Kaffeetanten können aufatmen: Die tägliche Tasse schützt Ihr Herz
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Kaffee
vom 17. Februar 2009, 16:00 Uhr
GNL5223
Das verschnarchte Kaffeekränzchen-Image ist das braune Gebräu endgültig los, seit es als Szene-Getränk die Runde macht. Kaffeegenuss verheißt Ruhe im Sturm des Alltags, Urlaubsfeeling und Weltläufigkeit. Cappuccino, Café Latte oder Latte macckiato - das trinken die meisten Frauen liebend gern. Leider aber meist mit schlechtem Gewissen. Dabei schmeckt Kaffee heute viel besser als früher. Nachdem die Marktforschung der Kaffeehersteller herausgefunden hatte, dass Muttis Bohnenkaffee den Jüngeren zu bitter war, schufen sie mildere Kaffee- und aromatisierte Kaffeesorten. Kaffee erlebt derzeit einen Hype ohnegleichen. Tüten-Cappucino beispielsweise verzeichnet inzwischen zweistellige Zuwachsraten. Der neueste Renner sind Kaffee-Pads, die sich schnell und unkompliziert zubereiten lassen. Und seit George Clooney für löslichen Kaffee wirbt, ist es um die meisten Frauen kaffeemäßig ohnehin geschehen.
Ältere Menschen schwören hingegen seit langem auf die braune Bohne. Ohne ihre Tasse Filterkaffee kommen die meisten von ihnen morgens gar nicht in die Gänge. Zusammen bringen wir es inzwischen alle auf einen Verbrauch von 180 Litern pro Kopf - das ist weit mehr als zum Beispiel bei Bier oder Mineralwasser.
So wirkt Koffein in Ihrem Körper:
- Es regt die Durchblutung an und macht deshalb munter.
- Blutdruck und Körpertemperatur steigen an.
- Herz und Stoffwechsel werden munterer.
- Die Atmung wird beschleunigt.
- Das Nervensystem wird aktiviert.
- Die Verdauung wird angeregt.
- Es schützt vor Gallensteinen und Parkinson.
- Kopfschmerzen werden gelindert.
- Die Insulinbildung steigt an.
- Die Konzentrationsfähigkeit wird verbessert.
Das steckt außer Koffein noch in geröstetem Kaffee:
- Säuren
- Theophyllin und Theobromin
- Nikotinsäure
- Mineralstoffe (Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor)
- Aromastoffe
All zu viel ist dennoch ungesund
Wenn Sie zu viel Koffein zu sich nehmen, können sich die positiven Wirkungen jedoch ins Gegenteil verkehren. Es kann zu Herzrasen, Nervosität, Händezittern und Blutdruckanstieg kommen. Menschen mit Herzproblemen sollten deshalb nicht mehr als 4 Tassen milden Kaffee täglich trinken. Vorsicht ist vor allem bei türkischem Mokka und Kaffee aus der Espressokanne geboten. Hier werden die Kaffeeöle nicht wie bei Filterkaffee oder Espresso ausgesondert, sondern bleiben im Kaffee. Dadurch können die Blutfettwerte um bis zu 10 % ansteigen.
Vorsichtig sollten auch Frauen mit Osteoporose-Risiko oder bereits bestehender Osteoporose sein. Denn die Gerbstoffe des Kaffees binden den Knochenbaustein Kalzium und blockieren die Aufnahme des stärkenden Minerals in den Körper. In Zaum halten sollten auch Schwangere ihren Kaffeekonsum, denn Ungeborenen fehlt das Enzym, mit dem Koffein im Körper abgebaut wird. Generell gilt auch für Gesunde die Empfehlung von Experten, sich auf 4 bis maximal 6 Tassen Kaffee zu beschränken.
Vorsicht: Verstecktes Koffein!
Koffein steckt nicht nur im Kaffee, sondern auch noch in anderen Getränken. Empfohlen werden etwa 300 mg Koffein pro Tag. Wenn Sie negative Folgen durch einen Kick zu viel vermeiden wollen, sollten Sie einmal überschlagen, wie viel Koffein bei Ihnen zusammenkommt:
- 1 Tasse Kaffee: 80 mg
- 1 Tasse Espresso: 50 mg
- 1 Dose (0,33 l) Colagetränk: 40 mg
- 1 l Energy-Drink: 150 mg und darüber (es muss erhöhter Koffeingehalt" auf dem Etikett stehen)
- Kaffeegetränke aus Dose oder Petflasche: 160 mg und darüber
- 1 Tasse grüner oder schwarzer Tee: 20 bis 50 mg
- 150 g Zartbitterschokolade: 15 bis 115 mg
- Schmerzmittel: zwischen 30 und 100 mg
Achtung: In den fertigen Kaffeemischungen ist oft auch eine Menge Zucker enthalten.