Zöliakie: Allgemeines
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Die Zöliakie oder Sprue gehört zu den häufigsten nicht infektiösen Darmerkrankungen. Sie wird oft mit dem Reizdarm verwechselt, ist aber eine Überempfindlichkeit gegen Getreide. Da die mit der Nahrung aufgenommenen Nährstoffe vom Körper nicht ausreichend verwertet werden können, drohen schwere Mangelerscheinungen. Das Leiden ist eine der Krankheiten, die Sie ausschließlich über eine Änderung Ihrer Ernährungsgewohnheiten in den Griff bekommen.
Brot stellt für die meisten Menschen einen unverzichtbaren Teil ihres Speiseplans dar. Gerade die Deutschen sind bekannt für ihre Liebe zur „Stulle", die es in dieser Form in keinem anderen Land gibt. Das ist auch gut so, denn Getreide ist normalerweise für eine gesunde Ernährung sehr bedeutend, weil es den Körper mit Kohlenhydraten, Vitaminen und jeder Menge Ballaststoffe versorgt.
Doch mehr Menschen, als allgemein bekannt ist, vertragen Brot und Getreide gar nicht. Einer von 1.200 Bundesbürgern leidet der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE zufolge an einer Zöliakie, einer Überempfindlichkeit des Dünndarms gegen das Klebereiweiß Gluten aus Getreide. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Dunkelziffer ist hoch, da die Krankheit oft nicht oder erst spät erkannt wird. Symptome einer Zöliakie oder Sprue können Übelkeit, Durchfälle, Fettstühle und Bauchschmerzen sein.
Die Krankheit wird selbst von den Betroffenen oft nicht wirklich registriert, denn anfangs plagt sie nur gelegentliches Unwohlsein, vielleicht sind sie auch nur ab und an appetitlos und müde. Die Symptome der Zöliakie sind so vielfältig (siehe Kasten auf Seite 5), dass es den meisten schwer fällt, sie mit einer Unverträglichskeitsreaktion ihres Körpers gegen das Klebereiweiß Gluten in Zusammenhang zu bringen -zumal vielen die Krankheit unbekannt ist. Häufig tritt die Erkrankung bereits im Kindesalter auf – etwa wenn Eltern vor dem vierten Lebensmonat beginnen, ihrem Baby glutenhaltigen Brei zuzufüttern. Etwa zehn Prozent aller Kinder unter zwei Jahren leiden an einer vorübergehenden Zöliakie, die sich wieder „auswächst“. Tritt eine Glutenunverträglichkeit bei Erwachsenen auf, wird das Leiden auch oft Sprue genannt.
Bekannt ist das Leiden seit Ende des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um eine genetisch verankerte Veranlagung zur Überempfindlichkeit gegen Gluten beziehungsweise Gliadin, einen Bestandteil des Klebereiweißes. Unter dem Einfluss von Gluten verkürzen sich die Darmzotten, die unter anderem für die Aufnahme von Nährstoffen im Dünndarm verantwortlich sind. Die Zotten entzünden sich, die Innenseite des Dünndarms flacht allmählich ab. Die Folge ist eine mangelhafte Ausnutzung der Nahrungsinhaltsstoffe, daraus können schwere Mangelzustände resultieren – etwa Osteoporose, chronische Hepatitis und bei Kindern Wachstumsstörungen. Außerdem ist das Risiko für Darmkrebs erhöht.