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Zöliakie: Hier versteckt sich Gluten

Zöliakie ist nicht heilbar. Die Betroffenen müssen lebenslang auf glutenhaltige Nahrungsmittel verzichten.

Gluten steckt vor allem in Getreiden wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Dinkel, aus denen Brot und Nudeln hergestellt werden.

Doch es wird Nahrungsmitteln in der Lebensmittelindustrie auch als Aromastoff oder Stabilisator zugefügt und versteckt sich deshalb in vielen anderen Lebensmitteln wie Babynahrung, Fertiggerichten, Fruchtjoghurts, Schokolade, Wurst oder Pizza.

Typ-I-Diabetiker: Zöliakie und ihre gefährlichen Folgen

Einer von 200 Deutschen leidet unter Zöliakie. Darunter versteht man eine chronische Darmerkrankung, ausgelöst durch eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten.

Gluten ist ein Klebeeiweiß und kommt in den üblichen Getreidearten vor. Besteht die Unverträglichkeit, kommt es zu Verdauungsbeschwerden; auf lange Sicht wird die Darmschleimhaut geschädigt. Dies kann zu verminderter Nährstoffaufnahme führen.

Gerade Typ-1-Diabetiker reagieren auf dieses Klebeeiweiß empfindlich – und es kann bei ihnen großen Schaden anrichten. Denn die eh schon belasteten Gefäße leiden deutlich stärker als bei Gesunden.

Sichtbar wird dies bei den Gefäßen in Augen und Nieren, die besonders fein sind und kleinste Verästelungen aufweisen.

Typ-1-Diabetiker, die auch unter Glutenunverträglichkeit leiden, erkranken schneller an Retinopathien, also am Verlust des Augenlichtes und an Nephropathien, an Nierenschäden.

Im Schnitt tritt die Retinopathie sieben Jahre und die Nephropatie zehn Jahre eher auf als bei Typ-1-Diabetikern, die keine Glutenunverträglichkeit aufweisen.

Forscher der Diabeteszentren Deutschland und Österreich weisen darauf hin, dass daher bei Typ-1-Diabetikern regelmäßig ein Test auf Zöliakie durchgeführt werden soll, um die Erkrankung früh zu erkennen.

Zöliakie mit Kochen aus dem Weg gehen

Schon geringe Mengen Gluten können zu einem Rückfall führen. Glutenhaltige Nahrungsmittel im Alltag aufzuspüren, ist nicht unproblematisch, denn Gluten ist nicht immer gekennzeichnet.

Am besten fahren Sie, wenn Sie sich selbst so oft es geht frisch „bekochen“, denn dann haben Sie den größten Überblick darüber, welche Zutaten in Ihre Speisen wandern.

In diesen herkömmlichen Lebensmitteln steckt Gluten:

  • in den Getreidearten Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern, Dinkel und daraus hergestellten Nahrungsmitteln
  • Mehl, Schrot
  • Grieß, Graupen, Kleie, Paniermehl
  • Getreideflocken, Stärke
  • Teigwaren
  • Brot- und Backwaren, Knäckebrot, Zwieback, Kekse
  • Malzkaffee, Malzbier, Bier.

Nahrungsmittel, bei denen Ihnen Gluten nicht sofort auffällt:

  • Bratheringe
  • Cornflakes
  • Eiscreme
  • Erzeugnisse aus Obst, Fruchtjogurt
  • Feinkostsalate
  • Fertiggerichte
  • Fertigsuppen
  • Fischkonserven
  • Getränke
  • Gewürzmischungen
  • Käsezubereitungen
  • Kartoffelerzeugnisse
  • Ketchup, Senf, Remouladensaucen, Salatdressings
  • Milcherzeugnisse und Käse
  • Süßwaren und Knabberartikel
  • Tiefkühlgemüse
  • Wurstwaren.

Hinter diesen verschiedenen Bezeichnungen kann sich Gluten verstecken:

  • Klassennamen von Zutaten (etwa Stärke, Mehl, Gewürze)
  • Zusatzstoffe (etwa Backtriebmittel, Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel)
  • Zusammengesetzte Zutaten (zum Beispiel Joghurt mit Fruchtzubereitungen unter 25 %)
  • Technologische Hilfsstoffe (etwa Trägerstoffe, Trennmittel, Stabilisatoren, Emulgatoren).

Wenn Sie außer Haus essen, müssen Sie sich danach erkundigen, ob die Speisen mit Mehl oder Mehlzusatz zubereitet wurden. Das gilt für Suppen, Saucen und Desserts.

Essen Sie kein paniertes Heisch, sondern nur „natur“ zubereitetes. Auch unpanierter Fisch wird vor dem Braten in Mehl gewendet.

Individueller Ernährungsplan

In erster Linie besteht die Behandlung der Zöliakie in einer lebenslangen glutenfreien Ernährungsweise. Das heißt, es gilt Nahrungsmittel und Gerichte zu meiden, die Weizen, Gerste oder Roggen, möglicherweise auch Hafer enthalten.

Noch immer wird kontrovers diskutiert, ob Hafer wirklich ausgeschlossen werden sollte.

Diese Einschränkungen schließen eine lange Liste von Nahrungsmitteln und Gerichten aus, aber es gibt noch genug, was gegessen werden kann, zum Beispiel Fleisch ohne weitere Zutaten (nicht mariniert oder paniert), Früchte, Gemüse, Reis, Kartoffeln und die meisten Milchprodukte.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt und einem Ernährungsexperten einen individuellen, auf Sie zugeschnittenen Ernährungsplan, der glutenfrei und ausgewogen ist.

Eventuell wird Ihnen auch die Einnahme bestimmter Vitamin- und Mineralstoffpräparate zur Ergänzung und zum Ausgleich von Mangelerscheinungen empfohlen.

Wenn das Gluten erst einmal vollständig aus der Nahrung verbannt ist, geht die Entzündung des Dünndarms meist schon nach ein paar Tagen zurück. Die meisten Personen, die sich an die Ernährungsvorschriften halten, erfahren eine vollständige Heilung innerhalb von einigen Monaten bis zu 3 Jahren.

Wenn die entsprechende Ernährungsweise nur zeitweise eingehalten wird, steigt nicht nur das Risiko von Mangelerscheinungen, sondern auch das anderer Komplikationen einschließlich eines erhöhten Krebsrisikos.

Nur bei einer kleinen Zahl von Personen mit schwer geschädigtem Dünndarm reicht die glutenfreie Ernährungsweise allein nicht aus.

Es werden eventuell Medikamente benötigt, um die Entzündung im Dünndarm einzudämmen und Störungen infolge ungenügender Nahrungsaufnahme zu beheben.

Hierunter kann anfänglich auch das Meiden milchzuckerhaltiger Nahrungsmittel fallen, da die Zölliakie im unbehandelten Zustand auch von einer so genannten Milchzuckerunverträglichkeit begleitet werden kann.

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