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Darmträgheit: So bringen Sie Ihr Verdauungssystem wieder in Schwung

Darmträgheit und Verstopfung stellen auf Dauer eine Qual dar. Anstatt regelmäßig zu Abführmitteln zu greifen, sollte man den Ursachen auf den Grund gehen.

In seltenen Fällen kann man Darmträgheit und Verstopfung auf eine Krankheit zurückführen. Meistens lässt sich das Problem durch die Umstellung der Ernährung aus der Welt schaffen.

Wie entstehen Darmträgheit und Verstopfung?

Als Hauptgrund für einen trägen Darm gilt das Fehlen von Ballaststoffen. Fast Food, Frittiertes sowie Fleisch enthalten viele Kalorien. Sie liefern jedoch keine Pflanzenfasern oder andere Ballaststoffe.

Die Folge ist bekannt: schmerzhafte Bauchkrämpfe und Verstopfungen.

Einfache Abhilfe schafft die Umstellung der Ernährung. Milchprodukte sind dafür bekannt, wegen ihres hohen Fettgehalts und kaum vorhandener Ballaststoffe Verstopfungen zu verursachen.

Wer gern Milchprodukte zu sich nimmt, setzt im besten Fall gleichzeitig Obst und Trockenfrüchte zur notwendigen Ballaststoffaufnahme auf den Speiseplan.

Viele Menschen fühlen sich unwohl, wenn sich ihr Darm nicht täglich zum Stuhlgang meldet. Dabei hat jeder Mensch bei der Darmentleerung seinen ganz persönlichen Rhythmus. Er liegt zwischen dreimal täglich und dreimal wöchentlich.

Mediziner sprechen von einer Verstopfung, wenn bei Ihnen über einen längeren Zeitraum (etwa drei Monate) weniger als drei Darmentleerungen pro Woche erfolgen.

Anzeichen einer Verstopfung sind auch harter, fester Stuhl, eine geringe Stuhlmenge oder Schmerzen beim Stuhlgang.

Rotes Fleisch, Chips und Fertiggerichte

Als weiterer Grund für Verstopfungen gilt der Verzehr von viel rotem Fleisch. Gesellt man dem täglichen Steak eine Folienkartoffel (mit Schale) oder einen großen grünen Salat bei, vermeidet man die drohende Verstopfung.

Ebenfalls ungünstig sind salzige Sünden wie Kartoffelchips, da sie zusätzlich zu einem hohen Fettgehalt kaum Ballaststoffe mitbringen.

Milderung schafft der Verzehr von Snacks auf Vollkornbasis, welche die Verdauung eher anregen als bremsen.

Als besonders schädlich erweisen sich fast alle Sorten vorgekochten Mikrowellenessens oder gefrorener Mahlzeiten. Diese enthalten zu wenig Ballaststoffe und sind mit Konservierungsstoffen versetzt, die im Darm Wasser binden. So verschärfen sie die vorhandene Problematik.

Wer Probleme mit der Verdauung hat, sollte diese Produkte zur Vermeidung von Verstopfungen lediglich in Notfällen essen.

Süßigkeiten und Frittiertes

Darüber hinaus schaden Süßigkeiten der geregelten Verdauung, da sie kaum Ballaststoffe enthalten.

Versuchen sie aus diesem Grund, den kleinen Hunger zwischendurch mit frischen Früchten wie Äpfeln, Ananas oder Mango zu stillen.

Zwiespältig ist die Rolle der Banane. Während grüne Bananen verstopfend wirken und zu schmerzhaften Beschwerden führen, zeigen reife Bananen eine positive Wirkung bei akuten Verstopfungsbeschwerden.

Möchten Sie auf Bananen nicht verzichten, so gehen sie stets auf Nummer Sicher und suchen sich die gelben und reifen Exemplare aus dem Obstkorb.

So müssen Sie keine unangenehmen Überraschungen erwarten.

Völlig vermeiden sollten Sie frittiertes Essen. Dieses bremst ähnlich wie Kartoffelchips wegen des hohen Fettgehalts die Verdauung und gehört damit nicht auf den Teller. Alternativ kann man Methoden wie das Dampfgaren nutzen.

Dieses kommt ohne die Zufuhr von Fetten aus und verschärft problematische Nahrungsmittel nicht noch weiter.

Idealerweise greift man aus diesem Grund auf schonende, rohkostreiche Gerichte zurück um Beschwerden zu vermeiden oder akute Verstopfungen zu lindern.

Verstopfungsfördernde Medikamente

  • Analgetika
  • Antiarrhythmika
  • Antibiotika
  • Anticholinergika
  • Antiemetika
  • Betablocker
  • Kalziumantagonisten
  • ACE-Hemmer
  • Entwässerungsmittel
  • Hormone
  • Magen- und Darmmittel (Antazida, H2-Blocker, Protonenpumpenhemmer)
  • Mineralstoffpräparate (Eisen, Kalzium)
  • Abführmittel
  • Blutfett senkende Mittel
  • Parkinson-Mittel
  • Psychopharmaka
  • Prostatapräparate

7 Tipps, um Ihren Darm wieder in Schwung zu bringen

Wenn sich Ihr Darm auf die faule Haut legt, können Sie das Problem oft durch kleine Änderungen in Ihrem Lebensstil lösen. Hier die wichtigsten Schritte für Sie:

Tipp 1: Ihr Darm braucht Flüssigkeit

Oft fehlt Ihrem Darm einfach nur Wasser. Die Folge: der Darminhalt trocknet ein und wird hart und fest: Der Stuhlgang bleibt aus oder wird zur schmerzhaften Angelegenheit. Achten Sie darauf, dass Sie jeden Tag etwa zwei Liter Flüssigkeit trinken.

Ideal ist es, wenn Sie direkt nach dem Aufstehen am Morgen langsam ein großes Glas lauwarmes Wasser auf nüchternen Magen trinken. Das bringt Ihren Darm gleich auf Trab. Mineralwässer mit einem hohen Sulfatgehalt (mehr als 1.200 mg/l) regen Ihre Verdauung zusätzlich an.

Tipp 2: Essen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel

Die natürlichen Pflanzenstoffe können von Ihren Verdauungsenzymen im Dünndarm nicht aufgespalten werden. So erreichen sie unverändert Ihren Dickdarm. Hier binden Ballaststoffe Wasser.

Die Folge: Ihr Stuhl wird geschmeidiger und sein Volumen nimmt zu. Das regt die natürlichen Bewegungen Ihres Darms (Darmperistaltik) an.

Ihre Verdauung kommt so richtig in Fahrt. Schon mit 30 g Ballaststoffen pro Tag helfen Sie Ihrem Darm wieder auf die Sprünge. So gelingt Ihnen das ganz leicht:

  • Essen Sie täglich etwa zwei bis drei Scheiben Vollkornbrot, eine Portion Getreideflocken oder Müsli sowie eine Portion Kartoffeln, Vollkornreis oder Vollkornnudeln.
  • Setzen Sie zusätzlich täglich fünf Portionen (eine Portion = eine Handvoll) Gemüse und Obst auf Ihren Speiseplan und ein- bis zweimal pro Woche Hülsenfrüchte.
  • Achten Sie bei einer ballaststoffreichen Kost immer darauf, dass Sie reichlich trinken: mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Nur so können die Ballaststoffe in Ihrem Darm gut aufquellen.

Tipp 3: Vermeiden Sie unregelmäßiges Essen

Gewöhnen Sie sich an feste Mahlzeiten und Ihren Darm an feste Entleerungszeiten, beispielsweise morgens nach dem Frühstück.

Tipp 4: Bewegung bringt auch Ihren Darm auf Trab

Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen von Darmträgheit. Wenn Sie tagsüber viel sitzen, bringen Sie mit zusätzlicher Bewegung Schwung ins Toilettengeschäft. Regelmäßiges Spazierengehen (am besten täglich), Wandern und Joggen bewirken eine direkte Darmmassage durch die Aktivierung des Darmbein-Lenden-Muskels.

Doch es muss nicht gleich sportlich zugehen: Bewegen Sie sich zu Fuß statt mit dem Auto, nehmen Sie die Treppe statt des Aufzugs, benutzen Sie das Fahrrad statt des Busses und ergänzen Sie den Fernsehabend durch einen zügigen Spaziergang.

Tipp 5: Vermeiden Sie Stress und Anspannung

Stresshormone blockieren Ihre Verdauung und legen den Darm lahm. Körperliche Bewegung ist die wirksamste und natürlichste Methode, mit der Sie Ihren Körper von Stresshormonen befreien.

Tipp 6: Vermeiden Sie den chronischen Gebrauch von Abführmitteln

Bei Daueranwendung fehlen Ihrem Darm die natürlichen Verdauungsanreize. Das Fatale: Durch den Einsatz von Abführmitteln verliert Ihr Körper große Mengen an Flüssigkeit und Mineralstoffen. Das macht Ihren Darm dann zusätzlich träge.

Setzen Sie lieber auf natürliche Verdauungshilfen:

  • Trockenobst wie Pflaumen oder Feigen enthalten viele Ballaststoffe. Besonders wirksam: Weichen Sie das Trockenobst vor dem Genuss in etwas Wasser ein. Eine kleine Handvoll Trockenobst am Tag ist das richtige Maß.
  • Leinsamen, Chiasamen oder Flohsamenschalen (Drogeriemarkt/Naturkostladen) sind reich an Ballaststoffen und daher gute Verdauungshilfen. Wichtig: Sie können ihre Wirkung nur entfalten, wenn Sie mit der Einnahme reichlich trinken. Rühren Sie pro Tag etwa einen Esslöffel in Joghurt ein. Vor dem Verzehr fünf bis zehn Minuten ausquellen lassen.
  • Milchsäure hat eine sanft abführende Wirkung. Sie steckt in Milchprodukten, die nicht erhitzt wurden: Naturjoghurt, Buttermilch, Kefir oder Dickmilch aber auch in Sauerkraut. Probiotische Milchprodukte enthalten spezielle Milchsäurebakterien, die sich in Ihrem Darm ansiedeln und dann Ihre Verdauung anregen können.

Tipp 7: Gehen Sie in die Hocke

Naturvölker erledigen Ihr Geschäft in der Hocke. In dieser Position kann sich der Darm optimal entspannen und entleeren. Stellen Sie während des Toilettengangs eine Fußbank unter Ihre Füße, so kommen Sie dieser Position etwas näher.

Hilfreich kann auch das „Schaukelhocken“ sein: Sie sitzen aufrecht auf der Toilette.

Beugen Sie den Oberkörper bis zu den Oberschenkeln, dann bewegen Sie ihn wieder zurück in die aufrechte Position. Nach ein paar Wiederholungen wird es klappen.

So beruhigen Sie Ihren Darm homöopathisch

Die Klassische Homöopathie kennt bewährte Einzelmittel, die gezielt den Darm beeinflussen und gleichzeitig psychisch ausgleichend wirken.

Wenn Sie zusätzlich zu Ihren Bauchbeschwerden zu Nervosität neigen und leicht gereizt sind, kann Ihnen sehr wahrscheinlich Nux vomica (aus den Samen der Brechnuss) helfen.

Drei Globuli C6 trocken unter die Zunge gelegt reichen aus, um Ihnen Linderung zu verschaffen. Ein geübter Homöopath kann darüber hinaus anhand einer ausführlichen Anamnese ein auf Ihre individuellen Symptome abgestimmtes homöopathisches Mittel auswählen.

Weitere homöopathische Mittel, die sich bei einem Reizdarm bewährt haben, sind:

  • Argentum nitricum ist ein passendes Mittel, wenn Sie viele geräuschvolle Darmgase haben, wässrigen Stuhl entleeren und sich dabei ängstlich und unruhig fühlen. Der Stuhl kann schleimige Auflagerungen enthalten.
  • Colocynthis hilft bei schneidenden Kolikschmerzen und dünnen Stühlen oder Durchfällen besonders nach dem Essen. Zusammenkrümmen und warme Anwendungen lindern die Beschwerden.
  • Chamomilla hilft bei Blähungskoliken, die mit wässrig-schleimigen Durchfällen verbunden sind. Der Durchfall riecht nach faulen Eiern und ist von großer Reizbarkeit begleitet.

Im akuten Fall machen Sie sich am besten aus dem am besten passenden Mittel eine Wasserauflösung. Lösen Sie dazu fünf Globuli in der Potenz C30 in einem Glas stillen Wasser auf und verrühren Sie die Lösung kräftig mit einem Plastiklöffel.

Trinken Sie nun in fünfminütigen Abständen jeweils einen kleinen Schluck davon, und rühren Sie vor jeder erneuten Einnahme noch einmal kräftig um.

Beenden Sie die Einnahme, sobald Sie eine Besserung spüren und gießen Sie eventuelle Reste der Wasserauflösung aus.

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