Verdauungsprobleme: Mit gesunder Ernährung zu einer gesunden Verdauung
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Auf der Toilette „mal nicht zu können“, ist kein Grund zur Panik. Doch wer oft auf Reisen ist, sich ständig an einem anderen Ort aufhält und im Grunde keine Zeit für dieses „Geschäft“ hat, der kann schnell an einer Verstopfung leiden. Muss das sein?
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Unsere Verdauung ist ein natürlicher Vorgang, doch in der Gesellschaft völlig tabuisiert. Warum? Die Zahl derer, die unter Verdauungsproblemen leiden, lassen Experten mittlerweile von einem Volksleiden sprechen: 31 % der 30 bis 64-Jährigen sind davon betroffen. Verstopfung wird im allgemeinen auch nicht als Krankheit, sondern eher als Funktionsstörung angesehen, aber die Beschwerden und der Leidensdruck sind beträchtlich und oft für die Betroffenen lebensbeherrschend.
Die meisten Menschen betrachten es als normal, einmal täglich ihren Darm zu entleeren. Diese ideale Darmtätigkeit wird als selbstverständliche Körperfunktion empfunden und mit einer gewissen Befriedigung registriert. Doch selbst, wer „nur“ alle drei Tage zur Toilette geht, hat - medizinisch gesehen - eine normale Verdauung. Da man also mit diesen Durchschnittswerten nicht die normale Darmtätigkeit beschreiben kann, müssen für die Diagnose einer Verdauungserkrankung noch andere Aussagen wie z. B. Schmerzen während und die Dauer des Stuhlgangs und vor allem der Leidensdruck der Betroffenen hinzugezogen werden.
Willenskraft kann Ihnen bei Verdauungsproblemen nicht weiterhelfen
Jeder, der unter Verstopfung leidet, hat seine eigenen Versuche und Erfahrungen gemacht, um diese Beschwerden zu überwinden - Oft ohne Erfolg! Verstopfung ist keineswegs nur eine organische Störung, sondern mit einer großen Belastung der Persönlichkeit, einer Einschränkung der Lebensfreude und echtem Leidensdruck verbunden, denn die Gedanken kreisen stets um den Gang zur Toilette.
Verdauungsprobleme entstehen meist aufgrund unserer ungesunden Lebensführung. Einerseits beeinträchtigen Ernährungsgewohnheiten wie Essen unter Zeitdruck, das Auslassen des Frühstücks, hastige Nahrungsaufnahme und spät am Abend eingenommene Hauptmahlzeiten den Tagesrhythmus des Darms. Dadurch fehlen dem Verdauungstrakt – wie auch dem Menschen – die normalen Perioden von Anspannung und Entspannung. Das vegetative Nervensystem wird überreizt und es kann zu einer starken oder zu lang anhaltenden Kontraktion eines Darmsegments kommen. Doch die Ernährung alleine kann man nicht verantwortlich machen, auch mangelnde Bewegung ist ein wichtiger Faktor: Sitzen im Büro, Sitzen im Auto, Sitzen vor dem Fernseher – dies alles lässt die Darmmuskulatur erschlaffen. Leider lässt die alltägliche Hast vielen Menschen anscheinend auch gar keine Zeit mehr, ihrem Stuhlgang in Ruhe nachzugehen. Oft ist es auch eine gewisse Gehemmtheit durch eine ungewohnte Umgebung, unappetitliche Lokalitäten oder gar die Feststellung, dass noch jemand anders auf die Toilette möchte, die sich als unüberwindliches Hindernis negativ auf den Stuhlgang auswirkt. Auch die psychische Verfassung spielt eine Rolle. Man kann zwar nur schwierig beantworten, was zuerst entsteht: Die Verstopfung oder die Verstimmung? Aber eines ist sicher: Es zermürbt auf Dauer, sich immer aufgebläht und verstopft zu fühlen.
Lassen Sie bei Verdauungsproblemen die Finger von Abführmitteln
Anhand all dieser vielfältigen Entstehungsformen lassen sich auch deutlich die Risikogruppen erkennen. Neben älteren Menschen, bei denen die Möglichkeit zur geregelten Bewegung eingeschränkt ist, sind besonders Menschen betroffen, dieunter enormem Stress leiden. Die meisten Menschen, die unter Verstopfung leiden, greifen zu so genannten Laxanzien, allgemein Abführmittel genannt. Sie unterschätzen das eigentliche Problem, schämen sich, zum Arzt zu gehen oder haben erst gar keine Zeit dazu. Und was ist da nicht angenehmer und schneller, als ein Abführmittel einzunehmen, das man in jeder Drogerie rezeptfrei kaufen kann? Die Gewöhnung daran ist meist mit Abhängigkeit gleichzusetzen, und immer führt sie zu nachlassender Wirkung des Mittels, Erhöhung der Dosis, Flüssigkeitsentzug und Kaliummangel. Prinzipiell bringen die meisten Abführmittel anfänglich den gewünschten Erfolg, jedoch bleibt die Ursache weiterhin bestehen, und dem Betroffenen scheint das Absetzen des Mittels völlig unmöglich, da es ja sonst wieder zum Auftreten des Problems kommt.
Bei Verdauungsproblemen sind Ernährung und Bewegung die richtige Hilfe
Ein wichtiger Bestandteil bei der Überwindung der Verstopfung ist die richtige und ausgewogene Ernährung und regelmäßige fordernde, aber nicht überfordernde Bewegung. Nehmen Sie fünf kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt ein und versuchen Sie, sich bei mindestens zwei Mahlzeiten an einen gedeckten Tisch zu setzen. Nehmen Sie sich dann auch Zeit zum Essen, kauen Sie ruhig und bewusst. Vermeiden Sie strenge Diäten, die Ihnen die Freude am Essen verderben, sondern essen Sie das, was Ihnen auch schmeckt. Sie sollten dabei einfach darauf achten, dass sie reichhaltige Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Salat in ausreichender Form zu sich nehmen und wenn möglich auf Fette, Milchund Milchprodukte und stopfende Nahrungsmittel wie schwarzen Tee, Rotwein und Kakao verzichten.Trinken Sie mindestens 1,5 Liter Mineralwasser oder Früchtetee täglich.
Nehmen Sie sich Zeit für den Gang zur Toilette, versuchen Sie, Ihren Darm an feste Zeiten zu gewöhnen und wenn „es“ mal wieder nicht klappt, warten Sie auf den nächsten Tag, lassen Sie keine schlechte Stimmung aufkommen und vergessen Sie nicht: Geduld ist ausschlaggebend, erwarten Sie nicht, dass sich schon innerhalb eines Tages der Erfolg einstellt.