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Zeckenbiss: Diese Krankheiten übertragen die Blutsauger

Zecken zählen biologisch gesehen zu den Milbentieren und sind auf das Blut von Wirbeltieren wie Hund oder Mensch angewiesen.

Dabei warten die kleinen Sauger lange und geduldig auf einen vorbeikommenden Wirt, denn sie können bis zu einem Jahr ohne Nahrung auskommen.

So finden die Zecken ihren Wirt

Zecken haben zwar keine Augen, dafür aber einen hochsensiblen Sensor an den Vorderbeinen (Haller’sches Organ), mit dem sie den potentiellen Wirt anhand von Schweiß, Körperwärme und Vibrationen orten.

Wenn diese „Alarmanlage“ eine Nahrungsquelle geortet hat, klammern sich die Zecken blitzschnell mit ihren feinen Krallen am Fell des Tieres bzw. an Haaren, Haut oder Kleidung des Menschen fest.

Dann ritzen sie mit ihrem scherenartigen Mundwerkzeug zuerst die Haut auf, um dann mit ihrem Stechrüssel Blut und Lymphe aufzusaugen.

Dieser Saugvorgang kann bis zu sieben Tagen dauern und ist vollkommen schmerzlos, da die Zecken mit dem Stich auch ein Betäubungsmittel absondern. Gleichzeitig können sie aber auch für uns bedrohliche Keime absondern.

Welche Krankheiten können die Blutsauger übertragen?

Glücklicherweise reagieren durch Zecken übertragene Krankheiten in der Mehrzahl gut auf Antibiotikabehandlung.

Je früher die Behandlung begonnen wird, um so besser sind die Heilungserfolge. Das ist ein Grund, weshalb Sie auf diese „Zecken-Krankheiten“ achten sollten.

Lyme-Krankheit (Borreliose)

Es sind bisher über 50.000 Fälle der Lyme-Krankheit diagnostiziert worden, seit das verursachende Bakterium 1982 isoliert wurde. Ein spiralförmiges Bakterium, das durch den Holzbock (Ixodes dammini, in Mitteleuropa auch durch Ixodes ricinus) übertragen wird, ist der Verursacher der Krankheit.

Es bedarf etwa 24 Stunden der Nahrungsaufnahme einer Zecke, um das Bakterium zu übertragen. Holzböcke sind kleiner als die meisten anderen Zecken; ungefähr so groß wie ein Sesamkorn.

Charakteristisch für das erste Stadium einer Borreliose ist eine kreisförmige Rötung der Hautstelle um den Zeckenbiss. Müdigkeit, Fieber und Schüttelfrost können sich einstellen.

Lässt man die Lyme-Krankheit unbehandelt, kann sie Gelenkentzündungen, Herzmuskelschäden und Probleme im Nervensystem (z. B. Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen) hervorrufen.

Ein Impfstoff gegen die Lyme-Krankheit ist in Erprobung, wird aber in den nächsten Jahren noch nicht erhältlich sein.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Diese in Nord- und Mitteleuropa auftretende Hirnhautentzündung wird ebenfalls durch Zecken der Familie Ixodes übertragen.

Die ersten grippeähnlichen Symptome beginnen mit Fieber, Schnupfen und Husten erst nach sieben bis zehn Tagen nach dem Biss.

Nach vier- bis fünftägigem fieberfreiem Intervall tritt erneut Fieber auf und es entwickelt sich eine Hirnhautentzündung. Auch andere Entzündungsherde im Nervensystem werden beobachtet.

Wenn die FSME auch in der Mehrzahl der Fälle ohne Folgen überstanden wird, können jedoch bei einigen Menschen Lähmungen zurückbleiben.

In etwa 1 Prozent der Fälle führt die FSME zum Tod. Haben erste Krankheitssymptome eingesetzt, so ist eine Therapie der Erkrankung nicht mehr möglich. Antibiotika sind hier weitgehend wirkungslos, medizinische Maßnahmen können nur unterstützend wirksam werden.

Um so wichtiger ist daher ein vorbeugender Schutz vor Infektionen. Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist außer den allgemeinen Maßnahmen eine rechtzeitige Impfung.

Ein Impfstoff ist in Europa erhältlich und kann von Ihrem Hausarzt verabreicht werden. Er wird gut vertragen und ist auch für die Impfung von Kindern verfügbar. Die FSME ist eine endemische Erkrankung, das bedeutet sie kommt nicht überall, sondern nur in bestimmten Gebieten vor.

In Deutschland gelten die Gebiete um den Bodensee, die Donauseitentäler und der südliche Schwarzwald mit relativ hoher FSME-Häufigkeit, in Österreich vor allem Kärnten und die Steiermark.

Informationen über die aktuelle regionale Verbreitung der Krankheit erhalten Sie vom Deutschen Grünen Kreuz.

Ehrlichiose

Es sind einige hundert Fälle von Ehrlichiose diagnostiziert worden, seit diese Krankheit 1986 zum ersten Mal identifiziert wurde.

Es gibt zwei Typen von Ehrlichiose, von denen Menschen befallen werden: Die Human Granulocytic Ehrlichiose (HGE) kommt hauptsächlich im nördlichen mittleren Westen und im Nordosten der USA vor. Sie wird durch Holzböcke übertragen.

Die andere Form der Krankheit, die Human Monocytic Ehrlichiose (HME), findet sich meist in den Südstaaten der USA. Eine andere Sorte Zecke (Lone Star Tick, Amblyomma americanum) ist der Wirt für Bakterien, die mit HME in Verbindung gebracht werden.

Beide rufen grippeähnliche Symptome sieben bis 21 Tage nach dem Zeckenbiss hervor. HGE ist in etwa 5 Prozent der Fälle lebensbedrohlich.

Babesiose

Diese Erkrankung wird manchmal mit Malaria verwechselt und kann Müdigkeit, Fieber, starke Schweißausbrüche, Muskel- und Kopfschmerzen verursachen. Symptome können sich etwa eine Woche nach einem Zeckenbiss zeigen.

Ein einzelliger Parasit, der vom Holzbock übertragen wird, verursacht die Babesiose.

Die meisten Fälle treten in New England im Nordosten der USA und New York auf, auch wenn andere US-Bundesstaaten ebenfalls darüber berichtet haben. Ebenso sind Fälle aus mehreren europäischen Ländern bekannt.

Rickettsienerkrankungen

Rickettsien sind kleine bakterienähnliche Organismen und unter anderem Erreger verschiedener Fleckfieberformen. Von Bedeutung für Reisende in Mitteleuropa ist besonders das Mittelmeer-Fleckfieber, das von der Hundezecke übertragen wird.

Die Symptome treten drei bis zehn Tage nach dem Zeckenbiss auf. Fieber, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen werden beobachtet.

Drei bis fünf Tage nach dem Fieberbeginn entwickelt sich ein typischer punkt- bis fleckförmiger Ausschlag, der etwa zwei bis drei Wochen anhalten kann.

Als Therapie werden Antibiotika eingesetzt. In schweren Fällen kann die Krankheit tödlich verlaufen, besonders bei älteren Menschen.

Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen sind auch auf anderen Kontinenten anzutreffen, in Nordamerika zum Beispiel das Rocky-Mountain-Fleckfieber in den östlichen und südlichen Staaten der USA, ferner entsprechende Formen in Afrika, Australien, Japan und Sibirien.

Experten raten dringend dazu, nach jedem Aufenthalt im Garten und in der freien Natur den Körper aufmerksam nach Zecken abzusuchen.

Bevorzugt setzen sich die Tierchen im Knie-Hüftbereich auf ihre Opfer. Allerdings wandern die kleinen Blutsauger recht lange auf ihrem Opfer herum und suchen sich eine dünne, warme Hautstelle.

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