MenüMenü

So begegnen Sie Sodbrennen, Magendruck und Völlegefühl

Wer nie Sodbrennen hatte, weiß nicht, wie höllisch es in Magen und Speiseröhre brennen kann, sagen Betroffene. Ein Gefühl „wie Feuer“ steige vom Magen hoch bis in Hals und Rachen. Sodbrennen – medizinisch Reflux – ist die prompt einsetzende „Strafe“ für Genuss im Überfluss: Besonders nach fettreichen Speisen, nach süßem Nachtisch, üppig genossenem Wein, Schnaps und Zigaretten schwappt der Magensaft in die Speiseröhre hinein und löst dort ein ätzendes Brennen hinter dem Brustbein aus.

Im Magen beginnt die ziemlich aggressive Magensäure den Nahrungsbrei zu zersetzen. Nach zu reichlichem Essen wird entsprechend viel Säure gebildet. Zusätzlich entsteht durch die Nahrungsmenge zu viel Druck im Magen, und das obere Magenventil öffnet sich wieder – so kann die Säure mit dem Nahrungsbrei in Richtung Schlund aufsteigen. Die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre reagiert auf die Säureattacke mit Brennen – Sodbrennen eben. Ihrem Magen macht das nichts, denn er ist logischerweise gegen seine eigene Säure gewappnet.

Gelegentliches Sodbrennen braucht Sie nicht zu beunruhigen

Wenn Ihnen das nur ab und an passiert, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Das ist zwar unangenehm, aber nicht gefährlich. Leiden Sie jedoch häufiger unter Sodbrennen oder saurem Aufstoßen, kann Ihre Speiseröhre auf Dauer Schaden nehmen. Bei rund acht Millionen Bundesbürgern hat sich der Reflux als Dauerleiden eingenistet. Bei älteren Menschen funktioniert der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Mageneingang nicht mehr so gut. Deshalb sind die 50- bis 70-Jährigen häufiger betroffen. Aber auch in der Schwangerschaft kann es zu Sodbrennen kommen, wenn das Ungeborene den Magen der Mutter in Bedrängnis bringt und nach oben drückt.

Die Speiseröhrenschleimhaut kann sich dann schnell entzünden. Schluckbeschwerden stellen sich als Symptom der Entzündung ein. Infolgedessen davon verändert sich bei vielen Betroffenen das Gewebe. Es bildet sich gewissermaßen eine Art Hornhaut aus (Barrett-Syndrom genannt), das Brennen macht sich dadurch nicht mehr bemerkbar, so dass man glaubt, das Leiden sei besiegt. So kann sich in einigen Fällen unbemerkt ein Speiseröhrenkrebs entwickeln. Allerdings hat sich der Verdacht nicht bestätigt, dass das Refluxleiden respektive das Barrett-Syndrom eine Vorstufe von Krebs sei. Letztlich erkranken weniger als 1 % der Refluxgeplagten an Speiseröhrenkrebs. Bei ihnen liegt häufig eine Kombination von Alkohol- und Nikotinmissbrauch vor.

Auch andere Erkrankungen können durch Sodbrennen provoziert werden: Schwappt die Säure so weit hoch, dass sie auch über die Luftröhre zu den Bronchien gelangt, kann es zu chronischem Husten, Bronchitis und Asthmaanfällen kommen.

Der Kehlkopf ist mit seinen Stimmbändern ebenfalls in Gefahr. Werden im Schlund zudem die Nervenenden ständig gereizt, kann das zur Verengung der Herzkranzgefäße führen und Herzschmerzen nach sich ziehen.

Sodbrennen können Sie selbst behandeln – auch im Urlaub

Die Behandlung von Sodbrennen sollten Sie gleich in Angriff nehmen. Dazu brauchen Sie noch nicht einmal einen Arzt – Sie selbst sind gefordert, das wirkt in etwa 90 % aller Fälle und ist auch im Urlaub möglich:

  • Als Erstes hilft bereits eine Änderung des Speiseplans. Verzichten Sie auf tierische Fette, Saures, Wein und Süßes – besonders kurz vor dem Schlafengehen.
  • Verzichten Sie auf stark und ungewohnt gewürzte Speisen.
  • Trinken Sie nicht zu viel Alkohol.
  • Bauen Sie Übergewicht ab und geben Sie das Rauchen auf.
  • Wenn Sie stark unter Stress stehen, helfen Sie sich mit Entspannungsübungen wie Yoga.
  • Vermeiden Sie Kleidungsstücke, die Ihre Bauchregion einengen.
  • Probieren Sie aus, ob Ihnen so genannte Antazida helfen, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Sie binden oder neutralisieren die Magensäure. Welches der angebotenen Präparate – zum Beispiel Gelusilac, Talcid oder Maaloxan – Ihnen hilft, müssen Sie testen. Das ist individuell unterschiedlich, ebenso wie das Auftreten von Nebenwirkungen, etwa Verstopfung, Blähungen oder Durchfall.
  • Wenn das nicht hilft, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Dieser kann Ihnen mit neuen Medikamenten helfen – den H2-Blockern und Protonenpumpen-Hemmern. Sie müssen täglich eingenommen werden und drosseln die Bildung der Magensäure.
  • Eine kleine, aber komplizierte Operation kann schließlich bei dauerhaften Problemen den Speiseröhrenschließmuskel verengen. Er ist dann nicht mehr so durchlässig.
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten

Alte Kommentare
  • Lutz Pansegrau schrieb am 23.06.2010, 16:52 Uhr

    Liebe Sylvia, ich habe lange Zeit unter Sodbrennen gelitten, speziell nach scharf gewürztem Essen, Indonesische Küche. Ich habe das nach und nach mit Knoblauchkapseln, eingenommen am Abend vor dem Schlafengehen, mit gutem Erfolg behandelt. Ebenfalls viel Knoblauch ans Essen wo es passt natürlich. Später fand ich ebenfall heraus, dass nach fettem Essen z.B. und anschliessendem saurem Aufstossen ein mittelgroßer Apfel, darf ruhig sauer sein, genügte um die Beschwerden nachhaltig zu beseitigen. Ich lebe jetzt praktisch beschwerdefrei, kann essen was ich möchte. Lediglich nach Genuss von Alkohol, Bier ausgenommen, kommt es gelegentlich noch mal zu Sodbrennen. Gruss aus Kapstadt Lutz

  • Tagwerker Katharina schrieb am 25.06.2010, 08:32 Uhr

    ich bekomme auch auf Joghurt natur und Vollkornbrot Sodbrennen. Hatte Behandlung wegen Heliobacter pylori, lange Zeit Protonenhemmer genommen, habe noch immer Sodbrennen. Vetrage wenig Gemüse und Obst. Bei mir ist es nicht Zucker und Fett!!

  • Karin Weber schrieb am 26.06.2010, 13:06 Uhr

    hallo, aus meiner persönlichen Erfahrung mit gelegentlichem Sodbrennen am Ende meiner Schwangerschaften kann ich folgendes bestens empfehlen: Man nehme 2 bis 3 ganze Nüsse und kaue so lange darauf herum, bis es ein ganz feiner Speisebrei ist. Den schluckt man dann herunter und Sodbrennen ist vorbei. Warum das dann aufhört weiß ich nicht, vermute dass der Nussbrei irgendwie die Magensäure bindet oder am Aufsteigen hindert. Aber Hauptsache es hilft. Das habe ich unter natürliche Mittel gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft damals entdeckt. Und wenn es auch bei Ihnen so gut hilft wie bei mir, dann bitte weitersagen ... Schöne Grüße und gute Gesundheit wünscht Karin Weber