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Antibiotikum in den ersten Lebensjahren schadet dem Zahnschmelz

Das gängige Antibiotikum Amoxicillin, das z. B. häufig bei Mittelohrentzündung gegeben wird, kann bei Kleinkindern möglicherweise die Zahnschmelzbildung stören. Das lässt zumindest eine amerikanische Studie an 579 Kindern vermuten. Die Forscher der Universität von Iowa ermittelten, dass rund 90 Prozent der Kinder in den ersten zweieinhalb Lebensjahren mindestens einmal Amoxicillin erhalten hatten. Bei jedem vierten Kind stellten sie im weiteren Verlauf an den bleibenden Backen- und Schneidezähnen Defekte im Zahnschmelz fest. Die Veränderungen glichen jenen, die bei einer übermäßigen Gabe von Fluoriden zur Kariesvorbeugung entstehen: weiße Punkte, kleine Vertiefungen oder braun gefärbte Flecken. Auch als die Wissenschaftler die Fluorideinnahme herausrechneten, blieb ein um 85 Prozent erhöhtes Risiko für eine so genannte Zahnfluorose durch Amoxicillin bestehen.

Vor allem der Einsatz bei Babys zwischen drei und sechs Monaten verdoppelt das Fluoroserisiko für die Zähne. Außerdem ergab sich: Je länger Kinder das Antibiotikum einnahmen, desto mehr Zähne waren betroffen.

Mein Tipp: Bisher ist noch nicht klar, wie Amoxicillin in die Zahnschmelzentwicklung eingreift. Es wird auch diskutiert, ob nicht die Infektion (meist Mittelohrentzündung) an sich den Zähnen schadet. Nach der jetzigen Datenlage sind jedoch die Folgen einer nicht ausgeheilten Mittelohrentzündung schlimmer als die Veränderungen am Zahnschmelz.Wichtig ist, dass Antibiotika grundsätzlich zurückhaltend eingesetzt werden sollten. Die Gabe sollte immer so kurz wie möglich erfolgen, jedoch von den Eltern keinesfalls eigenmächtig abgebrochen werden!

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