Verdauungsprobleme: Welche Abführmittel sind empfehlenswert?
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Einnahmedauer: Generell sollten Sie Abführmittel nicht dauerhaft einnehmen. Ausnahmen sind z. B. Patienten, deren Darmtätigkeit aufgrund anderer Krankheiten (z. B. Querschnittslähmungen) oder Bettlägerigkeit eingeschränkt ist oder die starkes Pressen beim Stuhlgang vermeiden sollten (z. B. nach Herzinfarkten oder Leistenbrüchen). Spätestens nach 14 Tagen ist der Nutzen dieser Mittel nicht größer als die Gefahr langfristiger Nebenwirkungen.
Nebenwirkungen: Abführmittel beschleunigen die Darmpassage, und so bleibt dem Darm weniger Zeit, um wichtige Vitalstoffe aufzunehmen. Leicht kommt es u. a. zu einem Magnesium- und Kaliummangel. Das schwächt die Tätigkeit der Darmmuskulatur noch weiter und kann sogar zu Herzrhythmusstörungen führen. Pflanzliche Abführmittel, die Anthrachinone enthalten (z. B. Aloe vera, Faulbaum oder Sennesblätter), stehen bei langfristiger Einnahme unter Krebsverdacht.
Empfehlenswerte Mittel: Zuerst sollten Sie immer Quellstoffpräparate wie Flohsamenschalen oder Leinsamen ausprobieren. Sie reizen den Darm nicht und wirken allein über eine Vergrößerung des Stuhlvolumens. Ähnlich wirkt auch Laktulose (ein synthetischer Quellstoff). Versuchsweise können Sie auch Milchzucker einsetzen, der ebenfalls eine abführende Wirkung hat. Allerdings reagieren Patienten mit einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) darauf mit Blähungen und Völlegefühl.
Weniger empfehlenswert: Mittel, die die Darmwand reizen, sollten Sie nur 3 bis 4 Tage lang anwenden – dazu zählen z. B. die oben erwähnten anthrachinonhaltigen Heilpflanzen und der Wirkstoff Biscodyol (z. B. Dulcolax®). Ebenfalls nicht für den Dauergebrauch eignen sich abführende Salze (z. B. Bitter- und Glaubersalz), da sie zu Mineralstoffverlusten führen und die Darmflora schädigen.