Jenseits des PSA-Tests: Werden künftige Biomarker-Tests besser sein?
unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief in Täglich Gesund
vom 27. Juli 2010, 16:00 Uhr
GNL5356
Prostatakrebs ist in Deutschland bei Männern die häufigste Krebserkrankung. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden jedes Jahr knapp 60.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. In der Regel schreitet der Prostatakrebs langsam voran - doch ist dies nicht immer der Fall.
Die Diagnose und Überwachung dieser Erkrankung hängt in großem Maße von regelmäßigen Bluttests ab, bei denen erhöhte Spiegel des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) kontrolliert werden.
Der PSA-Test ist jedoch umstritten. In 1 von 4 Fällen führt der PSA-Test nicht zur Erkennung von Prostatakrebs im frühen Stadium. Und nur etwa 30% der Männer mit erhöhten PSA-Werten haben tatsächlich Krebs. Ein eindeutiger Test zur Diagnose von Krebs wird typischerweise mittels einer Nadelbiopsie durchgeführt.
Dabei wird auch bestimmt, ob der Krebs aggressiv oder langsam wachsend ist. Bei einem langsam wachsenden Prostatakrebs besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass er nur die Vorsteherdrüse befällt. Wissenschaftler haben jetzt einen neuen Biomarker im Urin entdeckt. Durch ihn könnte es in Zukunft besser möglich sein, zwischen langsam wachsenden oder eher tödlichen und Metastasen bildenden Karzinomen zu unterscheiden. Diese Entdeckung, die vor wenigen Wochen in der medizinischen Fachpublikation Nature veröffentlicht wurde, konzentriert sich auf die Substanz Sarkosin.
Sarkosin ist ein Stoffwechsel-Zwischenprodukt (Metabolit), das im Urin nachzuweisen ist. Wissenschaftler haben Metabolite in Prostatagewebe, Blut und Urin von Männern untersucht, die keinen Prostatakrebs hatten, und gleichzeitig von Männern mit Prostatakrebs in unterschiedlichen Stadien. Das auffallende Ergebnis der Untersuchung: Das gesunde Gewebe war frei von Sarkosinen. Im Gegensatz dazu wurden beträchtliche Konzentrationen gefunden, wenn der Krebs auf die Vorsteherdrüse begrenzt war und sogar noch höhere Sarkosin-Mengen, wenn der Krebs über die Vorsteherdrüse hinaus gestreut hat (Metastasen).
Obwohl der Sarkosin-Test noch lange nicht reif ist für den Einsatz in der klinischen Praxis, stellt er eine von zahlreichen vielversprechenden Ansätzen dar. Wissenschaftler hoffen, dass damit eines Tages die Diagnose von Prostatakrebs zuverlässiger wird.
Forscher, die sich mit Metaboliten beschäftigen, gehen derzeit folgender Frage nach: Kann die Überprüfung des Sarkosinspiegels allein oder in Kombination mit anderen Biomarkern in Zukunft nicht nur präzisere Methoden zur Kontrolle von Prostatakrebs, sondern auch eine frühzeitige Unterscheidung von besonders aggressiven zu eher langsamen Karzinomen ermöglichen?
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Seidel München (29.07. 2010 18:51 Uhr):
Wie lautet das detaillierte Zitat in Nature; Bd., Seite, Jahr Danke B.Seidel
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