Kinder- und Jugendstudie offenbart erschreckende Defizite
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 26.09.2006 16:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
gestern stellte das Robert-Koch-Institut die Ergebnisse der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KIGGS) vor. Befragt wurden rund 18.000 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland, der Untersuchungszeitraum betrug 3 Jahre. Die Teilnehmer wurden medizinisch untersucht, Sehvermögen und Ausdauer, aber auch der Blutdruck wurden getestet. Zudem gab es einen Fragebogen, den die Eltern ausfüllen mussten. Kinder über 11 Jahre bekamen ebenfalls einen Fragebogen. Hier wurden Medikamente, Ernährungsstil und Bewegungshäufigkeit abgefragt.
Die Ergebnisse sind teilweise erschreckend. So schaffen kaum mehr als die Hälfte der Befragten eine ordentliche Rumpfbeuge bis zu den Fußsohlen. Jedes zweite Kind ist Passivraucher, mindestens ein Raucher lebt hier mit in der Familie. Und jedes 6. Kind leidet unter Allergien.
Aber auch mit Irrtümern räumt die Studie auf. So sind Kinder, die auf dem Land groß werden, ebenso häufig von Allergien betroffen wie Stadtkinder. Dagegen sind wohlbehütete Kinder, die in sozial starken Verhältnissen aufwachsen, lange nicht die Gesündesten. Sie haben ein deutlich höheres Risiko, an Allergien zu erkranken, als Kinder aus Migranten- oder sozial schwachen Familien. Und auch Einzelkinder sind häufiger krank als die Kinder, die mehrere Geschwister haben und deren Immunsystem daher laufend herausgefordert wird.
Positiv zu sehen ist dagegen, dass gerade bei Belastungen durch Umweltgifte die gefundenen Werte zurückgegangen sind; Rückstände von Blei, Quecksilber und PCB war in den Körpern der Kinder seltener zu finden als noch vor einigen Jahren.
Es bleibt aber eine Auffälligkeit: Wenn es um Körperbeherrschung, Bewegung, Ausdauer geht, sind die Werte der Kinder heute deutlich schlechter. Ein weiterer Grund dafür, dass Sie als Eltern oder Großeltern darauf achten, dass sich der Nachwuchs ausreichend bewegt – wenn sich in der Nachbarschaft keine Spielkameraden finden, weil hier auch alle vor der "Glotze" sitzen, warum dann nicht im Sportverein?
Mit einem anderen Thema befasst sich heute mein Kollege Dr. Ulrich Fricke, Chefredakteur von "Länger und gesünder Leben", dem Dienst, der Ihnen zeigt, wie Sie vorbeugen und heilen mit Vitaminen, Naturheilmitteln und neuesten Therapieverfahren.
DMAE wird als Anti-Aging-Mittel angeboten und soll gegen das Altern helfen. Aber was bringen diese Präparate wirklich? Und wie funktionieren sie? Das lesen Sie im folgenden Artikel.
Bleiben Sie gesund!
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner