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Selbsthilfe bei Verdauungsproblemen: Alternativen ohne Chemie

Beschwerden des Magen-Darm-Bereichs gehören zu den häufigsten Alltags-Wehwehchen. Sie brauchen dennoch nicht auf Zwieback umzusteigen, um ihnen zu entgehen.

Hier erhalten Sie wertvolle Tipps, mit denen Sie die typischen Krankheiten von Verstopfung bis zur Darmkolik nicht nur in den Griff bekommen, sondern möglichen Verdauungsproblemen auch vorbeugen können.

Verdauungsstörungen: Medikamente vs. Hausmittel

Der Verdauungstrakt ist ein empfindlicher Teil Ihres Körpers.

Auf dem Weg, den die Nahrung vom Magen über den Darm bis hin zu den Ausscheidungsorganen zurücklegt, gibt es viele Stellen, die sensibel auf eine falsche Ernährung, eventuell noch kombiniert mit Stress, reagieren können.

Schnell kommt es dann zu „harmloseren“ Beschwerden wie Durchfall oder Verstopfung. Auf Dauer können sich daraus aber schmerzhafte Koliken oder sogar ein Magengeschwür entwickeln.

Am einfachsten ist es natürlich, wenn Sie bei solchen Beschwerden zu Medikamenten greifen. Aber damit bekämpfen Sie nur die Symptome Ihrer Verdauungsprobleme.

Wenn Sie jedoch die Ursachen der Magen-Darm-Probleme erkennen, können Sie diese gezielt vermeiden und, wenn sie dennoch auftreten, auch schnell wieder lindern. In den meisten Fällen helfen bei Magen- oder Darmproblemen althergebrachte Hausmittel.

Erst wenn die Beschwerden nach drei bis vier Tagen nicht besser werden, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen.

Gesunde Verdauung durch Bitterstoffe

In Obst, Gemüse und Kräutern enthaltene Verbindungen, die bitter schmecken, werden Bitterstoffe (Amara) genannt und leisten einen wertvollen Beitrag zu Ihrer Verdauung.

Bereits im Mund beginnen die Bitterstoffe zu wirken, denn durch den bitteren Geschmack auf der Zunge wird die Ausschüttung von Speichel und Verdauungssäften angekurbelt. Durch die erhöhte Produktion von Magen-, Gallen- und Bauchspeicheldrüsensaft werden alle Verdauungsvorgänge beschleunigt und die Nahrungsbestandteile besser verwertet.

Die verbesserte Aufspaltung der Nahrung hilft auch dabei, Blähungen zu vermeiden. Außerdem sorgen Bitterstoffe dafür, dass die fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) besser aufgenommen werden.

Die verdauungsfördernden Bitterstoffe sind reichlich enthalten in:

  • Gemüse: Artischocken, Brokkoli, Rosenkohl, Wirsing
  • Salat: Endivie, Radicchio, Rucola, Chicoree, Kresse
  • Obst: Grapefruits, Bitterorangen
  • Kräuter: Kerbel, Wermut, Beifuß

Außerdem finden Sie Bitterstoffe in Gewürzen wie Kurkuma, Koriander und Kardamom. Wenn Sie Ihrer Verdauung etwas Gutes tun oder den Appetit anregen wollen, sollten Sie einmal einen Artischockentee probieren.

Übergießen Sie dazu einen Teelöffel getrocknete Artischockenblätter (aus der Apotheke) mit 150 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen, ehe Sie ihn abseihen.

Bereiten Sie den Artischockentee immer frisch zu und trinken Sie ihn zur Appetitanregung vor dem Essen, als Verdauungshilfe unmittelbar danach.

So funktioniert eine gesunde Verdauung

Der Speisebrei gelangt über Speiseröhre und Magen zuerst in den Dünndarm. Dort leisten Enzyme die hauptsächliche Verdauungsarbeit.

Im sich anschließenden Dickdarm wird der Nahrungsbrei eingedickt, und unverdaute Nahrungsreste werden von den Darmbakterien (Darmflora) verwertet.

Sodbrennen

Sodbrennen ist ein saures Aufstoßen, eventuell sogar verbunden mit dem Aufsteigen von Speisebrei. Die Beschwerden entstehen, wenn der Magen durch süße oder fettige Speisen und Getränke dazu veranlasst wird, zu viel Magensäure zu produzieren.

Sie sollten zur Vorbeugung auf scharfe Speisen, Alkohol und Nikotin verzichten, aber auch auf Mahlzeiten, die viel Weißmehl und Zucker enthalten.

Das hilft Ihnen im Akutfall:

  • Wenn die Säurebildung im Magen zu stark wird, kochen Sie sich eine Portion Kartoffelbrei. Dieser neutralisiert die überflüssige Säure im Magen.
  • Trinken Sie Getränke, die den Magen nicht reizen. Dazu gehören Mineralwässer ohne Kohlensäure, Gemüsesaft oder Tee.
  • Wenn Sie zu Sodbrennen neigen, sollten Sie öfters Schonkost essen.
  • Des Weiteren empfiehlt sich viel Bewegung, da die Verdauung dadurch angeregt wird und die Nahrung schnell zerkleinert und weiterbefördert wird. Gehen Sie also jeden Tag mindestens eine halbe Stunde spazieren.

Der nervöse Magen

Dieser kann hervorgerufen werden durch eine zu starke Belastung des Magens, zum Beispiel durch fettes Essen, aber auch durch Stress oder Depressionen. Dann kommt es zur übermäßigen Bildung von saurem Magensaft.

Begleiterscheinungen sind Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit oder mangelnder Appetit.

Sie können einen nervösen Magen durch ein gezieltes Stressmanagement gut vermeiden. Sie sollten Entspannungstechniken lernen, zum Beispiel Autogenes Training oder Yoga.

Aber Sie sollten Ihren Magen auch durch die Nahrung so wenig wie möglich reizen. Verzichten Sie vorbeugend auf Kaffee, Alkohol und Zigaretten.

Wenn Ihr Magen dennoch überreizt ist, hilft Folgendes:

  • Essen Sie Schonkost.
  • Bei krampfartigen Magenschmerzen kann Ihnen Hopfen-, Melissen- oder Schöllkrauttee helfen.
  • Beruhigend wirken Fenchel-, Kamillen- oder Schafgarbentee. Auch Pfefferminz- und Rosmarinöl beruhigen Ihren Magen. Geben Sie einige Tropfen in heißes Wasser und inhalieren Sie.
  • Legen Sie sich eine Wärmflasche oder feuchtwarme Auflagen auf den Bauch.
  • Ebenfalls entspannend und schmerzlindernd kann eine sanfte Bauchmassage wirken. Streichen Sie dafür kreisförmig mit sanftem Druck über Ihren Bauch.
  • Atemübungen helfen Ihnen, nicht nur dem Stress zu entgehen, sondern auch bei akuten Magenkrämpfen zu entspannen.

Magenschleimhautentzündung

Diese ist meist eine Folge von Vergiftungserscheinungen, beispielsweise durch verdorbene Lebensmittel, leicht giftige Pilze, übermäßiger Genuss von Alkohol, Zigaretten, Medikamenten oder Kaffee. Dann kommt es zu Übelkeit, Fieber und Erbrechen.

Ein deutliches Anzeichen ist auch eine belegte Zunge. Wenn Sie nicht wissen, ob Ihre Magenschleimhautentzündung Ursache einer Vergiftung ist oder ob Sie „über die Stränge geschlagen“ haben, sollten Sie auf jeden Fall den Arzt aufsuchen.

Bei einer Magenschleimhaut-Entzündung hilft Ihnen Folgendes:

  • Versuchen Sie, zu entgiften. Das geht auf drei Wegen: Zunächst erfolgt die Entgiftung über die Haut durch Saunabesuche. Das ist besonders zur kalten Jahreszeit sehr angenehm. Dann können Sie über die Nieren entgiften. Das geschieht durch harntreibende Tees, zum Beispiel mit Birkenrinde, Lindenblüten, Brennnesseln oder Liebstöckl. Die dritte Entgiftungsmethode funktioniert über den Darm in Form von Einläufen.
  • Ihr Magen muss sich beruhigen. Großmutter empfiehlt dazu, ein bis drei Tage lang eine Monodiät zu machen: Trinken Sie über den Tag verteilt einen Liter Kohlsaft aus dem Reformhaus, den Sie mit bis zu einem halben Liter Wasser verdünnen. Kohlsaft hat wundheilende Eigenschaften gegenüber der Magenschleimhaut. Während dieser Zeit sollten Sie zusätzlich Tees trinken, die aus Salbei, Bohnenkraut oder Thymian bestehen.
  • Auch Heilerde kann die Magenschleimhaut beruhigen. Geben Sie dazu einen Teelöffel Heilerde auf ein halbes Glas Wasser pro Tag. Übrigens: Heilerde schmeckt in Orangensaft zwar besser, aber die im Saft enthaltene Säure würde den Magen noch zusätzlich reizen.
  • Vermeiden Sie kalte Getränke, denn sie reizen den Magen zu sehr. Auch Speisen, die Zucker oder Weißmehl enthalten, sollten Sie nicht zu sich nehmen, bis es Ihnen wieder besser geht, mindestens aber drei Tage lang.
  • Gegen Magenschmerzen empfiehlt sich Kamillentee, aber auch Tee aus Melisse, Kümmel oder Tausendgüldenkraut.

Was tun bei Appetitmangel?

Appetitmangel kann in verschiedenen Formen auftreten: Zum einen kann er Folge einer Magen-Darm-Erkrankung sein. Dann ist er ein natürlicher Schutz Ihres Körpers, der die Nahrung verweigert, bis Sie wieder gesund sind.

Würden Sie in dieser Zeit etwas essen, würden Sie durch die Verdauung sowohl die Heilung als auch die manchmal notwendige Entschlackung Ihres Körpers verhindern.

Appetitmangel kann aber auch einen seelischen Hintergrund haben. Dann wird er durch unverarbeitete Konflikte, Stress oder Probleme ausgelöst.

Wichtig ist in beiden Fällen, dass Sie nicht rauchen und keinen Alkohol trinken. Beides hemmt den Appetit.

So können Sie Ihren Appetit wieder anregen:

  • Essen Sie nur, wenn Sie Hunger haben, und dann auch nur das, worauf Sie wirklich Appetit haben.
  • Es gibt einige Gemüsesorten, die Ihren Appetit besonders anregen können. Dies sind Paprika, Sellerie, Fenchel, Ampfer, Tomate, Rettich, Lauch, Löwenzahn, Zwiebeln, Möhren oder Rhabarber. Sie sollten sie kochen oder dünsten, dann sind sie verträglicher.
  • Würzen Sie mit appetitanregenden Kräutern: Petersilie, Kresse, Koriander oder Nelken machen übrigens nicht nur Hunger, sondern regen auch die Produktion der Verdauungssäfte an.
  • Trinken Sie eine halbe Stunde vor Ihrer geplanten Mahlzeit appetitanregenden Tee. Besonders geeignet sind Bitterwurz, Tausendgüldenkraut, Schafgarbe, Wermut, Löwenzahn oder Chinarinde sowie Salbei.
  • Geruch kann Ihnen Appetit machen. Schnuppern Sie kurz vor dem Essen an ätherischem Salbei- oder Kamillenöl. Sie erhalten es in der Apotheke oder im Naturkostladen.

Sämtliche erwähnten Tees können Sie in der Apotheke kaufen. Aufgrund der variierenden Menge der Inhaltsstoffe je nach Präparat sollten Sie sich an die Dosierungs- und Zubereitungsanleitungen auf der Packung halten.

Darmkoliken

Dies sind krampfartige Schmerzen im Unterbauch. Sie hören von selbst auf, wenn sich der Darm durch Durchfall entleert hat. Schuld an den Koliken sind die Darmmuskeln, die sich krampfartig zusammenziehen.

Ausgelöst werden sie meist durch zu üppige Mahlzeiten oder eine schlechte Verdauung. Auch Entzündungen der Darmschleimhaut oder eine Lebensmittelallergie können schuld sein.

So helfen Sie sich selbst bei Darmkoliken:

  • Im Akutfall helfen Ihnen warme Auflagen, zum Beispiel die einfache Wärmflasche oder ein im Backofen erwärmtes Dinkelkissen.
  • Dünner schwarzer Tee, aber auch Kümmel- und Fencheltee wirken entkrampfend.
  • Darmreinigend und damit die Darmentleerung beschleunigend wirken Kräutertees wie Majoran-, Thymian- oder Löwenzahntee.
  • Um die Darmtätigkeit anzuregen, damit der Speisebrei schneller verdaut wird und nicht so lange im Darm verbleibt, eignet sich eine Heilerde-Kur. Trinken Sie jeden Morgen ein halbes Glas Wasser, in das Sie einen Esslöffel Heilerde eingerührt haben.

Blähungen

Blähungen sind immer das Ergebnis einer schlechten Verdauung. Wenn die Nahrung zu lange im Darm verbleibt, kommt es zur Gärung und anschließend zur Gasbildung. Gerade Menschen mit Übergewicht sind häufig betroffen.

Aber auch wenn Ihre Darmflora durch Antibiotika geschädigt ist, kann es zu Blähungen kommen. Um Blähungen zu vermeiden, sollten Sie Ihre Ernährung auf ballaststoffreiche Kost umstellen.

Ballaststoffe regen die Darmtätigkeit an, der Speisebrei wird schneller befördert.

Leiden Sie unter Blähungen, dann kann Ihnen Folgendes helfen:

  • Trinken Sie warmen Anis-, Dill-, Melissen- oder Schafgarbentee. Diese Tees wirken blähungshemmend.
  • Vermeiden Sie blähende Speisen wie Kohl oder Zwiebeln.
  • Vermeiden Sie verdauungshemmende Speisen wie Zucker, Honig oder Marmelade.

Durchfall

Dieser entsteht durch eine Abwehrreaktion Ihres Körpers. Er reagiert auf Gift- oder Schadstoffe, wie zum Beispiel Medikamente, verdorbene Nahrung oder Salmonellen.

Das Gefährliche an Durchfall ist, dass Sie viel Flüssigkeit und Mineralstoffe dabei verlieren können.

Bei akutem Durchfall gilt:

  • Trinken Sie viel. Geeignet sind kohlensäurefreie Getränke und ungesüßte Tees, zum Beispiel Nelkenwurz-, Beinwell- oder Gänsefingerkrauttee.
  • Trinken Sie zweimal pro Tag ein halbes Glas Wasser, in dem Sie einen Teelöffel Heilerde oder eine Messerspitze Kochsalz aufgelöst haben. So gleichen Sie den Verlust an Mineralstoffen wieder aus.
  • Essen Sie wenig. Geeignet sind Bananen, Naturreis oder Pellkartoffeln. Meiden sollten Sie in der Akutphase auf jeden Fall Obst und Gemüse sowie Milch.
  • Eine Ausnahme sind geriebene Äpfel. Sie regulieren die Darmfunktion und helfen, die Schadstoffe auszuscheiden.
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