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Infos und Fakten zum Thema Zeckenbiss

Im Frühling kommen die Zecken hervor und jedes Jahr breiten sie sich weiter aus. 30 Prozent der Parasiten übertragen die Borreliose-Bakterien.

Die Krankheit kann Gelenke und Organe schädigen. Als Überlebenskünstler und Überträger von Krankheitserregern gilt die Zecke oder der „Gemeine Holzbock“ als einziges gefährliches Waldtier in Deutschland.

Zecken in Deutschland

Der „Gemeine Holzbock“ (Ixodes ricinus) bezeichnet ein winziges Spinnentierchen. Bei Menschen überträgt er Borrelien (Borreliose auslösende Bakterien) und FSME-Viren. So löst die Zecke schwerwiegende Erkrankungen aus.

Der „Gemeine Holzbock“ stellt eine von rund 800 Zeckenarten weltweit dar. Er sitzt auf Grashalmen oder Büschen. Dort sucht er nach einem geeigneten Wirt, von dessen Blut er lebt.

Der kleine Wald-Vampir saugt dreimal in seinem dreijährigen Leben Blut.

Zecken existieren seit über 300 Millionen Jahren. Dass sie Krankheitserreger übertragen, ist seit rund 100 Jahren bekannt. Ihre Zähigkeit gilt als Grund dafür, dass es die Tiere seit Urzeiten gibt.

Sie überleben Waschen bei 40 Grad und können so gut wie nicht ertrinken. Selbst Minus-Temperaturen bedeuten nicht automatisch ihr Ende.

Da Zecken mehrere Tage ohne Sauerstoff auskommen, kann man sie nicht durch Nagellack oder Zahnpasta ersticken.

Borreliose

Unangenehmerweise leben in Zecken Krankheitserreger. Im Darm des Parasiten existieren Bakterien (Borrelien) und im Speichel Viren. Letztere gelten als Verursacher der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Die Borreliose repräsentiert in Deutschland die häufigste durch Zecken übertragbare Erkrankung. Mit Borreliose steckt man sich im Normalfall nur durch einen Zeckenstich an.

Forscher gehen davon aus, dass die Bakterien erst nach vielen Stunden des Saugaktes in das Blut des Wirts gelangen. Je schneller der Betroffene den Parasiten entfernt, desto niedriger fällt das Erkrankungsrisiko aus.

Es gibt weder eine Immunität noch eine Impfung.

In Europa sind rund zwölf Prozent der Spinnentierchen mit Borrelien befallen. Die Rate infizierter Zecken schwankt regional stark und liegt zwischen 10 und über 30 Prozent. Am höchsten fällt die Krankheitshäufigkeit in Zentraleuropa mit 10 bis über 20 Prozent aus.

Das Risiko der Infektion durch einen Zeckenstich betrage in Deutschland durchschnittlich zwei bis drei Prozent. Dies behauptet Professor Andreas Krause von den Rheuma-Kliniken Berlin-Buch.

Die Infektion verläuft in mehr als 25 Prozent der Fälle klinisch unauffällig. Deutschland erwartet bis zu 120.000 Neuerkrankungen pro Jahr.

Klassische Symptome

Ein charakteristisches Symptom bei Borreliose stellt die Wanderröte (Erythema migrans) dar. Diese ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle kann Tage bis Wochen nach einem Stich sichtbar sein.

Das Erythema migrans tritt nicht bei allen Borreliose-Patienten auf, sondern nur bei 80 bis 90 Prozent.

Im frühen Erkrankungsstadium kommt es zu Allgemeinsymptomen wie bei einer Grippe. Selten treten schmerzlose Knoten an Ohrläppchen und Skrotum sowie in der Mamillarregion auf.

Innerhalb von sechs bis zwölf Wochen nach der Infektion können Symptome der Neuroborreliose auftreten. Dies betrifft etwa zehn Prozent der Patienten .

Eine frühe Neuroborreliose äußert sich unter anderem durch Kopfschmerzen aufgrund einer Hirnhautentzündung. Bei Voranschreiten der Erkrankung kommt es zu einer Vielfalt von neurologischen Störungen.

Als Beispiele dafür gelten etwa Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen sowie Inkontinenz, Koordinations- und Gangstörungen.

Im chronischen Spätstadium treten in vielen Fällen Gelenkentzündungen (Arthritiden) auf. Selten kommen dagegen Herzmuskel- und Gefäßentzündungen und eine spezielle Hauterkrankung (Acrodermatitis chronica atrophicans) vor.

Eine Behandlung ist schwierig

Ist die FSME erst einmal ausgebrochen, kann der Arzt nur noch Ihre Beschwerden lindern. Eine wirksame Therapie zur Heilung gibt es zurzeit noch nicht.

Auch nach einer Intensivbehandlung in der Klinik bleiben dann meist schwerwiegende Spätschäden wie Lähmungen zurück.

Die einzige Präventivmaßnahme ist das Vermeiden von Zeckenbissen oder eine vorbeugende Schutzimpfung. Eine Karte zu den FSME-Risikogebieten erhalten Sie in Apotheken oder beim Robert-Koch-Institut (www.rki.de).

Einen sicheren Schutz vor FSME bietet nur die vorbeugende Schutzimpfung bei Ihrem Hausarzt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn Sie in einem Risikogebiet leben oder eine Reise dorthin planen (besonders Süddeutschland und Österreich).

Es gibt auch eine Schnellimmunisierung direkt nach dem Biss. Einen langfristigen Schutz bauen Sie dadurch aber nicht auf.

Die 8 häufigsten Irrtümern zur Lyme-Borreliose

1. Schwierigkeit Bluttest: Angeblich sind sie unzuverlässig und viele Patienten erreichen trotz einer Borreliose ein seronegatives Ergebnis. Richtig ist: In den ersten vier bis sechs Wochen fällt die Immunantwort tatsächlich oft negativ aus, das ändert sich in späteren Stadien.

2. Es kommt vor, dass bei Patienten mit einer monatelangen Erkrankung nurIgM-Antikörper (Antikörper, die sich bei Erstkontakt mit Antigenen bilden) nachweisbar sind. Richtig ist: Nach einer Krankheitsdauer von vier bis sechs Wochen sollte der Patient IgG-positiv (Abwehrphase) sein. Ein IgM-Test ist lediglich in der Frühphase der Erkrankung sinnvoll.

3. Nach einer Antibiotika-Therapie zeigen positive Antikörper-Tests an, dass keine ausreichende Behandlung stattgefunden habe. Richtig ist: Es ist normal, dass die Immunantwort im Körper „verharrt“ und nicht sofort verschwindet, daher ist sie nachweisbar.

4. Nach einer Antibiotika-Therapie können Bluttests negativ ausfallen. Die Ursache dafür liegt in einer anderen Infektion. Richtig ist: Es gibt laut den Wissenschaftlern keinerlei Hinweise dafür.

5. Bei der klinischen Diagnose existieren verschiedene Symptome, die man bei Diagnosestellung berücksichtigen muss. Richtig ist: Ausschließlich das Erythema migrans gilt als verlässliches Zeichen.

6. Wer an einer Gedächtnisstörung und einem Erschöpfungssyndrom leidet, weist eine Borreliose des Nervensystems (ZNS) auf. Richtig ist: Es gilt als recht unwahrscheinlich, da es nur bei 10 Prozent der Patienten es zu einer Infektion des ZNS kommt.

7. Lyme-Borreliose kann tödlich sein. Richtig ist: Wissenschaftler halten dies für extrem unwahrscheinlich.

8. Klingen die Symptome unter einer Antibiotika-Therapie nicht ab, muss länger therapiert werden. Richtig ist: Laut der aktuellen Studienlage brachten Langzeittherapien von über vier Wochen keinen nennenswerten Nutzen bei der Heilung. In der Regel reicht eine Therapie mit Antibiotika von zwei bis vier Wochen aus.

Neuer Schnelltest zeigt an, ob Sie borreliosegefährdet sind

Um Ihr Borrelioserisiko zu senken, gibt es jetzt einen viel besseren Weg: Mit Hilfe eines molekularbiologischen Test-Verfahrens – der so genannten PCr (englich: Polymerase Chain reaction; zu Deutsch: Polymerase-Kettenreaktion) – erfahren Sie bereits nach 48 Stunden, ob „Ihre“ Zecke mit Borrelien infiziert war.

Für diese Untersuchung sollten Sie das Tier (tot oder lebendig) nach dem Zeckenstich schnellstmöglich an ein darauf spezialisiertes Labor schicken.

Das Labor informiert Sie dann telefonisch über das Resultat und darüber, wie die nächsten Schritte aussehen sollten. Die Untersuchung kostet etwa 40 €. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten leider nicht.

Wurden keine Borrelien in der Zecke gefunden, müssen Sie sich vor einer Infektion nicht mehr fürchten, und ein Antibiotikum ist unnötig.

Ein positives Labor-Ergebnis beweist zwar das Vorhandensein von Borrelien in der Zecke. Doch das heißt nicht, dass Sie sich auch tatsächlich infiziert haben. Sie sollten also wachsam bleiben und sich am besten an Ihren Arzt wenden.

Antibiotika sind jedoch auch bei einem positiven Ergebnis erst nötig, wenn Sie sich im Laufe der nächsten zehn bis 14 Tage allgemein unwohl fühlen und sich die typische Rötung an der Einstichstelle zeigt.

Die Zecke auf der Suche nach warm-feuchten Hautstellen

Noch immer hält sich der Irrglaube, Zecken würden sich von Bäumen und Sträuchern fallen lassen. Das ist aber so nicht der Fall. Vielmehr sitzen die Tiere in niedrigem Gestrüpp, Gräsern und ähnlichem Bodenbewuchs.

Dort warten sie und achten auf Erschütterungen. Gleichzeitig registrieren sie Körperwärme und Duft von neuen, potentiellen „Opfern“.

Hat sie Mensch oder Tier gewittert, lässt sich sie fallen. Dann wandert sie (teilweise bis zu 12 Stunden) über den Körper, bis sie eine ihrangenehme Stelle für den Biss gefunden hat.In der Regel findet dieser in Kniekehlen, am Haaransatz, zwischen den Beinen oder unter den Armen statt, da die Zecken das feucht-warme Klima dieser Hautstellen mögen.

Mechanischer Schutz ist der beste

Bei Zecken gilt: Vorbeugung ist der beste Schutz. Es gibt eine ganze Reihe Anti-Zecken-Mittel auf dem Markt. In Tests hat sich aber gezeigt, dass sie entweder kaum Wirkung zeigen oder aber deutlich kürzer wirken als angegeben.

Daher ist der mechanische Schutz, also der durch Kleidung, der beste. Beim Wandern, Spazieren gehen und bei der Gartenarbeit sollten Sie langärmlige Shirts und lange Hosen tragen.

Stopfen Sie Ihre Socken in die Hosenbeine oder tragen Sie lange Gummistiefel.

Tipps zur Vermeidung von Zeckenbissen

So minimieren Sie Ihr Risiko einer Gefährdung durch Zeckenbisse:

  • Bleiben Sie auf den Wegen – Wenn Sie im Wald spazieren gehen, weichen Sie nicht von den markierten Wegen ab. Zecken leben in niedrigen Büschen und hohen Gräsern, wo Sie diese streifen. Sie springen nicht, fliegen nicht auf Sie und stürzen nicht von Bäumen auf Sie herunter. Meiden Sie hohes Gras und Krautbewuchs, besonders auf feuchten (Wald-)Wiesen, denn Zecken benötigen 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Setzen Sie sich nicht auf den Boden.
  • Schützen Sie Ihren Hof vor Zecken – Zecken leben nicht nur in Wäldern. Sie fühlen sich ebenso wohl in Höfen, Gärten und Holzschuppen. Die Beseitigung von Blättern und Gebüsch in Ihrem Hof reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenbisses. Bewahren Sie Ihre Holzvorräte an sonnigen Orten auf.
  • Tragen Sie schützende Kleidung – Richtige Bekleidung verhütet möglicherweise einen Zeckenbiss verhüten. Tragen Sie in der freien Natur (auch beim Joggen, Golfen und bei der Gartenarbeit) geschlossene Schuhe. Benutzen Sie langärmlige Hemden und verpacken Sie Ihre Hosenenden in Stiefeln oder Strümpfen. Mit heller Kleidung entdecken Sie eventuell dunkelfarbige Zecken, bevor diese zubeißen.
  • Benutzen Sie Insektenschutzmittel – Viele von ihnen schützen auch vor Zecken, beispielsweise Zanzarin® Zeckenschutz Bio (100 ml 8,15 €) oder Autan® Active (100 ml 7,75 €). Benutzen Sie Produkte, die DEET oder Permethrin enthalten. Beachten Sie die Warnhinweise auf der Packung.
  • Suchen Sie abends Ihren Körper (v. a. Bauchnabel, Achselhöhlen, Nacken, Genitalbereich, Kniekehlen und Armbeugen) nach Zecken ab und entfernen Sie diese sofort.
  • Schützen Sie Ihre Haustiere gegen Zecken (z. B. mit Frontline® für Katzen oder Advantix® für Hunde). Die Blutsauger springen beim Streicheln und Bürsten schnell auf den Menschen über.

Vergessen Sie das Absuchen nicht

Nach jedem Aufenthalt im Freien sollten Sie Ihre Haut absuchen (lassen). Vorsicht: Zecken, die so groß wie ein 5-Cent-Stück sind, wie Sie es vielleicht von den Haustieren kennen, sind beim Menschen selten.

Wir werden eher von den kleinen Zecken heimgesucht. Daher müssen Sie genau gucken, denn die winzigen Zecken werden schnell übersehen.

Schauen Sie nicht nur an dem Tag, an dem Sie unterwegs waren, sondern auch noch einen bis zwei Tage nachher. Denn die Tiere wandern durchaus mehrere Stunden über Ihren Körper.

Die Tiere sondern die Krankheitserreger übrigens erst rund zwölf Stunden nach dem Biss ab. Borreliose kann in ganz Deutschland vorkommen (im Norden am seltensten), FSME beschränkt sich (noch) überwiegend auf den Süden Deutschlands.

Daher ist die Infektionsgefahr gering, wenn Sie die Tiere frühzeitig entdecken und entfernen.

Mit imprägnierten T-Shirts gegen Zecken

Spezielle Kleidung soll künftig Outdoorsportler, Spaziergänger und diejenigen, die draußen arbeiten wie Landwirte vor den gefürchteten Zeckenbissen schützen. Der Wirkstoff, der bewirken kann, dass den Holzböcken die Lust aufs Beißen vergällt wird, heißt Permethrin.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die Kleidung bereits mit Permethrin imprägniert kaufen oder ob Sie Ihre normale Kleidung selbst mit einem „Clothing Treatment Kit“ imprägnieren.

Im Rahmen einer Studie unter der Leitung von Prof. Peter Mayser von der Klinik für Dermatologie und Andrologie der Universität Gießen hatten sich 15 Freiwillige von jeweils zehn der beißfreudigen Tierchen bekrabbeln lassen.

Zweieinhalb Stunden durften sie sich austoben, dann wurde geprüft, wie viele der Zecken dem Studienteilnehmer noch anhafteten.

Egal ob die Kleidung bereits imprägniert oder erst im Nachhinein bearbeitet worden war: Diejenigen, die Permethrin imprägnierte Kleidung trugen, erlitten 3-mal weniger Zeckenbisse als Studienteilnehmer ohne vorbereitete Kleidung.

Wer zusätzlich noch mit Permethrin versorgte Socken und Schuhe trug, konnte sich über eine 73 Prozent niedrigere Bissrate freuen. Viele Zecken waren zudem schon abgestorben.

Nur 23 Prozent überlebten die Chemikalie. Diese ist nach Aussagen von Prof. Mayser sehr fest an die Kleidung gebunden, sodass sie kaum durch die Haut in den Körper gelangen kann.

Er findet die Imprägnierung deshalb vor allem in Hochrisikogebieten für sehr empfehlenswert.

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