Vielleicht sind auch Sie verwirrt und aufgeschreckt durch die Berichte in den Medien: Ist die Vogelgrippe jetzt für den Menschen gefährlich oder nicht? Kann ich mich mit einer Impfung davor schützen oder soll ich mir lieber den Kühlschrank vollpacken mit Medikamenten für den Ernstfall? Wir raten zu ruhig Blut: Das Virus ist in erster Linie eine Vogelkrankheit – und Ihr Risiko, sich damit zu infizieren, geht gegen Null.

Vor jedem Winter werden besonders ältere und chronisch kranke Menschen aufgefordert, sich gegen das Grippevirus (Influenza) impfen zu lassen. Doch in diesem Jahr klingen die Warnungen vor der Grippe so bedrohlich wie lange nicht mehr. Denn die Vogelgrippe ist im Anmarsch.

Lassen Sie sich nicht verrückt machen! Für eine solche Panik besteht absolut kein Anlass. Denn was in den meisten Medienberichten über die Vogelgrippe meist verschwiegen wird: Bei der Vogelgrippe handelt es sich in erster Linie um eine Tierseuche. Sie bedroht Vögel, aber nicht Menschen. Der Mensch kann sich (in seltenen Fällen) nur durch den direkten Kontakt mit Vögeln infizieren, eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ausgeschlossen.

 

Nur der Kontakt mit infizierten Vögeln ist riskant

Das Vogelgrippevirus trägt den Namen H5N1. Er bezieht sich auf zwei Eiweißstoffe auf der Virusoberfläche: das Hämaglutinin und die Neuraminidase. Jeder Virusstamm trägt leicht unterschiedliche Varianten, z. B. gibt es ein Menschen-Influenza-Virus mit den Varianten H3N2. Diese Eiweiß-Ausstattung macht es dem Virus leicht, in menschliche Zellen einzudringen. Das Influenza-Virus H5N1 ist dagegen auf Vogelzellen spezialisiert.

Die Variante H5N1 breitet sich unter Vögeln und Geflügel seit Anfang 2004 von Südostasien westwärts aus. Bislang sind dort 100 Menschen mit dem H5N1-Virus infiziert worden, etwa die Hälfte davon ist gestorben. Allerdings: Die Patienten haben sich stets durch den direkten Kontakt zu infizierten Vögeln (z. B. auf Geflügelfarmen) mit dem Virus angesteckt. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht beobachtet worden.

Für Sie heißt das: Das Risiko einer Infektion mit der Vogelgrippe ist nahezu gleich Null, wenn Sie nicht mit infizierten Vögeln zu tun haben. Wie eng dieser Kontakt sein muss, ist bisher nicht bekannt. Sie sollten sich daher vorsichtshalber während der Zugvögelsaison von toten oder kränklichen Vögeln fernhalten. Vollkommen übertrieben ist es jedoch, wegen der Vogelgrippe auf Eier oder Geflügelfleisch zu verzichten. Denn Kochen und Braten töten den Erreger zuverlässig ab.

 

Die Grippe-Impfung sollten Sie nicht vernachlässigen

Gefährlich werden kann das Virus nur durch folgende theoretische Überlegung: Wenn sich ein Mensch irgendwo auf dieser Welt zugleich mit dem Vogelgrippevirus und mit einem menschlichen Grippevirus infiziert, können sich beide Viren vermischen und zu einer neuen – nun auch leicht von Mensch zu Mensch übertragbaren – Variante werden. Damit eine solche gleichzeitige Infektion mit Vogel- und menschlichen Grippe-Viren erschwert wird, raten Ärzte dringend zur alljährlichen Grippeschutzimpfung.

 

In diesen Fällen ist eine Grippe- Impfung wichtig:

  • bei Menschen über 60 Jahren
  • bei chronischen Krankheiten (z. B. Asthma, Herzschwäche, Diabetes und Nierenleiden)
  • bei erhöhter Infektionsgefahr (z. B. medizinisches Personal, Busfahrer, Lehrer)

Im Prinzip gilt diese Empfehlung selbstverständlich in jedem Jahr. Und Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Impfung nur gegen die bisher bekannten menschlichen Viren, aber nicht gegen die Vogelgrippe schützt.

 

Das sollten Sie über die Vogelgrippe wissen

  • Das Virus breitet sich seit 2004 von Südostasien in Richtung Europa aus.
  • Bisher haben sich etwa 100 Menschen damit angesteckt, jedoch nur durch den Kontakt mit infizierten Tieren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht beobachtet worden.
  • Wenn Sie also keinen Kontakt zu infizierten Tieren haben, ist das Ansteckungsrisiko für Sie extrem gering.
  • Die normale Grippe-Impfung schützt nicht vor einer Infektion mit dem Vogelvirus. Dennoch ist die Impfung – wie in jedem Jahr – sinnvoll, um sich gegen die menschlichen Grippeviren zu schützen.

Wegen der geringen Gefahr, sich mit der Vogelgrippe zu infizieren, müssen Sie sich auch nicht „für den Fall der Fälle“ mit einem Grippemedikament bevorraten. Drei solcher Medikamente sind derzeit auf dem Markt, wobei Präparate mit dem Wirkstoff Amantadin gegen H5N1 unwirksam sind. Die Präparate Relenza® (Wirkstoff Zanamivir) und Tamiflu® (Wirkstoff Oseltamivir) könnten dagegen einen gewissen Schutz gegen die Vogelgrippe bieten. Mit der Therapie sollten Sie aber möglichst schnell nach Symptombeginn anfangen, am besten innerhalb von 48 Stunden.

Fazit: Zu einer Panik besteht derzeit kein Anlass, da das Vogelgrippevirus nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Dennoch ist eine Grippe-Impfung ratsam, weil Sie sich damit gegen die „normalen“ menschlichen Virus-Varianten schützen können. Positiver Nebeneffekt der Impfung: Je mehr Menschen geimpft sind, desto unwahrscheinlicher wird eine gefährliche Doppelinfektion mit menschlichen und tierischen Viren, wobei tatsächlich ein gefährlicher Virusstamm entstehen könnte.

+ + + News zu "Vogelgrippe" + + +

  • Garantie: Wir geben Ihre E-Mail nie an Dritte weiter.
  • Garantie: Sie können sich jederzeit abmelden.
  • Garantie: Ehrenkodex E-Mail Marketing und zertifizierter Versender.