Johanniskraut gegen Herbstblues
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Johanniskraut
vom 11. November 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
In der dunklen Jahreszeit fühlen sich viele Menschen bedrückt. Sie klagen über die Dunkelheit und das miese Wetter. Das nennt man einen Herbst-Blues beziehungsweise eine Winterdepression. Gegen depressive Verstimmungen und leichte bis mittelschwere
Depressionen können Ihnen Arzneimittel mit Johanniskraut-Extrakten helfen.
"Johanniskraut-Extrakte sind eine wichtige Behandlungsmöglichkeit gegen Depressionen - aber nur, wenn sie ausreichend hoch dosiert werden. Die meisten freiverkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel mit Johanniskraut sind hingegen unterdosiert und damit wirkungslos", darauf macht Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer, aufmerksam. Sie rät, pro Tag mindestens 600 bis 900 Milligramm eines standardisierten Johanniskraut-Extrakts einzunehmen. Für die Selbstmedikation gibt es entsprechende
rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke. Sie erhalten Johanniskraut als ätherisches Öl, getrocknetes Kraut für Tee, Tinktur und Fertigpräparat in der Apotheke.
Das sollten Sie wissen: Die Einnahme von Johanniskraut sollte über eine längere Zeit erfolgen, da die Wirkung nicht sofort eintritt. Man sagt, dass es zwei bis sechs Wochen, aber durchaus auch zwei bis drei Monate dauern kann, bei sich die stimmungsbelebenden Effekte einstellen. Wenn Sie ein Johanniskrautpräparat einnehmen wollen und darüber hinaus weitere Medikamente benötigen, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über Wechselwirkungen sprechen. Johanniskraut-Extrakte können die Wirkung anderer Medikamente verändern. Dazu gehören zum Beispiel die Antibabypille, Gerinnungshemmer oder HIV-Medikamente.
Ob ein Johanniskraut-Präparat rezeptfrei oder -pflichtig ist, hängt übrigens vom Anwendungsgebiet ab, nicht von der Einzeldosis oder der Packungsgröße. Arzneimittel gegen leichte Depressionen sind rezeptfrei und für die Selbstmedikation verfügbar. Präparate gegen mittelschwere Depressionen sind hingegen rezeptpflichtig, weil bei dieser Erkrankung eine ärztlichen Diagnose in der Regel unentbehrlich ist. Die Johanniskrautpräparate bei leichter und mittelschwerer depressiver Verstimmung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bei weniger Nebenwirkungen gleich wirksam wie chemische Antidepressiva. Bei mittelschweren Depressionen wird es sogar von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Franziska Stöcklin (11.11. 2009 14:12 Uhr):
Auch das Johanniskraut kann - leider - genau die gleichen unangenehmen Symptome wie Panikattacken etc. bewirken, die man sonst anderen Antidepressiva zuschreibt. Ich nahm Johanniskraut gegen Depressionen, nach etwa 2 Monaten setzten Panickattacken ein, zusammen mit Übelkeit, Übererregung und mit der Zeit auch leichtem Fieber. Als ich das Johanniskraut absetzte, hörten auch diese Attacken auf, und zwar innerhalb weniger Tage. Die Dosis betrug 500, ich nahm keine andren Medikamente.
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