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Obacht beim Babyschwimmen

Babyschwimmkurse stehen hoch im Kurs. Man geht davon aus, dass das Eintauchen ins warme Nass und die Schwimmbewegungen Babys Entwicklung fördern – erinnert es das Neugeborene doch an seinen vorgeburtlichen Aufenthalt in Mamas warmen und „nassen“ Bauch. Man geht normalerweise davon aus, dass der „Tauchreflex“ das Baby schützt. Dieser würde durch das Untertauchen trainiert. Doch das Untertauchen ist nicht ungefährlich. Denn selbst gesunde Babys können Wasser schlucken und daran ertrinken. Das Untertauchen der kleinen Teilnehmer ist in Babyschwimmkursen durchaus üblich, dennoch sollte unbedingt darauf verzichtet werden. Zumal sich der „Tauchreflex“ bereits wenige Wochen nach der Geburt abschwächt, so Dr. Lena-Mareike Wölfle, Neonatologin von der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Sie rät dringend dazu, Eltern besser über diese potentielle Gefahr aufzuklären und ihnen letztlich vom Babyschwimmen abzuraten.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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Alte Kommentare
  • eine Mama schrieb am 16.10.2012, 09:58 Uhr

    Ich kann diesen Beitrag nur bestätigen. Ich bin mit meiner Tochter vor Jahren in einem solchen Kurs gewesen und habe gegen mein Bauchgefühl bei der Untertauchaktion mitgemacht. Danach hat meine Tochter jahrelang Panik gehabt, wenn ihr beim Baden oder Duschen Wasser über das Gesicht gelaufen ist. Ich denke, dass da ein unmittelbarer Zusammenhang besteht, denn vor der Tauchaktion konnte ich sie mit mir unter die Dusche nehmen und sie liebte es, zu baden. Also bitte immer auf das eigene Gefühl hören!

  • Cornelia Döring schrieb am 13.05.2013, 12:01 Uhr

    Wie furchtbar! - unqualifiziert die Äußerungen von Frau Dr. Wölfle und die Weiterverbreitung auf dieser Seite sind! In 17 Jahren habe ich dann also nur Glück gehabt, dass keines der tausenden Babies und (Klein)Kinder, die in meiner Schwimmschule an Kursen und auch Tauchübungen teilgenommen haben, zu Tode gekommen ist? Informieren Sie sich bitte z.B. bei Frau Lilli Ahrendt von der Sporthochschule Köln, die seit fast 2 Jahrzehnten für die Kursleiterausbildung des DSV zuständig ist, dass kein qualifizierter Kursleiter spontan ein Kind bis zum Ertrinken unter Wasser zieht, um sinnlose Tauchübungen zu absolvieren, nur weil es so hipp ist. Solche Übungen werden sorgsam vorbereitet und nicht durchgeführt, wenn das Kind nicht dazu bereit ist. Tauchen wird im übrigen nicht durch die Tiefe definiert, sondern findet auch schon bei einem Niesser ins Wasser statt, und es ist meine Aufgabe als Lehrerin, Kinder so früh wie möglich an ALLE Aspekte des fremden Elements Wasser heranzuführen, damit sie nicht als 6 jährige im Schulsport oder im Urlaub völlig verängstigt vor dem Becken stehen und sich durch Angst vor dem Wasser, vor dem Tauchen und Schwimmen erst tatsächlich in Lebensgefahr bringen. Mit freundlichen Grüßen Cornelia Döring examinierte Sportlehrerin, zertifizierte Kursleiterin Säuglings- und Kinderschwimmen Dortmund

  • Cornelia Döring schrieb am 13.05.2013, 12:14 Uhr

    Noch ein Zusatz: Auf´s Bauchgefühl achten ist sicherlich wichtig, eigene, derart herbeigeredete Ängste auf das Kind zu übertragen ist aber fatal. Denn dann kann ich mir eine Wassergewöhnung für´s Kind sparen und warten, bis es mit 6 Jahren kurz vor der Einschulung verängstigt ist und mit großem psychologischem Einsatz ans böse böse Wasser gewöhnt werden muss, weil es den Eltern dann auf einmal sehr wichtig ist, dass ihr Kind schwimmen kann. Bis dahin ist ihm nämlich der natürliche Umgang mit Wasser beim Schwimmen, zu dem Tauchen nun mal auch gehört, allein um das Gefühl des Auftriebs zu erleben, verwehrt geblieben. Der Satz "spring nicht ins Wasser, Du ertrinkst" ist ein Grundübel, denn niemand ertrinkt, weil er ins Wasser springt. Wasser bietet einen Auftrieb, und es ist meine Aufgabe als Lehrerin, dieses Phänomen Kindern so früh wie möglich zu vermitteln, weil es eben ein anderes Element ist und als solches immense positive Möglichkeiten für die emotionale und körperliche Entwicklung von Kindern bietet Ich verbiete einem Kind doch auch nicht zu springen, weil es sich verletzen könnte, sondern übe mit ihm und achte auf es. In einem qualifizierten Kurs sieht das dann entsprechend mit dem Tauchen so aus, dass es über längere Zeit mit Wassergüssen spielerisch vorbereitet wird, so dass man als Elternteil und auch als Kursleiter sieht, ob das Kind es mag oder nicht. Der Tauchvorgang läuft dann zusammen mit einem Wasserguß ganz ruhig und liebevoll ab. Mit solchen Artikel wie dem Ihrigen Ängste zu schüren finde ich unverantwortlich, denn es sind die Nichtschwimmer, die ertrinken, nicht die tauchenden Babies (Gruß an Frau Wölfe).