Verdauungsprobleme: Massage gegen Verstopfung und Blähungen
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Macht Ihnen Ihr Darm auch manchmal zu schaffen? Leiden Sie an Verdauungsproblemen? Dann sollten Sie mal ein sanftes Massageverfahren ausprobieren, das heute im Zeitalter der „Pillengläubigkeit“ leider von vielen Ärzten kaum noch verordnet wird: die Kolonmassage. Diese sanfte Druckmassage beruhigt überaktive Darmabschnitte, wirkt aber auch aktivierend, wenn Ihr Darm etwas träge geworden ist und kann so Ihre Verdauungsprobleme lindern. Und das Beste: Sie können die Massage auch selbst zu Hause durchführen – eine genaue Anleitung dazu erhalten Sie in diesem Beitrag.
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Der Dickdarm (Kolon) ist die letzte Station, die der Nahrungsbrei auf seiner Passage durch den Körper erreicht. Im Kolon wird der Darminhalt nicht nur in eine Richtung befördert, sondern mehrfach hin- und herbewegt, bevor er schließlich ausgeschieden wird. Das gibt der Darmflora Zeit, auch noch die letzten, schwer verwertbaren Nahrungsbestandteile (z. B. Pflanzenfasern) zu zersetzen. Außerdem werden Verdauungssäfte zurückgewonnen und der Darminhalt eingedickt.
Doch die Verdauungsprozesse im Dickdarm sind sehr störanfällig und so können Verdauungsprobleme auftreten. Häufig tritt z. B. der so genannte Reizdarm auf, bei dem sich Verstopfung und Durchfall abwechseln können. Verbunden ist diese Erkrankung oft mit starken Bauchschmerzen. Auch schmerzhafte Blähungen gehören zu den Verdauungsproblemen und haben ihren Ursprung im Dickdarm. Sie entstehen, wenn die Darmflora zu viele Gase produziert.
Ursache von Verdauungsproblemen ist oft eine krankhaft veränderte Darmbewegung (Peristaltik). So kann z. B. bei Verstopfung die Muskelspannung in einigen Darmabschnitten zu schwach sein, sodass der Nahht mehr vorwärtstransportiert wird. Hier schafft die Kolonmassage (auch als „Kolonbehandlung“ bezeichnet) einen wichtigen Ausgleich.
Gegen diese Beschwerden hilft eine Kolonmassage:
- Verstopfung
- Reizdarm
- Blähungen
- Darmkrämpfe
- Roehmheldsche Krankheit (Herzschmerzen durch Blähungen)
- Migräne (wenn sie mit Bauchkrämpfen verbunden ist)
- Verkrampfungen der Gallengänge
- Zwölffingerdarmgeschwüre
In vielen Fällen konnte die Kolonmassage auch Menschen helfen, die aufgrund von Nervenschäden nur eine unzureichende Darmperistaltik haben, z. B. Querschnittsgelähmte oder Patienten nach einem Schlaganfall.
Behandelt werden 5 spezielle Punkte auf der Bauchdecke
Die Behandlung wird von speziell ausgebildeten Masseuren vorgenommen. Sie können sie aber auch selbst zu Hause durchführen. Am besten ist es, wenn Sie sich von einem Therapeuten in die Durchführung einweisen lassen.
Massiert wird bei der Kolonbehandlung nicht der gesamte Dickdarm, sondern lediglich 5 genau festgelegte Punkte. Das unterscheidet die Kolonbehandlung z. B. von der Darmmassage nach F. X. Mayr, bei der die ganze Bauchdecke massiert wird. Die behandelten Punkte zeichnen sich dadurch aus, dass hier der Darm mit dem Bauchfell verwachsen ist. Daher kann er der massierenden Hand an diesen Stellen nicht entwischen und zur Seite „wegrutschen“.
Zunächst wird der Therapeut Ihren Darm betasten und beklopfen, um schlaffe oder zu stark angespannte Abschnitte zu identifizieren. Erst dann beginnt die eigentliche Behandlung. Sie liegen dabei entspannt auf einer Liege, die Knie sind leicht angewinkelt, um die Bauchmuskeln zu entspannen.
Jeder Punkt wird etwa 3 bis 5 Minuten lang massiert. Dabei drückt die Hand die Haut während eines Atemzugs tief nach unten und lässt sich von der Bauchdecke beim Einatmen wieder nach oben tragen. Innerhalb von 20 bis 30 Minuten werden alle Punkte massiert. Den Abschluss bilden streichende Bewegungen über den gesamten Abschnitt des Dickdarms hinweg.
Die Massage beruhigt die Nerven im Darm
Kolonbehandlungen werden häufig im Rahmen von stationären Kuraufenthalten angeboten. Ihr Arzt kann Sie jedoch auch an einen Masseur überweisen, den Sie dann für 6 bis 10 Behandlungen 2- bis 3-mal wöchentlich aufsuchen. Die Kosten der Behandlung werden von den Krankenkassen übernommen.
In diesen Fällen darf die Kolonmassage nicht durchgeführt werden:
- Darmverschluss
- chronische Darmentzündungen
- Divertikulitis (entzündete Darmaussackungen)
- Entzündungen im Bauchraum
- Tumore im Bauchraum
- Schwangerschaft
- während der Menstruation sowie 3 Tage davor und danach
Die Wirksamkeit der Methode wurde bisher vor allem bei Verstopfung untersucht. So haben z. B. Mediziner an der Berliner Charité im Jahr 1995 über 40 Patienten insgesamt 6-mal massiert. Durch diese Behandlungsserie konnte die durchschnittliche „Transitzeit“ des Speisebreis durch den Darm von drei auf zwei Tage gesenkt werden.
Die Wirkung beruht nicht darauf, dass der Speisebrei einfach durch die Massage in Bewegung gesetzt wird. Vermutlich spielen eher Reflex-Wirkungen eine Rolle. Der Darm ist von einem dichten Nervengeflecht umgeben, und auf dieses könnte die Massage eine ausgleichende Wirkung haben: Überaktive Nerven werden beruhigt, inaktive Abschnitte angeregt. Für eine solche ausgleichende Wirkung auf das gesamte Nervensystem spricht auch die Beobachtung vieler Therapeuten, dass ihre Patienten während der Massage einschlafen. Was kann es also Sanfteres geben als eine solche Massage? Probieren Sie es aus!