Zeckenbiss: Übertragene Krankheiten
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Glücklicherweise reagieren durch Zecken übertragene Krankheiten in der Mehrzahl gut auf Antibiotikabehandlung. Je früher die Behandlung begonnen wird, um so besser sind die Heilungserfolge. Das ist ein Grund, weshalb Sie auf diese „Zecken-Krankheiten" achten sollten.
Lyme-Krankheit (Borreliose) – Es sind bisher über 50.000 Fälle der Lyme-Krankheit diagnostiziert worden, seit das verursachende Bakterium 1982 isoliert wurde. Ein spiralförmiges Bakterium, das durch den Holzbock (Ixodes dammini), in Mitteleuropa auch durch Ixodes ricinus, übertragen wird, ist der Verursacher der Krankheit. Es bedarf etwa 24 Stunden der Nahrungsaufnahme einer Zecke, um das Bakterium zu übertragen. Holzböcke sind kleiner als die meisten anderen Zecken – ungefähr so groß wie ein Sesamkorn.
Charakteristisch für das erste Stadium einer Borreliose ist eine kreisförmige Rötung der Hautstelle um den Zeckenbiß. Müdigkeit, Fieber und Schüttelfrost können sich einstellen. Läßt man die Lyme-Krankheit unbehandelt, kann sie Gelenkentzündungen, Herzmuskelschäden und Probleme im Nervensystem, wie Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen, hervorrufen. Ein Impfstoff gegen die Lyme-Krankheit ist in Erprobung, wird aber in den nächsten Jahren noch nicht erhältlich sein.
FSME ( Frühsommermeningoenzephalitis) – Diese in Nord- und Mitteleuropa auftretende Erkrankung wird ebenfalls durch Zecken der Familie Ixodes übertragen.
Die ersten grippeähnlichen Symptome beginnen mit Fieber, Schnupfen und Husten erst nach 7 bis10 Tage nach dem Biss. Nach 4- bis 5tägigem fieberfreiem Intervall tritt erneut Fieber auf, und es entwickelt sich eine Hirnhautentzündung; und auch andere Entzündungsherde im Nervensystem werden beobachtet. Wenn die FSME auch in der Mehrzahl der Fälle ohne Folgen überstanden wird, können jedoch bei einigen Menschen Lähmungen zurückbleiben. In etwa 1% der Fälle führt die FSME sogar zum Tod.
Haben erste Krankheitssymptome eingesetzt, so ist eine Therapie der Erkrankung nicht mehr möglich. Antibiotika sind hier weitgehend wirkungslos, medizinische Maßnahmen können nur unterstützend wirksam werden.
Um so wichtiger ist daher ein vorbeugender Schutz vor Infektionen. Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist außer den allgemeinen Maßnahmen eine rechtzeitige Impfung. Ein Impfstoff ist in Europa erhältlich und kann von Ihrem Hausarzt verabreicht werden. Er wird gut vertragen und ist auch für die Impfung von Kindern verfügbar.
Die FSME ist eine sogenannte endemische Erkrankung, das bedeutet sie kommt nicht überall, sondern nur in bestimmten Gebieten vor. In Deutschland gelten die Gebiete um den Bodensee, die Donauseitentäler, der südliche Schwarzwald mit relativ hoher FSME-Häufigkeit, in Österreich vor allem Kärnten und die Steiermark. Informationen über die aktuelle regionale Verbreitung der Krankheit erhalten Sie vom Deutschen Grünen Kreuz, Schumarkt 4, 35037 Marburg, Tel. 0 64 21 / 29 30, Fax 0 64 21 / 2 29 10.
Ehrlichiose – Es sind einige hundert Fälle von Ehrlichiose diagnostiziert worden, seit diese Krankheit 1986 zum ersten Mal identifiziert wurde.
Es gibt 2 Typen von Ehrlichiose, von denen Menschen befallen werden. Der eine, die Human Granulocytic Ehrlichiose (HGE) - kommt hauptsächlich im nördlichen mittleren Westen und im Nordosten der USA vor. Er wird durch Holzböcke übertragen.
Die andere Form der Krankheit, die Human Monocytic Ehrlichiose (HME), findet sich meist in den Südstaaten der USA. Eine andere Sorte Zecke (Lone Star Tick - Amblyomma americanum) ist der Wirt für Bakterien, die mit HME in Verbindung gebracht werden. Beide rufen grippeähnliche Symptome 7 bis 21 Tage nach dem Zeckenbiß hervor. HGE ist in ca. 5% der Fälle lebensbedrohlich.
Babesiose – Wird manchmal mit Malaria verwechselt und kann Müdigkeit, Fieber, starke Schweißausbrüche, Muskel- und Kopfschmerzen verursachen. Symptome können sich etwa eine Woche nach einem Zeckenbiß zeigen.
Ein einzelliger Parasit, der vom Holzbock übertragen wird, verursacht die Babesiose. Die meisten Fälle treten in New England im Nordosten der USA und New York auf, auch wenn andere US-Bundesstaaten ebenfalls darüber berichtet haben. Ebenso sind Fälle aus mehreren europäischen Ländern bekannt.
Rickettsienerkrankungen – Rickettsien sind kleine bakterienähnliche Organismen und u. a. Erreger verschiedener Fleckfieberformen. Von Bedeutung für Reisende in Mitteleuropa ist besonders das Mittelmeer-Fleckfieber, das von der Hundezecke übertragen wird.
Die Symptome treten 3 bis10 Tage nach dem Zeckenbiss auf. Fieber, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen werden beobachtet. 3 bis 5 Tage nach dem Fieberbeginn entwickelt sich ein typischer punkt- bis fleckförmiger Ausschlag, der etwa 2 bis 3 Wochen anhalten kann. Als Therapie werden Antibiotika eingesetzt. In schweren Fällen kann die Krankheit tödlich verlaufen, besonders bei älteren Menschen.
Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen sind auch auf anderen Kontinenten anzutreffen, in Nordamerika z. B. das Rocky-Mountain-Fleckfieber in den östlichen und südlichen Staaten der USA, ferner entsprechende Formen in Afrika, Australien, Japan und Sibirien.