Verdauungsprobleme: Ideale Heilmittel nicht nur bei Entzündungsschmerzen
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Dass Leinsamen eine natürliche Alternative zu synthetischen Abführmitteln ist, ist Ihnen wahrscheinlich bekannt. Doch die Heilpflanze kann noch viel mehr: Äußerlich angewandt lindert sie auch Hautentzündungen und Schmerzen. Dafür sorgen die in den Leinsamen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Diese schützen Sie langfristig sogar vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Alzheimer. Wir haben Ihnen die besten Rezepte zur Selbstanwendung zusammengestellt.
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Leinsamen entfaltet seine Wirkungen vor allem auf zwei Wegen: Die Schale ist reich an Quell- und Schleimstoffen, und im Inneren findet sich die zu den Omega-3-Fettsäuren zählende alpha-Linolensäure (die sogar ihren Namen der Pflanze verdankt). Sie wird im Körper zu schmerz- und entzündungshemmenden Botenstoffen umgebaut.
Das sind die Anwendungsgebiete von Leinsamen bei Verdauungsproblemen:
- Verstopfung
- Entzündungen im Magen- und Darmbereich
- Entzündungen im Mundbereich
- Hautentzündungen
- Schmerzlinderung
- Vorbeugung von Herzerkrankungen
Die eineinhalb Meter hohe Lein-Pflanze mit ihren blauen, violetten, rosa oder weißen Blüten wird bereits seit Tausenden von Jahren kultiviert. Lein (Linum usitatissimum, andere deutsche Bezeichnung: Flachs) wurde früher vor allem zur Gewinnung von Stofffasern angebaut.
Mit Leinsamensäckchen lindern Sie neben Verdauungsproblemen auch Zahnschmerzen und Rheuma
Äußerlich wird Leinsamen zur Schmerzlinderung in Form von Leinsäckchen und Auflagen mit Leinbrei angewendet (siehe Kasten rechts). Für diese Wirkung ist die alpha-Linolensäure verantwortlich. Daher können Sie Leinauflagen bei Zahnschmerzen, Ischias- und Menstruationsbeschwerden, Rheuma, Gallenkoliken sowie bei Blasen- und Nierenleiden einsetzen.
Die Quell- und Schleimstoffe der Leinsamen nehmen im Darm Flüssigkeit auf und erhöhen so das Volumen des Speisebreis. Dieser sanfte Druck regt die natürliche Darmbewegung an und wirkt mild abführend. Nutzen Sie statt ganzer Leinsamen eher geschrotete oder gequetschte Körner. Sie quellen schneller und wirken bereits im Magen, sodass der Druck im Darm weniger stark wird.
Wichtige Schutzstoffe gegen Herzinfarkt und Allergien
Mit Leinsamen oder dem daraus gewonnenen Leinöl leisten Sie auch einen Beitrag zur Vorbeugung von Krankheiten. Denn die alpha-Linolensäure ist eine Ausgangssubstanz für wichtige Gewebshormone wie Prostaglandine und Leukotriene. Diese aus Omega-3-Fettsäuren gebildeten Botenstoffe schützen u. a. vor Herzinfarkt, Schlaganfall oder Alzheimer und dämpfen Entzündungen (z. B. wichtig bei Allergien oder Rheuma). Außer in Leinsamen sind diese wertvollen Fettsäuren sonst nur noch in fettem Seefisch (Lachs, Hering oder Makrele) oder Rapsöl enthalten.
Verwenden Sie daher zur Zubereitung von Salaten Leinöl anstelle von Sonnenblumen- oder Maiskeimöl. Fragen Sie beim Bäcker einmal nach speziellen Leinsamenbroten. Ein leckeres Gericht aus dem Erzgebirge sind Pellkartoffeln mit Quark und einem Schuss Leinöl. Darüber hinaus geben Leinsamen Müslis mehr Biss und passen hervorragend zu Joghurt oder Quark.
Mit seinen vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen ist Lein die nahezu perfekte Heilpflanze. Deshalb wurde er 2005 von einem Expertengremium vollkommen zu Recht zur „Heilpflanze des Jahres“ gekürt.