“

Musik fördert die Sprachentwicklung, stimuliert das Rhythmusgefühl, regt beide Gehirnhälften zu besserer Zusammenarbeit an und stärkt das Selbstbewusstsein. Außerdem machen Singen, Trommeln und Tanzen einfach Spaß. Gute Gründe also, öfter mal zusammen Musik zu machen.

Wussten Sie, dass Babys bereits im zarten Alter von sechs Monaten beginnen, sich zu Musik oder Gesang rhythmisch zu bewegen? Sie nicken mit dem Kopf oder schaukeln mit dem Oberkörper im Takt der Musik, und sobald sie sicher auf den Beinen sind, beginnen sie zu tanzen.

Singen Sie gemeinsam

Babys und Kleinkinder lieben es, wenn Mama oder Papa ihnen etwas vorsingen. Dabei ist es übrigens völlig gleichgültig, ob Sie nach Erwachsenenmaßstäben singen können – Ihrem Kind wird es in jedem Fall gefallen. Singt Ihr Kind alleine oder mit Ihnen, sollten Sie über falsche Töne hinwegsehen, denn Kritik kann dazu führen, dass es nicht mehr unbeschwert und mit Freude singt.

Mein Tipp: Zur Beruhigung Ihres schreienden Babys eignen sich am besten Lieder bzw. Melodien, die es schon aus den Tagen der Schwangerschaft kennt. Haben Sie Ihr Lieblingslied häufig gesungen oder einen bestimmten Song oft gehört, wird sich Ihr Baby dadurch am ehesten besänftigen lassen.

Singen wirkt je nach Situation und Lied entspannend, z. B. die bekannten Schlaflieder, kann aber morgens im Bad auch ein prima Muntermacher sein, wenn Sie etwas Flottes anstimmen. Das gesungene „Heile, heile Segen“ tröstet Ihr Kind nach kleineren Verletzungen. Ideal sind die typischen Kinderlieder: Sie haben eingängige Texte und Melodien, handeln von kindgerechten Themen und laden zum Tanzen oder Klatschen ein. Singen Sie z. B. ein Lied, das zu Ihrer momentanen Tätigkeit passt. Sie werden sehen, es gibt Lieder für alle Gelegenheiten, etwa „Hänschen klein“ zum Spazierengehen, „Lirum, larum, Löffelstiel“ zum Kochen oder „Zeigt her eure Füßchen“ zum Waschen. Sie können sich aber auch „quer durchs Tierreich“ singen mit „Kuckuck, kuckuck, ruft’s aus dem Wald“ und „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“ oder auch durch alle Jahreszeiten mit „ABC, die Katze lief im Schnee“ und „Im Märzen der Bauer“.

Mein Tipp: Singen Sie mit Ihrem Kind im Auto. Das wirkt nicht nur gegen Quengeln, sondern sogar gegen Reiseübelkeit, denn Ihr Kind atmet beim Singen besonders tief und gleichmäßig und ist zudem abgelenkt.

Wenn Sie die Liedtexte nicht mehr auswendig können oder die Melodien vergessen haben, gibt es inzwischen sogar Hilfe aus dem Internet: Auf Seiten wie www.menschenskinder-online.de /kleink/lieder/schlaf (Schlaflieder), www.kindergaudi.de /kigacms/lieder (verschiedenste Kinderlieder, sogar spezielle Zahnputzlieder!) oder unter www.ingeb.org /Volksong.html (umfangreiche Liedersammlung) finden Sie Liedtexte und teils auch Tondateien mit der Melodie. (Bitte entfernen Sie bei den Internet-Adressen die Leerzeichen, wenn Sie diese in Ihren Browser kopiert haben.)

So hat Ihr Kind Spaß an Musik

Kleine Kinder lieben Bewegungs- und Tanzspiele wie „Brüderchen, komm tanz mit mir“ oder Kniereiter wie „Hoppe, hoppe Reiter“, am besten mit vielen Wiederholungen. Auch Kitzelspiele mit passendem Lied bereiten Ihrem Kind viel Vergnügen. Tanzen Sie mit Ihrem Kind. So kann es Musik mit dem ganzen Körper erleben und ausdrücken. Schon die Kleinsten tanzen gerne auf Mamas Arm, wenn es nicht gerade Rock’n’Roll ist.

Hören Sie gezielt Musik. Bieten Sie Ihrem Kind ruhig verschiedene Musikrichtungen von Klassik über Country bis Schlager an. Auch Kinderlieder auf Kassette sind erlaubt, wenn Sie zwischendurch immer wieder selbst bzw. gemeinsam singen. Ständiges Hintergrundgedudel ist jedoch ungünstig, da Ihr Kind die Musik gar nicht bewusst wahrnimmt und es außerdem die Sprachentwicklung stört.

Geben Sie Ihrem Kind altersgerechte Musikinstrumente. Das kann eine Rassel sein, ein Ball mit Glöckchen, ein Xylophon oder eine einfache Flöte bzw. Pfeife. Natürlich können Sie Rhythmusinstrumente auch leicht selbst machen, etwa indem Sie Knöpfe oder Reis in eine Plastikdose füllen (bitte mit Klebeband sichern, damit nichts verschluckt werden kann!).

Mein Tipp: Viele Eltern möchten, dass ihr Kind schon früh ein Instrument lernt. Das ist durchaus sinnvoll, da dies im Alter zwischen drei und zwölf Jahren am leichtesten fällt. Warten Sie jedoch trotzdem damit, bis Ihr Kind selbst Interesse am Musizieren hat. Zwingen Sie ihm bitte kein bestimmtes Instrument auf. Die Vorlieben für ein Instrument sind, wie eine Studie ergeben hat, deutlich geschlechtsabhängig. Als „weiblich“ gelten Flöte, Violine, Cello und Klarinette. „Männlich“ sind dagegen Schlagzeug, Trompete, Posaune und Saxophon. Andere Musikinstrumente wie etwa Gitarre sind diesbezüglich „neutral“.

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