MenüMenü

Divertikulitis

Sie haben Bauchschmerzen, Ihnen ist übel und Sie haben Fieber. Wenn die Schmerzen nicht auf der falschen Seite wären, könnten Sie schwören, Ihr Blinddarm sei entzündet. Es könnte sich um eine Divertikulitis handeln.

Eine Divertikulitis kann Beschwerden wie eine Blinddarmentzündung verursachen und genauso ernst sein.

Das liegt daran, daß beide Krankheiten durch ein ähnliches Problem entstehen – eine Ausstülpung Ihres Dickdarms hat sich entzündet. (Bei der Divertikulitis ist der Schmerz gewöhnlich eher links und nicht rechts wie bei einer Blinddarmentzündung.)

Je älter Sie werden, desto höher ist Ihr Risiko, an einer Divertikulitis zu erkranken.

Gut dagegen ist die Nachricht, daß Sie der Erkrankung einfach vorbeugen können: durch ballaststoffreiche Ernährung.

Wenn die Dickdarmwand dem Druck nicht mehr standhalten kann

Der Dickdarm ist quasi ein langer Muskelschlauch. Er hat die Aufgabe, Wasser aus dem Darminhalt aufzunehmen und Abfallprodukte aus dem Körper auszuscheiden.

Der Anfangsteil des Dickdarms, dazu gehören Blinddarm und aufsteigender Teil des Dickdarms (Colon ascendens), hat den größten Durchmesser. Der Darminhalt in diesem Teilstück ist vorwiegend flüssig.

Das nächste Teilstück ist der querverlaufende Dickdarm (Colon transversum), danach folgen der absteigende Dickdarm (Colon descendens) und der S-förmige Dickdarm, das sogenannte Sigmoid (Colon sigmoideum).

Das Sigmoid ist mit dem Enddarm (Rektum) verbunden. Bis der Darminhalt das Sigmoid erreicht, ist viel Wasser daraus entfernt worden. Der Darminhalt ist dann normalerweise fest.

Eine Divertikelerkrankung oder Divertikulose entsteht dann, wenn schwache Stellen der Dickdarmwand dem Druck nachgeben. Kleine Ausstülpungen ragen wie Taschen oder Säckchen (Divertikel) aus der Dickdarmwand heraus.

Im Sigmoid und im absteigenden Dickdarm kommen Divertikel häufig vor. Dort ist mehr Druck notwendig, um den Stuhl aus dem Körper auszutreiben.

Wenn sich eine dieser Taschen entzündet oder infiziert, kommt es zur Divertikulitis, einer schmerzhaften und möglicherweise ernsten Erkrankung, die sofortiger medizinischer Behandlung bedarf.

Nach Schätzungen der Gastro-Liga hat etwa die Hälfte aller Deutschen über 60 Jahre eine Divertikulose. Bei etwa einem Zehntel der Betroffenen entwickelt sich daraus irgendwann eine Divertikulitis.

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, daß die Wahrscheinlichkeit einer Divertikelbildung mit zunehmendem Alter deshalb steigt, weil die Außenwand des Dickdarms dicker wird. Dadurch wird mehr Druck benötigt, um den Stuhl zu bewegen.

Wie kann Ihr Arzt die Divertikulitis behandeln?

Eine Divertikulitis kann recht plötzlich auftreten. Die ersten Anzeichen können sich im Alter zwischen 40 und 50 Jahren zeigen.

Die Symptome sind recht unterschiedlich. Sie könnten schwere Krämpfe und eventuell eine Druckempfindlichkeit bekommen. Die meisten Betroffenen spüren den Schmerz im linken Unterbauch.

Sie könnten aber auch andauernd von leichten Bauchschmerzen geplagt werden. Häufig gehören auch Fieber und Übelkeit zu den Symptomen.

Der Schweregrad einer Divertikulitis reicht von einer leichten Entzündung des Dickdarms bis hin zu einer massiven Infektion oder einem Riß der Darmwand, der sofort operiert werden muß.

Aus diesem Grund sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie eine Divertikulitis bei sich vermuten.

Ihr Arzt wird voraussichtlich untersuchen, ob Ihr Bauch druck- oder schmerzempfindlich ist und Blut abnehmen, um die Zahl Ihrer weißen Blutkörperchen zu bestimmen. Die Zahl der weißen Blutkörperchen gibt Auskunft darüber, ob eine Entzündung vorliegt.

Die Bandbreite der Behandlung kann sich von einer Therapie mit Antibiotikazu Hause bis hin zu einem Krankenhausaufenthalt erstrecken.

Wenn Sie zu Hause behandelt werden, rechnen Sie damit, sich für ein paar Tage zu schonen. Zusätzlich zur Antibiotikaeinnahme sollten Sie Ihre Ernährung auf ballaststoffarme Nahrungsmittel beschränken. Sie sollten Vollkornprodukte, Obst und Gemüse meiden.

Ihr Dickdarm muß sich bei dieser Kost nicht so oft kontrahieren. Damit schonen Sie ihn und unterstützen die Heilung.

Wenn es Ihnen besser geht, können Sie allmählich zu einer ballaststoffreicheren Ernährungsweise übergehen.

Divertikulitis und die Gefahr eines Darmverschluss‘

Die Divertikulitis erfordert in etwa der Hälfte der Fälle einen Krankenhausaufenthalt. Dieser wird gegebenenfalls vom behandelnden Arzt empfohlen, wenn ein Verdacht auf einen Darmverschluß besteht oder ein hohes Risiko einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) vorliegt.

Bei einer Peritonitis ist die Bauchhöhlenwand entzündet. Sie kann auftreten, wenn ein Divertikel einreißt und dadurch Darminhalt in die Bauchhöhle gerät.

Eine Bauchfellentzündung kann gegebenenfalls eine Notoperation erforderlich machen. Eine Operation kann auch dann notwendig werden, wenn eine Antibiotikabehandlung unwirksam geblieben ist.

Ist eine Infektion oder Entzündung des Darms erst einmal unter Kontrolle gebracht, könnte Ihr Arzt Sie darüber informieren, daß Sie mit einer Operation einen neuen Divertikulitisschub verhindern könnten.

Das gilt insbesondere, wenn Sie bereits mehr als einen Schub hatten. Bei der Operation wird derjenige Abschnitt des Dickdarms entfernt, in dem sich das Divertikel befindet.

Das bedeutet meistens, daß das Sigmoid teilweise oder vollständig entfernt wird. Die gesunden Abschnitte werden dann wieder miteinander verbunden.

Was Sie tun können, um eine Divertikulose zu verhindern

Der Schlüssel zur Vermeidung der Divertikulose oder zur Verlangsamung ihres Fortschreitens scheint in der Druckminderung innerhalb des Dickdarms zu liegen. Die nachfolgenden Ratschläge können Ihnen dabei helfen:

  • Essen Sie mehr Ballaststoffe – Ärzte vermuten, daß Divertikelerkrankungen wesentlich seltener aufträten, wenn die Aufnahme an Ballaststoffen 25g bis 30 g täglich betragen würde. Deutsche nehmen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (Frankfurt a. M.) im Schnitt 17g bis 20 g Ballaststoffe täglich zu sich.

Bei einer Divertikulose bilden sich kleine Ausstülpungen (Divertikel) auf dem Dickdarm. Wenn sich eine dieser Taschen entzündet oder infiziert, kommt es zu einer Divertikulitis.

Eine ballaststoffreiche Ernährung trägt zu einem voluminöseren Stuhl bei. Dieser kann den Darm mit weniger Muskelkontraktionen und weniger Druck passieren.

Stellen Sie sich eine Tube Zahnpasta vor: Sie müssen nicht so stark drücken, um Zahnpasta herauszubekommen, wenn die Tube voll ist.

Wie kann Ihr Arzt die Divertikulitis behandeln?

Eine Divertikulitis kann recht plötzlich auftreten. Die ersten Anzeichen können sich im Alter zwischen 40 und 50 Jahren zeigen.

Wenn Sie Ihre Ernährung mit Ballaststoffen anreichern, so sollten Sie die Menge langsam steigern, um unangenehme Blähungen zu vermeiden.

Wenn Ihnen 25g bis 30g Ballaststoffe täglich Verdauungsprobleme bereiten, können Sie die Einnahme eines Quellmittels erwägen, das den Stuhl voluminöser macht. Dazu gehört zum Beispiel MetamucilÆ (Mucofalk®,).

  • Trinken Sie viel Flüssigkeit – Eine ballaststoffreiche Ernährung benötigt viel Flüssigkeit. Ballaststoffe verhalten sich im Dickdarm wie ein Schwamm – wenn Sie nicht genügend trinken, kann es zur Verstopfung kommen. Versuchen Sie, eine Mindestmenge von 8 Tassen täglich (2 Liter Flüssigkeit ) zu erreichen.
  • Geben Sie dem Stuhldrang nach – Die Darmentleerung hinauszuschieben, kann dazu führen, daß der Stuhlgang fester wird. Für seine Entleerung wird dann mehr Kraft gebraucht und somit der Druck im Dickdarm erhöht.

Wenn sich Divertikel erst einmal gebildet haben, bleiben sie das ganze Leben bestehen, wenn sie nicht chirurgisch entfernt werden. Glücklicherweise stellen sie meist kein Problem dar.

Indem Sie Ihren Lebensstil ein wenig ändern, können Sie dazu beitragen, daß Divertikel nicht zum Problem werden.

Mit ballaststoffreicher Kost können Sie Schlimmeres verhindern

Niemand kann mit Sicherheit erklären, wie oder warum sich Divertikel entzünden.

Die am häufigsten akzeptierte Erklärung ist, daß ein hoher Druck einen sehr kleinen Riß in einer der Taschen verursacht. Die Bakterien, die sich normalerweise im Dickdarm befinden, können dann das Gewebe infizieren. Das wiederum kann zu einem Abszeß führen.

Die Ernährungsweise scheint eine Rolle bei der Entstehung der Divertikulitis zu spielen.

Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Divertikelerkrankung – die zu Divertikulitis führen kann – scheint in direktem Zusammenhang mit der Menge der aufgenommenen Ballaststoffe zu stehen.

Divertikelerkrankungen sind sehr selten in den Regionen der Welt, wo die Ballaststoffaufnahme hoch ist. Sie treten häufiger in den westlichen Ländern auf, wo die Ernährung meist ärmer an Ballaststoffen ist und mehr Fleisch und raffinierte Mehlprodukte enthält.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten