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5 Schritte zum Schutz vor Borreliose

Zecken sind Überträger vieler Erkrankungen. Am häufigsten in Deutschland kommt die Infektion mit Borrelien vor. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 60.000 Menschen nach einem Zeckenstich an einer solchen Infektion.

Ich erkläre Ihnen hier, wie Sie sich vor einer Borreliose schützen können.

Die Zecke „befällt“ ihren Wirt und beginnt an dessen Körper zu wandern, bis sie eine geeignete Stelle zum Stechen und Blutsaugen findet: Warm, feucht und dunkel sollte diese sein. Es bieten sich also Achselhöhlen, Haaransatz oder Schamregion an.

Wenn die Zecke sticht, gibt sie gleichzeitig ein schmerz- und blutgerinnungshemmendes Sekret in die Wunde ab.

Erst am Ende der „Blutmahlzeit“ – meist sind dann 24 Stunden vergangen – gelangen die Borrelien über die Speicheldrüsen der Zecken ins Blut. Die Zecke fällt von selbst ab, wenn sie satt ist.

Was tun nach einem Zeckenstich?

  1. Als Erstes: keine Panik! Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion, das ist nur in etwa 4 Prozent der Zeckenstiche der Fall!
  2. Entfernen Sie die entdeckte Zecke schnellstmöglich. Dabei das Tier möglichst nicht quetschen, dadurch könnte der Borrelioseerreger in die Wunde „gedrückt“ werden. Benutzen Sie eine Pinzette oder Ihre Fingernägel und entfernen Sie die Zecke unter einem langsamen gleichmäßigen Zug. Sollte der Saugrüssel in der Wunde stecken bleiben, ist das nicht schlimm, er fällt wenige Tage später von selbst ab. Er enthält keine Bakterien! Verwenden Sie kein Öl oder Ähnliches beim Entfernen der Zecke.
  3. Sind Sie sehr beunruhigt, können Sie die entfernte Zecke auf Erreger untersuchen lassen. Das kostet ca. 25 bis 30 €. Fragen Sie Ihren Arzt nach dieser Möglichkeit.
  4. Beobachten Sie die Einstichstelle. Erste Zeichen einer wirklichen Borreliose treten frühestens nach einer Woche auf. Ist Ihre Stichstelle in den ersten Tagen nach dem Zeckenstich gerötet und schmerzt sie, so hat das nichts mit einer Borreliose zu tun.
  5. Bei Verdacht sofort zum Arzt. Als erstes Symptom sehr typisch ist eine Hautveränderung an der Stichstelle: ein roter Fleck, der sich ausbreitet und wandert, dessen Mitte aber bleich bleibt. Dabei treten gelegentlich grippeähnliche Beschwerden auf. Eine Borreliose im frühen Stadium lässt sich zu fast 100 Prozent durch eine Antibiotikatherapie heilen!

Können Sie vorbeugen?

Klare Antwort: Nein! Nehmen Sie auch nicht prophylaktisch nach einem Zeckenstich ein Antibiotikum ein. Das Mittel wirkt dann nicht mehr, wenn eine wirkliche Infektion vorliegt.

Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht. Lange Hosen und Hüte nutzen nichts, da die Zecken von den Schuhen aus oft stundenlang am Körper entlangwandern, bis sie eine geeignete Stichstelle finden.

Mein Tipp: Kontrollieren Sie Ihre Kleidung nach der Rückkehr. Schütteln Sie Jacke und Hose aus und suchen Sie Ihren Körper nach dem lästigen Gast ab. Eine kurz nach dem Stich entfernte Zecke hat Sie gewiss noch nicht infiziert.

Ausnahme: Knoblauch

Blutsauger aller Couleur mögen scheinbar keinen Knoblauch. Zu dieser Erkenntnis kamen jetzt schwedische Forscher, die feststellten, das Testpersonen, die regelmäßig Knoblauch-Kapseln zu sich nahmen, ein um 20 Prozent geringeres Zeckenbiss-Risiko haben, als eine Vergleichsgruppe, die kein Knoblauch aß.

Besonders in unseren südlichen Bundesländern sind die kleinen Holzböcke bereits bei den ersten wärmenden Sonnenstrahlen aktiv.

Die Schutzwirkung stellen Sie bereits sicher, wenn Sie täglich eine Knoblauch-Kapsel (1.200 mg) einnehmen oder eine Zehe mit den Hauptmahlzeiten zu sich nehmen.

Neues aus der Medizinforschung

In den USA kommt in Kürze ein neuartiger Test zur Diagnose der Lyme-Krankheit (Lyme-Borreliose) auf den Markt. Diesen Test entwickelten unter anderem Wissenschaftlern aus der Mayo Clinic.

Der neue modifizierte ELISA-Test weist nicht nur die durch Zecken übertragene Lyme-Krankheit nach. Er soll sie auch bei geimpften Personen zuverlässig diagnostizieren (die Impfung ist nicht immer wirksam).

Der ELISA-Test

Der neue Test ist unter anderem auch deshalb so wichtig, da demnächst in den USA zwei neue Impfstoffe gegen die Lyme-Krankheit erhältlich sind. In Deutschland gibt es bisher keinen Impfstoff gegen die Lyme-Borreliose (Paul-Ehrlich-Institut, Langen).

Der in den USA entwickelte Impfstoff ist in Deutschland nicht einsetzbar, da die Erreger hierzulande einem anderen Subtypus angehören.

Infolgedessen besteht in Deutschland kein Bedarf für den modifizierten ELISA-Test. Es existieren andere Testverfahren, die eine Infektion mit dem Erreger nachweisen.

Der modifizierte ELISA-Test unterscheidet klar zwischen Antikörpern, die als Reaktion auf eine Impfung entstehen und solchen, die der Körper als Folge einer echten Lyme-Krankheit produziert.

Im Gegensatz dazu führten die meisten anderen gängigen Lyme-Tests in wissenschaftliche Untersuchungen zu falschpositiven Ergebnissen bei geimpften Personen. Bei frühzeitiger Diagnose behandelt man die Krankheit in der Regel erfolgreich mit Antibiotika.

Entdeckt man sie erst in einem späteren Stadium, bedarf es möglicherweise intensiverer Therapie. Darüber hinaus verzögert sich eventuell die Genesung oder die Patienten gesunden nicht vollständig.

Neuer Impfstoff gegen Lyme-Borreliose

Die amerikanische Zulassungsbehörde (Food and Drug Administration) ließ vor einiger Zeit einen neuen Impfstoff gegen Lyme-Borreliose (LYMErix) zu.LYMErix verabreicht man drei Mal innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten.

Idealerweise erfolgt die erste Impfung im Frühjahr, die zweite einen Monat später und eine dritte ein Jahr nach der ersten (bereits die ersten zwei Impfungen bieten einen gewissen Schutz).

LYMErix ist in den USA für Personen im Alter von 15 bis 70 Jahren zugelassen.

Der Impfstoff gegen die Lyme-Borreliose ist so neu, dass keine Langzeitergebnisse bezüglich seiner Unbedenklichkeit vorliegen. Die Wissenschaftler wissen nicht, wie lange die Schutzwirkung vorhält.

Die Impfung bietet des Weiteren keinen garantierten Schutz. Der Impfschutz bei einer dreimaligen Dosis LYMErix beträgt nach klinischen Studien etwa 80 Prozent.

Darüber hinaus schützt LYMErix nicht vor anderen, durch Zecken übertragene Krankheiten. Sie sollten daher auch nach einer Impfung Zeckenbisse vermeiden. In den USA kommt ein weiterer neuer Impfstoff namens ImuLyme bald auf den Markt.

Man verabreicht ihn ebenfalls in drei Dosen über ein Jahr hinweg. In einem klinischen Versuch zeigte ImuLyme eine 92-prozentige Wirksamkeit in der Verhütung der Lyme-Borreliose.

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