Joghurt: Probiotische Kulturen nicht nötig
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 15. September 2010, 06:00 Uhr
GNL5356
Probiotische Joghurts werden seit Längerem heftig beworben. Sie sollen Ihr Immunsystem stärken und Ihre Verdauung fördern. Wissenschaftler der Universität Wien wollten es genauer wissen und verglichen die Wirkung von probiotischem Joghurt mit dem von normalem Naturjoghurt. Sie testeten diese an Frauen, die sie in zwei Gruppen aufteilten: Eine Gruppe verspeiste einen Monat lang jeden Tag ein bis zwei Portionen des teuren probiotischen Joghurts, die andere aß normalen Naturjoghurt. Die Forscher bestimmten einige Immunparameter. Beide Joghurtarten stimulieren danach nachweislich die Abwehrkräfte und zwar relativ rasch. Ein deutlicher Vorteil des probiotischen Joghurts gegenüber dem normalen Joghurt ergab sich nicht. Fazit: Sie können also getrost Joghurt essen, um Ihr Immunsystem zu stärken, es muss aber nicht der teure aus der Werbung sein.
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Knabberleiste (15.09. 2010 08:03 Uhr):
Solche Meldungen habe ich schon häufiger gelesen. Früher ass ich täglich eine probiotischen Joghurt vom Discounter. Auf Grund der Meldungen habe ich dann auf gewöhnlichen Joghurt umgestellt. Danach wurde ich jedoch wieder anfälliger für Erklätungserkrankungen, sodass ich inzwischen wieder beim probiotischen Joghurt gelandet und zufrieden bin. Der absolute Preisunterschied ist beim Discounter zu vernachlässigen.
Antworten - Kommentar von Dorith (19.09. 2010 12:41 Uhr):
Als ich für fünf Jahre in einem Land der Dritten Welt lebte, habe ich entdeckt, dass ich mich und meine Familie mit einer Art Sauermilch vor Durchfallerkrankungen schützen konnte. Ich habe ein Produkt namens K-B-Lac in der Apotheke gekauft, das man dort gerne Leuten gab, nachdem sie Antibiotikas nehmen mussten. Es diente zum Aufbau der Darmflora. Dieses K-B-Lac enthielt den Lactobazillus Acidophilus. Ich habe die gelbe Flüssigkeit in eine Milch gegeben, die ich aus deutscher Pulvermilch und abgekochtem kühlen Wasser gemixt hatte. Und dann nach etwa zwei Tagen war die Milch schön dick. Ich habe den Glaskrug dann vollkommen geleert, aber beim Verbrauchen der Sauermilch einen Teil übrig behalten und wieder in den gewaschenen Krug gefüllt, so dass wir erneut Sauermilch bereiten konnten, dieses Mal schon von einem Tag auf den anderen. Mit der fertigen Sauermilch habe ich Bananen gemixt. Und mit diesem Getränk sind wie niemals an Durchfall erkrankt. Das habe ich dann, als ich wieder in Deutschland war, einem Onkel erzählt, der eine wichtige Position bei Nestle innehatte. Und nicht viel später gab es bereits das Neslac-Joghurt und die Baby-Milch mit probiotischen Kulturen. Ich persönlich denke zwar, dass auch in normalem Joghurt die richtigen Kulturen anzutreffen sind. Aber ich denke, dass es seinen Vorteil hat, dass man kontrollierte Kulturen vorfindet und in ausreichender Menge. Ich habe auch öfters mal selbst Joghurt bereitet. Vor allem im Winter ist das einfach, wenn man ein Naturjoghurt in ein Einmachglas oder einen Glaskrug gibt, mit H-Milch auffüllt und die Mischung dann auf dem beheizten Fensterbrett stehen lässt. Das ist dann oft schon über Nacht fertig. Wichtiger als probiotisch scheint mir allerdings zu sein, dass das Joghurt von grasfressenden Tieren stammt, denn in diesem Fall enthält das Produkt sogar noch wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend sind, während die Produkte von Tieren, die Fertigfutter bekommen, nicht nur die Aphlatoxine von Schimmelpilzen enthalten, sondern auch noch zahlreiche entzündungsfördernde Stoffe.
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