Ist Ihr Garten von Zecken besiedelt?
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Zeckenbiss
vom 23.05.2006 16:00 Uhr
GNL5356
Vor einiger Zeit schon einmal hatte ich das Thema Zecken aufgegriffen, damals verbunden mit der Frage, wann Sie sich gegen FSME impfen lassen sollten. Neben FSME können Zecken allerdings auch Lyme-Borreliose übertragen – und gegen diese Krankheit können Sie sich nicht impfen lassen. Daher ist es wichtig zu wissen, ob in Ihrem Garten Zecken leben.
Dazu gibt es eine ganz einfache Methode: Machen Sie den Handtuchtest. Dabei nutzen Sie die Gewohnheiten der Zecken aus, sich an vorbeistreifenden möglichen Wirten festzuhalten. Befestigen Sie einfach ein helles Handtuch an einem Stock. Dieses ziehen Sie nun auf maximal 1,5 Meter Höhe (höher finden sich Zecken nicht) an sämtlichen Bäumen und Büschen vorbei. Sind Zecken vorhanden, bleiben sie mit ihren Krallen im Tuch hängen, auf dem hellen Tuch können Sie die Tiere sehr gut erkennen.
Haben Sie Zecken im Garten, sollten Sie den Boden und die Sträucher so trocken wie möglich halten – Zecken lieben es feucht. Verzichten Sie daher zum Beispiel auf Rasensprenger. Darüber hinaus sollten Sie bei der Gartenarbeit lange Kleidung tragen, die Hosenbeine möglichst in Ihre Strümpfe stecken. Zudem kann ihnen ein Zeckenschutzmittel helfen – es sollte Icaridin enthalten. Diesen Stoff können Zecken wirklich nicht leiden.
Hat es Sie dennoch erwischt, sollten Sie die Zecken schnell entfernen (lassen). Verhindern Sie ein Quetschen der Zecke, wenn Sie diese herausziehen. Wird sie zusammengedrückt, kann sich der Darminhalt der Zecke in den Wundkanal entleeren – im Darm sind aber die Borreliose-Erreger enthalten. Auch Zeckenzangen sind kein probates Mittel – geeigneter sind Zeckenschlingen, die Sie in der Apotheke erhalten.