Kann Ihnen Salz wirklich schaden?
Dr. Dietmar Kowertz in Täglich Gesund zum Thema Ernährung
vom 28. Dezember 2009, 16:00 Uhr
GNL5223
Sicher haben Sie im Restaurant auch schon mal beobachtet, wie der Gast am Nebentisch das soeben servierte Essen zunächst einmal kräftig mit Salz nachwürzt - ohne zuvor davon probiert zu haben. Oft reicht auch das nicht, und er greift nach den ersten Bissen erneut zum Salzstreuer. Da stellt sich unmittelbar die Frage: Wie viel Salz können wir vertragen, ist zu viel Salz schädlich für unsere Gesundheit?
Salz besteht aus Natrium und Chlorid, die zum größten Teil in unseren Körperflüssigkeiten gelöst zu finden sind. Dort erfüllt Salz wichtige Aufgaben, etwa bei der Aufrechterhaltung der Gewebespannung, der Erregbarkeit von Muskeln und Nerven, der Regulation des Wasserhaushalts sowie beim Knochenaufbau und bei der Synthese von Verdauungssäften (z.B. Magensäure).
Wir nehmen rund 7 bis 12 Gramm Salz mit unserer täglichen Nahrung zu uns. Das ist etwa das Zwei- bis Dreifache dessen, was wir wirklich benötigen. Ein Grund zur Besorgnis ist dies dennoch nicht, denn der gesunde Organismus scheidet überschüssiges Salz normalerweise aus, z.B. über die Nieren oder die Haut.
Dennoch gibt es eine Reihe medizinischer Studien, die einen hohen Salzkonsum mit verschiedenen Erkrankungen in Zusammenhang bringen. Hochdruckpatienten sollen z.B. ihren Salzkonsum einschränken und können dadurch ihren Blutdruck geringfügig senken. Die oft gehörte Meinung, überhöhter Salzkonsum sei ursächlich für erhöhten Blutdruck, lässt sich wissenschaftlich allerdings nicht bestätigen.
- Einer japanischen Studie an 40.000 Erwachsenen zufolge haben Menschen, die sehr viel Salz zu sich nehmen (zwischen 12 und 14 Gramm pro Tag), ein doppelt so hohes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, als solche, die weniger Salz verzehren.
- Nach einer in diesem Jahr veröffentlichten Studie der American Society of Microbiology fördert überhöhter Salzkonsum die zerstörerische Aktivitat von Helicobacter pylori, einer im Magen lebenden Bakterie, die Magengeschwüre, Magenkrebs und Lymphknotengeschwulste verursachen kann.
- In einer Studie der Boston University wurde nachgewiesen, dass Personen, die ein Drittel weniger Salz zu sich nehmen, ihr Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall um mehr als 30 Prozent reduzieren.
- Darüber hinaus ist Salzüberschuss an der Entstehung einer Vielzahl weiterer Gesundheitsstörungen beteiligt. Nierenerkrankungen, Osteoporose und Arteriosklerose gehören ebenso dazu wie Wasseransammlungen in den Beinen, Tränensäcke, Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit.
Wie viel ist zu viel?
Nach US-amerikanischen Empfehlungen soll die tägliche Natriumzufuhr nicht mehr als 2,4 Gramm (entspricht 6 g Salz) betragen, das entspricht in etwa der Menge, die in einem Teelöffel Salz enthalten ist. Tatsächlich konsumiert der US-Bürger aber etwa 4 g Natrium pro Tag, was 10 g Salz entspricht). Deutsche Ernährungsexpertenempfehlen ebenfalls nicht mehr als 5 bis 6 g Salz pro Tag.
Mein Tipp: Verbannen Sie den Salzstreuer vom Mittagstisch. Schon nach zwei Wochen werden sich Ihre Geschmacksnerven an das fehlende Salz gewöhnt haben. Ersetzen Sie in Ihrem Speiseplan salzhaltige Speisen durch weniger salzreiche. Bevorzugen Sie beim Einkaufen ein Salz, dem Jod und Folsäure zugesetzt wurden. „Meersalz" enthält nicht genügend Jod, suchen Sie deshalb nach dem Hinweis „jodiertes Meersalz".
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Norbert Noll (28.12. 2009 20:05 Uhr):
Ich gehöre auch zu der Sorte Mensch die den Salzstreuer immer griffbereit haben. Aber ich glaube nicht, daß ich 1 TL Salz täglich überschreite.&Man kann sich auch täuschen. In Ihrem Bericht vermisse ich aber den Hinweis auf die versteckten Salze in Wurst , Käse und Konserven, was ja noch hinzuzurechnen wäre. Dann läuft mein TL bestimmt über.
Antworten - Kommentar von omasreiter (28.12. 2009 20:29 Uhr):
Auch fuer das Neue Jahr viel Erfolg Mit verbindlichem Dank und freundlichem Gruß Hans Omasreiter
Antworten - Kommentar von Linberg (29.12. 2009 00:38 Uhr):
Der Artikel ist zwar sehr informativ, allerdings vermisse etwas Wesentliches!! Wieso ist keine Rede von Pansalz!! Hat nicht die negativen Eigenschaften von normalem Salz egal welcher Art, und ist demzufolge ohne Folgeerscheinungen einsetzbar!! Vielleicht denken Sie mal darüber nach. Viele Grüße Klaus Linberg
Antworten - Kommentar von M Altpeter (30.12. 2009 16:35 Uhr):
Ich empfehle Ihnen folgendes Buch zu lesen: Dr, med.Barbara Hendel u. Peter Ferreira Wasser und Salz - Urquell des Lebens Über die heilenden Kräfte der Natur
Antworten - Kommentar von Oliver Schönen (03.01. 2010 13:13 Uhr):
Was ist davon zu halten, dass das Jod in sogenannten jodisierten Salzen garnicht vom Körper aufgenommen werden kann, weil es anders verschlüsselt ist?
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