Kinder mit Weichmachern belastet
Dr. Andrea Schmelz in Täglich Gesund
vom 9. Februar 2010, 16:00 Uhr
GNL5223
Viele Kinder in Deutschland sind laut einer Studie des Umweltbundesamtes zu stark mit Weichmachern belastet. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung von 600 Urinproben von 3- bis 14-jährigen Kindern.
Es zeigte sich, dass in allen 600 Urinproben Pthalate gefunden wurden, die als Weichmacher für PVC, aber auch in Lacken oder Tablettenkapseln eingesetzt werden. 1,5 Prozent der Kinder hatten im Urin erhöhte Konzentrationen von Abbauprodukten der als fruchtschädigend eingestuften Diphthalate (z. B. Di(2-ethylhexyl)phthalat = DEHP). Diese lagen oberhalb eines als unbedenklich angesehenen Referenzwertes.
Beim Dibutylphthalat (DBP),wie es in Lacken, als Weichmacher für PVC und in medizinischen Kapseln vorkommt, wurde der von der Europäischen Lebensmittelbehörde empfohlene Höchstwert für die tägliche Dosis bei rund 12 Prozent der Kinder überschritten. Tendenziell waren jüngere Kinder zwischen drei und sechs Jahren höher belastet als ältere. In Kinderspielzeug für Kinder unter drei Jahren ist der Weichmacher DEHP verboten.
Mein Tipp: Meiden Sie PVC, wo immer es geht.Achtung: PVC muss nicht gekennzeichnet werden! Wenn nichts draufsteht, könnte ein Kunststoff-Gegenstand aus PVC bestehen. Eventuell ist der Vermerk „VC" (Vinylchlorid) oder „Vinyl" zu finden. Auch der Zahlencode 03 in der Mitte eines aus Pfeilen bestehenden Dreiecks besagt, dass es sich um PVC handelt.
Unbedenkliche Kunststoffe sind so gekennzeichnet: Zahlencode 01 oder PET = Polyethylen-Terephthalat, 02 oder PE-HD = Polyethylen, 06 oder PS = Polystyrol. DBP ist ein Hilfsstoff bei magensaftresistenten Tabletten oder Kapseln und wird im Beipackzettel auch immer als Hilfsstoff aufgeführt.